Permanente Prozessüberwachung – Digitalisierung für die Schmiedelinie der voestalpine BÖHLER Edelstahl GmbH & Co KG 2 Minuten Lesezeit
Innovation

Permanente Prozessüberwachung – Digitalisierung für die Schmiedelinie der voestalpine BÖHLER Edelstahl GmbH & Co KG

Viktoria Steininger
Redaktionell verantwortlich für die Themen am Blog, recherchiert und schreibt Viktoria Steininger auch selbst und gibt mit Geschichten Einblicke in den voestalpine-Konzern.

Die Großinvestition in eine neue Schnellschmiedepresse für Stabstahl, die 2018 bei voestalpine BÖHLER Edelstahl GmbH & Co KG in Betrieb geht, wird eine Weiterentwicklung in Richtung Digitalisierung für die ganze Schmiedelinie bringen. Ziel ist die permanente Erfassung und Auswertung von Prozessdaten für jedes Werkstück und jede Anlage.

Auch bisher, erklärt Johann Biela, Leiter der Anlagentechnik für die Schmiedelinie bei voestalpine BÖHLER Edelstahl GmbH & Co KG, war der Automatisierungsgrad hoch: „Speziell die Schmiedelinie RF100 ist heute schon eine komplett verkettete Anlage, vom Zutransport der Werkstücke über das Schmieden bis hin zum Abtransport, sogar mit integrierter Wärmebehandlung.“ Trotzdem wird die aktuelle Großinvestition des Werkzeugstahlherstellers im steirischen Kapfenberg – eine Schnellschmiedepresse mit 44 Meganewton für diese bestehende Schmiedelinie (entsprechend heißt die Presse P44) – zahlreiche Weiterentwicklungen in Richtung Digitalisierung enthalten.

Rund um die Uhr

Das reicht von vollautomatisierten Einzelbereichen – wenn etwa die Presse dem übergeordneten System bekanntgibt, wann sie bereit sein wird, um den Materialabruf aus den Öfen und die Leerzeiten zwischen den Schmiedestücken so gering wie möglich zu halten – über voreingestellte Schmiedeprogramme, die automatisch von zwei neuen Schmiedemanipulatoren und der Presse automatisch abgearbeitet werden, bis hin zur Infrastruktur für die Verarbeitung der Prozessdaten, die aktuell auf neue Beine gestellt wird, so der Betriebsleiter der Schmiedelinie, Michael Lohner: „Für die P44 wird es eine komplett neue Anwendung geben. Zwar in Anlehnung an das bestehende System, aber unser Ziel ist die automatische Aufzeichnung und Auswertung aller Prozessdaten, für jedes Schmiedestück und auf jeder Anlage, 24 Stunden am Tag.“

Inbetriebnahme 2018

Grundlage für die Entscheidung, das lange angedachte Projekt umzusetzen, war die Wachstumsstrategie von BÖHLER Edelstahl insbesondere bei Produkten für die Öl- & Gasindustrie sowie die Luftfahrt. „Mit den bestehenden Anlagen und Systemen sind solche Mengensteigerung aber nicht abzudecken“, sagt Projektleiter Biela, „deshalb hat man sich entschlossen ca. 38 Mio. Euro zu investieren. Klarerweise auch mit dem Gedanken, sich technologisch deutlich weiterzuentwickeln.“ Noch wird am umfangreichen Fundament für die Presse gebaut. Die notwendige Hallenerweiterung ist jedoch bald abgeschlossen und bereits Ende Dezember soll die Montage der ersten Ofenanlagen in Angriff genommen werden. Die komplette Inbetriebnahme der gesamten Fertigungslinie wird aller Voraussicht nach im Oktober 2018 erfolgen.

 

 

Viktoria Steininger