Sehr gescheit: Künstliche Intelligenz bei voestalpine 3 Minuten Lesezeit
Innovation

Sehr gescheit: Künstliche Intelligenz bei voestalpine

Christopher Eberl
Christopher Eberl ist redaktionell verantwortlich für die Themen am Blog sowie für die Lehrlingswebsite. Mit seinen Geschichten gewährt er tiefe Einblicke in die vielfältige Welt des voestalpine-Konzerns.

Im voestalpine-Konzern arbeiten menschliche und künstliche Intelligenz (KI) längst Seite an Seite. Im Labor und in den Büros genauso wie am Hochofen oder im Stahlwerk.

Sie werken in der Feuerverzinkung mit, spüren kleinste Unregelmäßigkeiten an Stahloberflächen auf, lesen Mails, legen Angebote, wachen in Weichen und treffen Prognosen: Selbstlernende und damit intelligente Systeme sind längst selbstverständlicher Bestandteil des Produktions- und Geschäftsalltags von voestalpine. „Diese Systeme schaffen höhere Produktqualität und sorgen für Nachhaltigkeit, Sicherheit sowie Kosteneffizienz“, sagt Josef Andorfer von der voestalpine Stahl GmbH. „Weil die technische Grundlage dafür eine digitale Nachahmung menschlicher Gehirn- und Denkprozesse ist, spricht man in diesem Zusammenhang auch gerne von künstlicher Intelligenz.“

Millionen für die Forschung

Wie sehr der voestalpine-Konzern die intelligente Digitalisierung vom Qualitätsmanagement bis zur Entwicklung smarter Produkte vorantreibt, lässt sich nicht nur daran ablesen, dass Andorfer Teil eines Netzwerkes hauseigener KI-Experten ist. Sondern auch an der Summe von 153 Mio. Euro, die voestalpine allein im vergangenen Geschäftsjahr in die Forschung und Entwicklung investiert hat. Mit dem Erfolg, dass die riesigen Datenmengen, die Kameras und Sensoren liefern, immer besser nutzbar und steuerbar werden – egal, ob die Datenquellen optischer, akustischer oder magnetischer Natur sind bzw. von Temperaturfühlern oder Radargeräten stammen.

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Hochofen mit IQ

„Smarte Technologien bieten zahlreiche Chancen für die Industrie und stellen einen wesentlichen Faktor für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit unseres Konzerns dar“, erklärt Herbert Eibensteiner, Vorstandsvorsitzender der voestalpine AG, und betont:

„Voraussetzung dafür sind top geschulte Mitarbeiter, die diese Systeme programmieren, bedienen und überwachen.“

In Linz stützt sich die Qualitätsprüfung von anspruchsvollstem Stahlband bereits ebenso auf künstliche Intelligenz wie die Zinkschichtdicken-Vorsteuerung an der Feuerverzinkungsanlage 5. Ein selbstlernendes System zur optischen Korngrößenbestimmung ist im Linzer Stahlwerk und an den voestalpine-Hochöfen von Linz und Donawitz genauso im Einsatz wie an der Direktreduktionsanlage im texanischen Corpus Christi.

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Mit scharfen Ohren

Auch die voestalpine Wire Technology vertrauen beispielsweise bereits auf smarte Oberflächenprüfung; in der Drahtproduktion hat darüber hinaus ein Kontrollsystem ein digitales Ohr an der Produktion und schlägt Alarm, wenn akustische Abweichungen von der normalen Geräuschkulisse ein technisches Problem vermuten lassen. Ein großes Potenzial für künstliche Intelligenz findet man auch in der Automatisierung, bei der Robotik, Sensorik sowie bei Assistenzsystemen und Analysewerkzeugen, die auch Vorhersagen treffen können.

Die überwachte Weiche

Auf der Ebene der voestalpine-Produkte gibt es bereits konkrete Beispiele für intelligente Sensorik. Eines davon sind die smarten Weichensysteme der voestalpine Railway Systems, in denen Sensoren für eine Rund-um-die-Uhr-Überwachung sorgen. Gegenwärtig arbeiten die Forscher und Entwickler daran, den IQ der Weiche so zu erhöhen, dass die Weichen einen drohenden Ausfall kommen sehen und zeitgerecht nach Wartung verlangen, um Streckensperren zu verhindern.

Weichendiagnose-2011

 

Christopher Eberl