Nicht nur heiße Luft 3 Minuten Lesezeit
Innovation

Nicht nur heiße Luft

Volkmar Held

Die Luftreinhaltung zählt zu den Schwerpunkten des Umweltschutzes bei voestalpine. Rund um die Produktionsanlagen werden weltweit Maßnahmen wie die Minimierung von Gasemissionen, das Ausfiltern von Staub und die effektive Dämpfung von Anlagengeräuschen gesetzt.

Bereits vor 60 Jahren wurde die erste Entstaubungsanlage am Linzer LD-Stahlwerk in Betrieb genommen: Eine frühe Reaktion auf sichtbare Emissionen und Bürgerproteste. Seitdem hat sich bei der voestalpine in Sachen Klimaschutz und Bewahrung der Umwelt vieles entwickelt, im Denken wie im Handeln. Weltweit setzt der Konzern heute auch darin Maßstäbe innerhalb seiner Branche. Die Luftreinhaltung bildet dabei einen essentiellen Bestandteil des betrieblichen Umweltschutzes. Die voestalpine investiert laufend in moderne Filteranlagen sowie die Modernisierung und Wartung der Anlagen an den Standorten.

Vorreiter Standort Linz

Zahlreiche Maßnahmen und Best-Practice-Beispiele in Sachen Luftreinhaltung findet man natürlich am größten Produktionsstandort des Konzerns, in der Steel Division in Linz.

Die Kokerei der voestalpine Stahl GmbH baut etwa u. a. auf die Standzeitverlängerung der Koksbatterien. Dank des vertieften Umweltbewusstseins des Teams und guter Wartung produzieren die Linzer Batterien bis zu 50 Jahre ununterbrochen – im Gegensatz zu branchenüblichen drei Jahrzehnten. Zusätzlich sorgen moderne Koksüberleitmaschinen für eine emissionsfreie Abfüllung des Kokses in die Löschwagen.

"Die Kokerei ist eine der relevantesten Anlagen in Sachen Umweltschutz. Die Behörden haben uns wiederholt bestätigt, dass wir alle Auflagen und Grenzwerte einhalten bzw. teilweise sogar unterschreiten. Darauf sind wir ebenso stolz wie auf die Umweltschutzleistungen am Sinterband."
Johann Prammer, Leiter Strategisches Umweltmanagement voestalpine AG und Umweltverantwortlicher der Steel Division.

Weiters verlangen die Sinteranlagen in Sachen Stauberzeugung eine besondere Beachtung. Schließlich wird hier mit einer „Backmischung“ aus Feinerz, Hüttenkreislaufstoffen und Zuschlägen die Rohstoffversorgung der Hochöfen gesichert. Mit der Anlage zur Reduzierung von Emissionen („MEROS“) hat die voestalpine vor gut 10 Jahren eine Pioniertechnologie in Betrieb genommen. Der Prozessverantwortliche der Sinteranlage, Bernhard Putz, kann feststellen: „Hinsichtlich der Emissionswerte können wir auf Beschwerdefreiheit verweisen, egal, ob man auf Förderwege, Transport oder Aufbereitung schaut.“

Saubere Luft in Donawitz

Auf langfristig greifende Maßnahmen setzt man auch bei der voestalpine Stahl Donawitz GmbH. In den vergangenen 20 Jahren konnte das voestalpine-Unternehmen seine Staubemissionen um ca. 80 % senken – und das bei steigenden Produktionszahlen. Zu den Maßnahmen gehört die Investition in die Abluftreinigung im Stahlwerk, die Errichtung einer zweiten Entstaubungsanlage bei der Sinteranlage sowie die neue Gießhallenentstaubung bei den Hochöfen. Seit 2014 werden zudem in Donawitz Besprühungsanlagen eingesetzt. Sie binden beispielsweise beim Rohstofftransport, an Entladestellen und im Freilager diffuse Stäube und sorgen so mit für saubere Luft an diesem Standort der Metal Engineering Division.

„Entstaubung“ als ein zentrales Thema in der High Performance Metals Division

Auch modernste Stahlwerke können nicht ohne Begleiterscheinungen wie Wärmeabgabe, Geräusch- und Feinstaubemission produzieren. Um deren Einwirkung auf Mitarbeiter, Anwohner und Umwelt so gering wie möglich zu halten, investiert(e) die High Performance Metals Division der voestalpine im Zeitraum 2010 bis 2020 ungefähr 100 Mio. Euro. Investitionen der High Performance Metals Division sorgten an den vier Edelstahl-Standorten in den vergangenen Jahren für reinere Luft:

  • Hagfors (Uddeholms AB): die Erhöhung der stündlichen Absaugleistung von 220.000 Nm³ auf 1.000.000 Nm³ half mit, die jährliche Staubbelastung von 15 t auf weniger als 400 kg zu senken.
  • In Wetzlar, bei Buderus Edelstahl, war die Verfünffachung der Absaugleistung auf ca. 2,4 Mio. Nm³/h eine wichtige Grundlage für die Minimierung der Staubbelastung um 20 %.
  • Das Stahlwerk in Sumaré (Villares Metals) erweiterte seine Sekundärentstaubung um 280.000 Nm³/h.
  • Für das neue Edelstahlwerk in Kapfenberg ist ein Entstaubungsvolumen von 3,8 Mio. Nm³/h vorgesehen.
Standort voestalpine in Donawitz

voestalpine-Standort in Donawitz