Transportweg Donau in der voestalpine in Linz 3 Minuten Lesezeit
Innovation

Transportweg Donau in der voestalpine in Linz

Viktoria Steininger
Redaktionell verantwortlich für die Themen am Blog, recherchiert und schreibt Viktoria Steininger auch selbst und gibt mit Geschichten Einblicke in den voestalpine-Konzern.

Die Donau hat als Transportweg für die voestalpine in Linz eine wichtige Bedeutung. Die Anlieferung von Gütern und Rohstoffen und die Auslieferung von Fertigwaren erfolgen zum Teil auf dem Wasserweg.

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Von den 3,5 bis 4 Mio. Jahrestonnen auf den Donauverbindungen zwischen den ARA-Häfen (Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen) im Westen und Linz, bzw. vom größten Standort der voestalpine bis Konstanza im Osten, entfallen rund 80 % auf den Eingang. 20 % macht der so genannte outbound-Verkehr aus.

So viel aber vorweg: An der Bedeutung der Donau als Transportweg für die voestalpine Stahl GmbH wird sich aller Voraussicht nach auch in den kommenden Jahren nicht viel ändern. Zwischen 3,5 und rund 4 Mio. t an Gütern werden im Hafen des Unternehmens in Linz jedes Jahr umgeschlagen. Das macht das 66.000 m² große Gelände zum betriebsamsten Hafen entlang der gesamten fast 3.000 km Flussverlauf. Für den reibungslosen Betrieb am Werkshafen sowie für die logistische Abwicklung der auf dem Wasserweg ausgehenden Güter ist die Logistik Service GmbH, eine hundertprozentige Tochter der voestalpine Stahl GmbH zuständig – im Bereich des Werkshafens sind rund 20 Mitarbeiter und zwei Bugsierschiffe im Einsatz. Ihr kaufmännischer Geschäftsführer, Christian Janecek, meint sogar, dass für sein Unternehmen die Wasserstraße ein wichtiger Transportweg bleiben muss: „Sonst könnten wir die Transportabwicklung am Standort Linz nicht ideal gestalten.“

Denn immerhin kommt fast ein Drittel der eingehenden Güter (inbound), Rohstoffe wie vor allem Erz aber auch Kohle, für die voestalpine in Linz auf dem Wasserweg an. Zwei Drittel entfallen auf die Schiene. Und selbst Auslieferungen von Fertigwaren (outbound) erfolgen noch zu etwa 10 % mit dem Schiff.

 

Tendenz geht Richtung LKW

„Die große Herausforderung für die Wasserstraße“, so Janecek, „ist natürlich die Zuverlässigkeit. An einzelnen Streckenabschnitten könnte man bei der Infrastruktur nämlich sehr wohl noch etwas verbessern.“ Jedes Jahr gibt es mit ziemlicher Sicherheit im Sommer am bayerischen Donauabschnitt Niedrigwasser. Schiffe müssen dann geleichtert werden oder können gar nicht mehr fahren. Dazu kommen das gelegentliche Hochwasser, Eis oder eine Schleusensperre. Und so versteckt sich hinter dem scheinbar unkompliziert geradlinigen Schiffstransport gleich ein ganz anderer Managementaufwand. Mit dem LKW dagegen kommt eine Lieferung in über 99 % der Fälle innerhalb von zwei Tagen an. Die Straße ist ohnehin unverzichtbar, wenn der Kunde gar keinen Bahnanschluss oder Hafenanlage hat. „Die Tendenz“, räumt Christian Janecek ein, „geht natürlich in Richtung LKW. Das hat zunehmend terminliche Gründe. Spätestens seit der Krise von 2008/09 versuchen die Kunden ihre Lagerbestände niedrig zu halten und bestellen kurzfristig.“

 

Was also spricht für die Donau?

Im eingehenden Verkehr ist die Sache klar. Ein LKW kann gerade einmal 25 t laden und kommt höchstens für Zuschlagstoffe für Legierungen zum Einsatz, von denen nur geringe Mengen benötigt werden. Dagegen stellen etwa 1.000 t Erz für einen Flussfrachter in der Regel kein Problem dar. Vorausgesetzt natürlich, der Fluss führt an den kritischen Stellen gerade genügend Wasser. Trotzdem, so Janecek: „Die voestalpine hat ohnehin relativ lange und komplexe Logistikwege für die Rohstoffe, bevor sie diese einsetzen kann. Die Donau ist ein sehr wichtiger Transportweg, weil wir damit nicht nur vom Verkehrsträger Bahn abhängig sind.“

Der Anteil an Fertigwaren, wie z.B. Bandstahl für die Großabnehmer voestalpine Krems GmbH oder die voestalpine Steel Service Center Romania SRL und Grobbleche für Kundenprojekte weltweit, die das Werksgelände über den Schiffsweg verlassen, bleibt seit Jahren ebenfalls konstant, so Janecek: „Wir hatten in den letzten Jahren am Standort ein starkes Wachstum und versuchen die LKW-Transporte nicht in den Himmel wachsen zu lassen. Wir könnten das nicht mehr abwickeln und die Straßen rundherum könnten das nicht aufnehmen. Da haben wir am Wasser noch eher Kapazitäten.“ Tatsächlich meint die Bundesgesellschaft viadonau, in Österreich für die Bewirtschaftung und Erhaltung der Donauinfrastruktur zuständig, dass gerade einmal 15 % der Kapazität des Flusses genutzt werden.

 

Mehr Informationen zum Themenschwerpunkt “Die Donau lebt!” der voestalpine Klangwolke 2014: www.voestalpine.com/klangwolke

Viktoria Steininger