Umweltfreundliche Reststoffbehandlung 2 Minuten Lesezeit
Innovation

Umweltfreundliche Reststoffbehandlung

Volkmar Held

Abfälle sind Stoffe mit gewaltigen inneren Werten. Die voestalpine-Gesellschaften weltweit erschließen sie sorgfältig für die Kreislaufwirtschaft im Sinne des Life Cycle Assessment.

Im Zuge von Produktionsprozessen entstehen auch Abfälle und „verbrauchte“ Hilfsstoffe (Späne, Stanzreste, etc.), die in weiterer Folge recycelt und erneut verwendet werden können. Abfall ist daher ein wertvolles Gut für die voestalpine-Gesellschaften.

  • Eine umfassende Kampagne zur Mülltrennung bei Villares Metals in Sumaré/Brasilien (High Performance Metals Division) unterstützt den Gedanken des Recyclings von Abfällen – im Büro wie in der Produktion.

Was ist Abfall?

Am Begriff selber scheiden sich die Geister. Per Gesetz sind beispielsweise Metallband-Reste, die in den Stanz- und Pressbetrieben der voestalpine Automotive Components-Standorte anfallen, Abfälle. „Aber für unsere Stahlwerke ist Schrott ein wertvoller Produktionsrohstoff“, sagt Günther Kurz, Kaufmännischer Hauptprozessleiter des Wertstoff-Zentrums der voestalpine Stahl GmbH. Von diesem Kompetenzzentrum aus werden jährlich rund 2 Mio. t Wertstoffe an Kunden in aller Welt vertrieben.

Wertstoffe wieder nutzen

Denn was aus den Hüttenprozessen in Linz als Reststoffe anfällt, so Günther Kurz, seien für Unternehmen vieler Branchen wiederum wertvolle Roh- und Einsatzstoffe: Hüttensand für Zement, Stückschlacken für den Straßenbau, Benzol und Rohteer aus der Koksproduktion für die chemische oder Eisenoxid für die Elektronikindustrie.

  • Wiedergewonnenes Eisenoxid aus den Beizanlagen der voestalpine ist ein begehrter Rohstoff. Jährlich werden 23.000 t des Produkts, das bei der Regenerierung von Beizsäure gewonnen wird, an Kunden der Elektronikindustrie verkauft. Sein Einsatz erfolgt z. B. in Form von Ferritkernen in der Sicherheitstechnik moderner PKW.

Aus dieser Perspektive betrachtet, verbleiben lediglich jene Reststoffe als „Abfall“, für die bislang noch keine wirtschaftlich sinnvollen Aufbereitungstechnologien existieren. Sie werden derweil deponiert.

Immer im Kreis

Um den Nachhaltigkeitsaspekt der Produktion weiter zu vertiefen, soll dieser Anteil aber weiter verringert werden. Der einfachste Weg: Der erneute Einsatz innerbetrieblicher Abfälle und Reststoffe im Produktionsprozess – im Kreislauf, sozusagen. Die Kreislaufwirtschaft ist ein wichtiger Aspekt der ganzheitlichen Betrachtung von Erzeugnissen über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg (Life Cycle Assessment/LCA). Ihre Bedeutung spiegelt sich auch in den Bemühungen des Aktionsplans der EU für die Kreislaufwirtschaft wider.

  • In der Rohstahlerzeugung setzt die voestalpine jährlich ca. 600.000 t Kreislaufstoffe ein und verwertet zusätzlich rund 70.000 t externer Abfälle stofflich.

So hat die voestalpine Stahl Donawitz GmbH 2017 nach dem Vorbild des Wertstoff-Zentrums in Linz eine eigene Abteilung für Wert- und Reststoffmanagement eingerichtet. Stahl zeigt im LCA eine herausragende Performance. Da er niemals verbraucht wird, kann er in der Kreislaufwirtschaft wiederholt („multipel“) recycelt werden, ohne dabei an Qualität zu verlieren.

Mehr zum Thema Umwelt: www.voestalpine.com/umwelt