Nachhaltigkeit im Forschungs-Fokus 3 Minuten Lesezeit
Innovation

Nachhaltigkeit im Forschungs-Fokus

Volkmar Held

Von der Reststoff-Verwertung bis zur verlängerten Einsatzdauer von Produkten: Nachhaltigkeit gehört bei der voestalpine zu den Resultaten der konzernweiten Forschung und Entwicklung.

Die Optimierung von Produkten und Produktionsprozessen gehört zu den wichtigsten Agenden von Forschung und Entwicklung, kurz F&E. Ein wesentlicher Faktor ist dabei die Berücksichtigung der Nachhaltigkeits-Aspekte.

F&E für die Nachhaltigkeit

Mit einem Rekord-Forschungsbudget von 172,5 Mio. Euro im laufenden Geschäftsjahr 2018/19 zeigt der Technologiekonzern voestalpine, dass er F&E einen hohen Stellenwert beimisst. Ein Engagement, das sich für die Nachhaltigkeit von Prozessen und Produktion auszahlt.

„Der hohe Einsatz für Forschung und Entwicklung bedeutet für die voestalpine auch Investition in die Nachhaltigkeit unserer Prozesse und Produkte. Damit werden wir höchsten Ansprüchen an die unternehmerische Verantwortung gerecht.“

voestalpine-Forschungschef Franz Androsch

Dass die voestalpine in ihrer Branche auch die Benchmark bei Energieeffizienz und Umweltverträglichkeit darstellt, ist eines der Resultate dieser F&E-Tätigkeit. Bei Prozessentwicklungen stehen Themen wie Energie‑ und Ressourceneffizienz, CO2-Verringerung, Reststoffrecycling sowie die stetige Qualitätssteigerung im Vordergrund.

Beispielhafte Forschungsvorhaben

Hier finden Sie  ausgewählte Forschungs- und Entwicklungsprojekte der letzten Jahre, in denen Nachhaltigkeits-Aspekte einen besonderen Stellenwert besitzen:

Neues Prozesskonzept „SuSteel“

Das gemeinsame Forschungsvorhaben namens „SuSteel“ von Montan-Universität Leoben, Kompetenzzentrum K1-MET und voestalpine  arbeitet an einem Direktreduktionsprozess, der mithilfe von H2-Plasma Eisenoxide (Erze) direkt zu Stahl transformiert. „SuSteel“ ist damit ein weiteres Projekt auf dem Weg der Ablösung des Reduktionsmittels Kohlenstoff durch Wasserstoff mit dem Ziel einer drastischen Verminderung der prozessbedingten Emission von CO2 bei der Stahlproduktion.

 

Nutzung von Reststoffen

eisenoxid

Eisenoxid aus Beizprozessen: Nachhaltige Weiterverwendung

Am Linzer Standort der voestalpine Stahl GmbH fallen jährlich ca. 120.000 t recycelbare Stäube an. Ihre wertvollen Inhaltsstoffe, z. B. Eisen und Zink, verwertbar zu machen steht im Zentrum des Projektes der Partner Montan-Universität Leoben, K1-MET und voestalpine. Auf dem Weg zu einer Versuchsanlage im industriellen Maßstab soll der Flash-Reaktor seine Einsatzfähigkeit für die Wiedereinschleusung stahlmetallurgischer Produktionsstäube unter Beweis stellen.

Auch Salzsäure, die in Beizprozessen Einsatz gefunden hat, kann regeneriert werden. Ein F&E-Projekt der voestalpine Stahl GmbH ermöglicht die Wiedergewinnung von dabei anfallendem hochreinem Eisenoxid. Mit ca. 23.000 t jährlichem Lieferumfang an die Elektronikindustrie weltweit ist das Unternehmen Europas größter Produzent dieses Ausgangsstoffes für die Produktion von Ferritkernen.

 

 

 

Erhöhte Produktlebensdauer

schienen donawitz

Schienen aus Donawitz: Nachhaltigkeit mit verdoppelter Liegedauer.

Die Familie der 400 UHC® HSH® Schienenstähle ist eine neue Produktgeneration aus der F&E der voestalpine Schienen GmbH. Im Vergleich zur wärmebehandelten Güte 350HT wurde der Widerstand gegen Verschleiß, Schlupfwellenbildung und Rollkontaktermüdung um 100 % erhöht. Dadurch wird der Schieneninstandhaltungsaufwand halbiert und die Schienenliegedauer verdoppelt: Die Lebenszykluskosten (LCC) verringern sich signifikant.

 

 

 

Umweltschonende Produktion

forschung entwicklung voestalpine

Passivierung von Bandstahl: Nachhaltig ohne Chrom

Für den Korrosionsschutz können Stahlprodukte, z. B. Bandstahl, passiviert werden. In einem mehrjährigen F&E-Projekt gelang es einem Team der voestalpine Stahl GmbH gemeinsam mit Produzenten, eine neue Verbindung für diese Passivierung zu entwickeln. Sie verzichtet komplett auf Chrom und unterstützt damit den Nachhaltigkeitsgedanken in zweierlei Hinsicht: Einerseits durch die Verlängerung der Lebensdauer passivierter Stahlbleche, und andererseits durch die Vermeidung des Einsatzes gesundheitsschädigenden Chroms.