Neues Analysesystem für Schmelzrückstand 2 Minuten Lesezeit
Innovation

Neues Analysesystem für Schmelzrückstand

Viktoria Steininger
Redaktionell verantwortlich für die Themen am Blog, recherchiert und schreibt Viktoria Steininger auch selbst und gibt mit Geschichten Einblicke in den voestalpine-Konzern.

Ein neues System beschleunigt die Analyse des prozesstechnisch wichtigen Schmelzrückstands und erhöht die Sicherheit der Mitarbeiter.

PRISM Tabs

Die neue LIBS-Messmethode kann die noch glühenden Tabs sofort vor Ort analysieren.

Der Schmelzrückstand in der Pfanne ist prozesstechnisch für die Sekundärmetallurgie sehr wichtig. Bis jetzt mussten Proben aus der heißen Schmelze von Mitarbeitern händisch entnommen werden. Diese Probe wurde ins Prüflabor geschickt, wo sie gemahlen und gepresst wurde. Danach konnte sie erst per RFA analysiert werden.

Mit dem neuen Analysesystem können nun Proben aus der Schmelze per Knopfdruck entnommen werden. Diese Proben erstarren dann in Form eines Tabs, das vor Ort noch im heißen Zustand analysiert werden kann.

Vorteile des neuen Analysesystems:

  • Schneller: Das Analysesystem ist um bis zu zehnmal schneller. Somit ist noch Zeit, um im Prozess direkt zu reagieren. Es ist auch weniger Aufwand im Labor nötig, da bereits an der Anlage direkt analysiert wird.
  • Sicherer: Die Sicherheit der Mitarbeiter an der Anlage wird deutlich erhöht, da die Proben nicht mehr händisch entnommen werden müssen.

 

LIBS Messsystem

Das System basiert auf der LIBS-Methode (Laser induced breakdown spectroscopy), bei der ein Laserstrahl die Oberfläche der Probe zu Plasma ionisiert und dann die Spektrallinien dieses heißen Gases analysiert. Diese Methode wird in anderen Bereichen wie in der Kriminalistik oder in Museen seit langem angewendet, um beispielsweise die Echtheit von Kunstwerken zu prüfen. Die große Herausforderung bei der Anwendung der LIBS-Methode liegt an den erschwerten Bedingungen, die in einem Stahlwerk vorherrschen: Temperaturschwankungen, starke elektromagnetische Felder und mechanische Schwingungen machen den Einsatz von LIBS schwierig.

Es wurde nun ein Prototyp entwickelt, dem diese Umwelteinflüsse nichts anhaben können. Vier Jahre lang hat das Forscherteam der voestalpine Steel Division, gemeinsam mit der Abteilung Schmelzmetallurgie und dem CD-Labor für laserassistierte Diagnostik an der Johannes Kepler Universität in Linz (JKU), daran gearbeitet. In ein bis zwei Jahren soll das System implementiert sein.

Viktoria Steininger