Synergieplattform 2019 blickt in die Zukunft 4 Minuten Lesezeit
Innovation

Synergieplattform 2019 blickt in die Zukunft

Volkmar Held

Die voestalpine-Synergieplattform 2019, die konzernweite Tagung für Forschung und Entwicklung, stand im Zeichen „Electrification“ und vereinte 80 voestalpine-Mitarbeiter und externe Spezialisten zur Diskussion um Klimaschutz und Elektromobilität.

Eingetaktet zwischen Coil Winding Messe (CWIEME) und dem Formel E-Rennen in Berlin im Rahmen der voestalpine European Races: Da konnte es nur logisch sein, dass bei der diesjährigen Synergieplattform der voestalpine auch die Elektrifizierung ein wichtiges Thema darstellte. 80 Teilnehmer aus allen Divisionen der voestalpine, Forscher, Entwickler, Vertriebsfachleute und Strategen, trafen sich am 23. und 24. Mai mit externen Fachleuten in Berlin.

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Interessante Einblicke in das Formel E-Geschehen für die voestalpine-Forscher

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Expertengespräche zwischen voestalpine und Formel E Technikern

Klimakrise und Stromtransport

Der Titel dieser Synergieplattform war Programm: „Electrification“. Ihr Spektrum reichte von der Absicherung der Stromversorgung der Zukunft bis hin zur Zukunft der Elektromobilität. So verwies Gerhard Christiner, CTO Austrian Power Grid, in seinem Beitrag auf die komplexen Herausforderungen der Transformation des Energiesystems und des Transports von Strom aus nachhaltigen Quellen quer durch Europa.
Zuvor jedoch unterstrich Stefan Rahmstorf vom Institut für Klimafolgenforschung in Potsdam die Dringlichkeit, den Ausstoß von Treibhausgasen zu mindern. Der geordnete Übergang zu einer klimafreundlichen Gesellschaft sei der einzige Weg, den weiteren Temperaturanstieg zu stoppen.

Ideen bei voestalpine

Zu einem regen Austausch führten die Beiträge aus voestalpine-Gesellschaften zu aktuellen Entwicklungen auf dem Gebiet der nachhaltigen Produktion und der Elektromobilität:

  • Einfluss der Elektrifizierung und Dekarbonisierung auf den Standort Donawitz
  • Wasserstoffelektrolyse im Projekt H2FUTURE
  • Modulare Batteriekästen
  • Hochregallager für 2nd Life-Einsatz von Fahrzeugbatterien
  • Intelligente Elektrobandpakete compacore®
  • Befestigungssysteme für PV-Module auf Land und zur See
"Die beiden umsatzstärksten Branchen der voestalpine, Energie- und Automobilindustrie, sehen umfassenden Änderungen entgegen. Daher war es wichtig, dass wir uns in der Synergieplattform mit dem Thema der Elektrifizierung näher auseinandersetzten. Es war eine gelungene Mischung von Vorträgen externer Experten und Diskussionen von voestalpine-Entwicklungen, die einen umfassenden Überblick über Klimawandel, Energietransfer und die Zukunft der E-Mobilität bot."
Franz Androsch, Leiter Forschung & Entwicklung der voestalpine

Stahl bleibt im mobilen Einsatz

Mit dem Blick von OEM und Tier 1-Zulieferern bot die Synergieplattform einen interessanten Überblick vom Materialeinsatz im (Elektro-)Automobilbau zu den diversen Antriebsmöglichkeiten. Johannes Staeves, Head of Cluster Lightweight Body Construction der BMW Group, fokussierte auf den nach wie vor starken Stahleinsatz in Karosserien.

"Um unser Kernportfolio zu elektrifizieren und die Elektrifizierung im Volumen auszurollen, benötigen wir wettbewerbsfähige und kosteneffiziente Werkstoffe. Aluminium und insbesondere Carbon bieten sich für ausgewählte Anwendungen und Bauteile an, in denen diese Werkstoffe besondere Vorteile ausspielen können; den Großteil in der Karosserie können wir aber in hochfestem Stahl sehr effizient darstellen."
Johannes Staeves, Head of Cluster Lightweight Body Construction der BMW Group

Vielfältige Antriebsstränge

Thomas Pfund, Head of R&D Automotive Systems des Automobil-Zulieferers Schaeffler, entwirft in seinem Beitrag zu Antriebssträngen von Elektrofahrzeugen das Bild einer künftigen Vielfalt: Als realistisches Szenario sieht er einen Mix aus 30 % Batterie- bzw. Brennstoffzellenantrieben, 40 % hybriden Motoren und 30 % konventionellen Verbrennungsmotoren.
Für die Daimler AG verwies Jörg Wind, Know-how-Manager F&E, auf die Potenzen des Brennstoffzellenantriebs. Auch mit dieser Antriebsoption bekenne sich der Automobilkonzern klar zur Elektromobilität. Zu seiner weiteren Durchsetzung setzt die Daimler AG auf den weiteren Ausbau der Wasserstoff-Infrastruktur, von der (nachhaltigen) Herstellung bis zum Verteilernetz.

"Unser Ziel ist die CO2-neutrale Autoflotte innerhalb von drei Produktzyklen, d. h. in den kommenden 20 Jahren."
Jörg Wind, Daimler AG

Handeln ist Pflicht

Der Eröffnungsbeitrag der Synergieplattform verdeutlichte allen Teilnehmern, dass die Elektromobilität einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten hat.

"Es gibt nur diesen Weg zu Null-Emissionen: E-Mobilität gekoppelt mit elektrischer Energieversorgung aus 100 % erneuerbaren Quellen, mit Pufferspeichern aus E-Auto-Akkus."
Prof. Stefan Rahmstorf, Institut für Klimafolgenforschung, Potsdam

CEO Wolfgang Eder beendete die 13. voestalpine Synergieplattform

Wolfgang Eder betonte in seinen Schlussworten einmal mehr, dass die Entwicklung der voestalpine zum Technologiekonzern nur über die effiziente Forschung und Entwicklung sowie über Innovationen möglich ist; die Kombination von Werkstoff-Know-how mit der Verarbeitungstechnologie seien Schlüssel zum Erfolg.

"Durch die Vernetzung der konzernweit vorhandenen Kompetenzen sowie die konsequente Ausrichtung auf Forschung und Entwicklung wird die voestalpine auch im Zukunftsmarkt Elektromobilität eine führende Position als Technologietreiber einnehmen. Ob hochqualitativer Stahl als Werkstoff oder intelligente technologische Produkte etwa beim Einsatz in Elektromotoren – die voestalpine gestaltet mit ihren Lösungen auch in diesem Bereich die Zukunft der Mobilität aktiv mit."
Wolfgang Eder, CEO voestalpine AG

Und er zeigte sich zuversichtlich, dass voestalpine den Umstieg auf eine CO2-neutrale Stahlproduktion mittels Breakthrough-Technologien meistern wird.

Berlin Synergy

Klimawandel, Energietransfer und Elektromobilität – die voestalpine-Synergieplattform 2019 bot ein spannendes Themenfeld.

Voestalpine Berlin Synergy

Jörg Wind, Know-how-Manager R&D der Daimler AG, stellte Neuigkeiten zum Brennstoffzellen-Antrieb vor.

Zu Gast in Berlin (v. l.): Johannes Staeves (BMW Group), Wolfgang Eder (CEO voestalpine AG), Thomas Pfund (Schaeffler), Gerhard Christiner, (CTO Austrian Power Grid).