Nachhaltigkeit mit voller Pressenkraft 3 Minuten Lesezeit
Innovation

Nachhaltigkeit mit voller Pressenkraft

Volkmar Held

Mehr Prozesspower für die nachhaltige Produktion von Automobilkomponenten bietet die neue Transferpresse bei voestalpine Automotive Components Schmölln. Sie kann festere Stähle für leichtere Automobile verarbeiten und organisiert ihre Kräfte umweltschonend.

Bei 1.000 Tonnen Eigengewicht scheint die neue Transferpresse der voestalpine Automotive Components Schmölln wenig mit dem Thema Leichtbau zu verbinden. Doch ihre zusätzlichen 500 t Presskraft verbessert die Verarbeitungsmöglichkeit für hochfeste Stähle.

YouTube

By loading the video, you agree to YouTube's privacy policy.
Learn more

Load video

Hohe Presskraft stärkt voestalpine-Leichtbau

Hochfeste Stähle spielen eine zunehmende Rolle im automobilen Leichtbau, verstärkt auch in der E-Mobilität. Denn festere Stähle erlauben bei gleichem oder sogar besserem Stabilitäts- und Crashverhalten den Einsatz dünnerer und damit leichterer Komponenten. Eine Gewichtsreduktion von 100 kg, so die Studie “Die Rolle von Stahl in der Elektromobilität” vom Handelsblatt Research Institute in Auftrag von voestalpine, senkt den CO2-Ausstoß eines herkömmlichen Verbrenner-Fahrzeugs um 6 bis 10 g je Fahrkilometer. So kann mit der höheren Leistung der Presse bei voestalpine Automotive Components Schmölln aktiv eine Emissionsreduktion von Treibhausgasen erzielt werden.

Presse_2

Gewaltige Presse – gewaltig nachhaltig

voestalpine Automotive Components Schmölln verfügt mit der neuen 3.000-t-Presse über echte, nachhaltige Bearbeitungspower. Die eingesetzte Servopressen-Technik erlaubt ihren besonders ressourcenschonenden Betrieb.

"Dank intelligenter Konstruktion und Steuerung verbraucht die neue Anlage im Verhältnis zur Ausbringleistung im Wesentlichen nicht mehr Energie als konventionelle Stanzautomaten."
Ralf Gschweng, Leiter der internationalen Investitions- und Anlagenplanung der voestalpine Automotive Components Dettingen GmbH & Co. KG.

„Entscheidend für die geringere Energieaufnahme ist der Freiheitsgrad bei der Bewegungsführung des Stößels, die sogenannte Stößelkinematik. Sie ist im Rahmen der technologischen Möglichkeit frei programmierbar und erlaubt unter anderem die Optimierung des Durchsatzes bei gleichzeitiger Steigerung der Energieeffizienz“, erläutert Ralf Gschweng Details.

Presse_3

Ressourcensparende Anlage

Der neue Pressen-Gigant verfügt über eine Vielzahl weiterer Features, die ihn ressourcensparender machen:

  • Stand-by- und Pausenschaltungen nicht benötigter Anlagenteile
  • Energiemanagement zur Glättung von Lastspitzen über die interne Speicherung von Energie durch rotatorische Speichermedien (Motoren)
  • weniger verlustbehaftete Elemente (Kupplungen, keine Link-Drive-Mechanismen, Schwungräder etc.)
  • minimalschmierende Bandbeölungsanlage, die nur an benötigten Stellen einen dünnen Ölfilm aufträgt

Serientätigkeit ab 2020

Anfang 2020 nimmt die neue Presse bei voestalpine Automotive Components Schmölln ihre Serientätigkeit auf. Sie soll dann im Realbetrieb teilespezifisch mehr als 15 % Energie im Vergleich zu herkömmlichen Pressen einsparen. Noch dazu kann mit der eingesetzten Minimalmengenschmierung je nach Bauteil die benötigte Ölmenge um bis zu 20 % reduziert werden. Und nicht zuletzt zeigt sich dieser Koloss auch vom Raumbedarf her als ein echter Spar-Meister: Fast ein Drittel weniger Anlagenfläche benötigt er im Vergleich zur konventionellen Ausführung. Das ist schwergewichtiger Ressourcenschutz!

Presse_1

Nachhaltigkeit mit Gewicht: Die neue Transferpresse bei voestalpine Automotive Components Schmölln GmbH & Co. KG