Neue Wege in der Brammenbearbeitung 2 Minuten Lesezeit
Innovation

Neue Wege in der Brammenbearbeitung

Viktoria Steininger
Holds editorial responsibility for blog topics, is researching and writing articles. Her stories give insights into the world of the voestalpine Group.

In der Brammenverarbeitung der Steel Division in Linz werden digitale, innovative Technologien eingesetzt. Heuristische Modelle berechnen etwa optimale Transportabläufe und dank GPS-Technologie ist die einfache Ortung von Brammen sichergestellt.

Forschungsprojekt zur Automatisierung der Stapelung und Sortierung

In der Heißablage der Stranggussanlagen am Standort Linz wird erstmalig ein System getestet, das die Stapelung, die Sortierung und den Transport von Brammen vollautomatisch steuert. Die Kräne erhalten Anweisung, wie und wo sie die Brammen ablegen sollen, um die Logistik so einfach und effizient wie möglich zu machen. Bei diesem Projekt, das gemeinsam mit weiteren Industrie- und Forschungspartnern unter der Federführung der FH Hagenberg gestartet wurde, geht es darum, aufgrund der Erhöhung der Stahlwerksproduktion intelligente, vorausschauende Stapelstrategien zu entwerfen, um den Verbrauch an Platz und Fahrzeugen so gering wie möglich zu halten.

Bisher steuern Mitarbeiter den logistischen Prozess. Sie wissen durch Schulungen und Erfahrung, wie Brammen gestapelt und zu sinnvollen Transportabfolgen zusammengefasst werden sollen. Bisherige Versuche, den Stapelungs- und Auslagerungsprozess durch Anwendung von vorgegebenen, fixen Regeln zu unterstützen, scheiterten an der Komplexität der Aufgabe. In diesem Forschungsprojekt wurde erstmals ein vollautomatischer Ansatz dafür entwickelt. Erste Tests waren vielversprechend, nun folgen Langzeitversuche.

GPS-Technologie in der Brammenlagerung

Rund 8.500 Brammen liegen verteilt auf über 2.000 Stapeln auf den Freilagern der voestalpine am Standort Linz. Intelligente Logistiksysteme sind hier essentiell, um eine funktionierende, nachgelagerte Prozesskette zu gewährleisten. Denn Verwechslungen von Brammen könnten fatale Schäden in der Weiterverarbeitung, wie etwa im Walzwerk, verursachen. Daher setzt man im Bereich der Brammenlagerung in der Steel Division schon seit den Anfängen der Automatisierung auf GPS-Technologie. Bei jedem Stellplatz sind GPS-Koordinaten hinterlegt und die Portalhubwagen sind mit einem GPS-Gerät ausgestattet. Durch Abgleich der beiden Koordinaten wird sichergestellt, dass sich der Transportwagen auch am richtigen Stapel befindet und zu einem hochqualitativen Endprodukt weiterverarbeitet werden kann.

Viktoria Steininger