Grün hat starke Wurzeln: Die Geschichte des Umweltschutzes in der voestalpine 3 Minuten Lesezeit
Innovation

Grün hat starke Wurzeln: Die Geschichte des Umweltschutzes in der voestalpine

Michael Leithinger

Dass die voestalpine heute als internationaler Vorreiter bei Umwelt- und Klimaschutz gilt, kommt nicht von ungefähr – diese führende Position ist das Ergebnis einer langjährigen kontinuierlichen Entwicklung.

In den 1950er-Jahren ist von Umweltschutz noch nicht die Rede, vielmehr stehen Wiederaufbau und Wirtschaftsaufschwung im Fokus der Öffentlichkeit. Die roten Rauchwolken über dem Werk der damaligen VÖEST, die bei Versuchen zum LD-Verfahren entstehen, sind allerdings in den Medien und in der Stadt Linz ein Thema. Die Verantwortlichen bleiben nicht untätig und nehmen 1958 nach mehrjähriger Forschung und Entwicklung die erste Entstaubungsanlage am LD-Stahlwerk 1 in Betrieb. In den folgenden Jahren setzt das Unternehmen immer wieder Maßnahmen, um Emissionen in Luft, Wasser und Boden einzudämmen.

Von einzelnen Maßnahmen zum Programm

1971 wird Umweltschutz im Unternehmen zum Programm: Die Verantwortlichen beschließen einen Zehn-Punkte-Plan, der die Umweltschutzgrundsätze und -ziele vereint. Von nun an sollen Umweltthemen im Konzern vorrangig behandelt werden. Die Punkte beinhalten u. a. eine strikte Eigenkontrolle aller Betriebsvorgänge, die vordringliche Behandlung von Umweltschutz-Fragen im F&E-Bereich, die Berücksichtigung des Umweltschutzes bei allen Neuinvestitionen sowie die umfassende Aufklärung der Mitarbeiter in Sachen Umwelt. Das Programm ist wegweisend für das Unternehmen.

Die intensiven 1970er und 1980er

In den 1970ern verschlechtert sich die Luftqualität in Linz. Neben den strengen Wintern und der damit verbundenen erhöhten Heiztätigkeit wird die damalige VOEST-ALPINE als Hauptverursacher der Luftverschmutzung ausgemacht. Darüber hinaus steigt das Umweltbewusstsein in der Gesellschaft – die Auswirkungen der Industrie auf die Umwelt rücken immer mehr in den Fokus. Die öffentliche Diskussion über die Emissionen des Linzer Werks wird in den frühen 1980ern immer emotionaler, dazu kommt 1985 die große Krise des Unternehmens. 1986 erfolgt schließlich der Neubeginn: Die VOEST-ALPINE wird restrukturiert und 1987 einigt man sich mit den Linzer Behörden auf ein Investitionsprogramm zur drastischen Schadstoffsenkung.

Offenheit und Transparenz

Ein „Grünes Telefon“, das 1986 am Standort installiert wurde, verbessert die Kommunikation mit der Bevölkerung. 1987 veröffentlicht das Unternehmen die erste Umweltbroschüre und seit 1988 macht es sämtliche Emissionsdaten öffentlich zugänglich. 1991 erscheint schließlich der erste Umweltbericht. Die Verantwortlichen haben früher als so manche andere Stahlhersteller erkannt, dass nur eine offene und transparente Umweltschutzpolitik zum Erfolg führt.

Auf dem Weg zum Vorreiter

Das große Investitionsprogramm von 1987 greift: Die Schwefeldioxid-, Staub-, und Stickoxid-Emissionen können in den folgenden Jahren massiv gesenkt werden, mit positiven Auswirkungen auf die Luftqualität im Linzer Raum. 1990 wird das LD-Stahlwerk 2 stillgelegt, das LD-Stahlwerk 3 gilt als eines der modernsten und umweltfreundlichsten der Welt. Auch an den anderen Anlagen der integrierten Hütte Linz wird im großen Stil investiert. Die Technologien für die Umweltmaßnahmen werden oftmals selbst entwickelt und gehen über den Stand der Technik hinaus – die MEROS-Anlage oder die DeNOx-Anlage beim Sinterprozess sind hierfür nur zwei Beispiele unter vielen. Ein weiterer Meilenstein für das Unternehmen beginnt mit der Einführung der Umweltmanagementsysteme im Jahre 1998.

Vom Umwelt- zum Klimaschutz

Egal ob Emissionen, Abfall- und Kreislaufwirtschaft oder Ressourcen- und Energieeffizienz, Umweltschutz wird in der voestalpine fortan bereichs- und prozessübergreifend betrachtet. UVP-Verfahren (Umweltverträglichkeitsprüfungen) ermöglichen die weiteren Ausbauschritte im Linzer Werk. Auch andere große voestalpine-Standorte wie Leoben und Kapfenberg in der Steiermark oder Hagfors in Schweden machen sich beim Thema Umweltschutz in ihrer jeweiligen Region einen Namen. Heute gilt die voestalpine als Vorreiter in Umweltfragen und ergreift auch beim Thema Klimaschutz – Stichwort CO2-Reduktion bzw. Dekarbonisierung der Stahlproduktion – die Initiative, wie beispielsweise das Projekt H2FUTURE eindrucksvoll zeigt.

Hier finden Sie die Höhepunkte der Geschichte des Umweltschutzes in der voestalpine im Zeitraffer.