Metal Forming Division: Es lebe der Loop 2 Minuten Lesezeit
Innovation

Metal Forming Division: Es lebe der Loop

Christopher Eberl
Christopher Eberl ist redaktionell verantwortlich für die Themen am Blog sowie für die Lehrlingswebsite. Mit seinen Geschichten gewährt er tiefe Einblicke in die vielfältige Welt des voestalpine-Konzerns.

Vollständig durchgängige und verlinkte Prozessabläufe sind das Ziel der Metal Forming Division. Closed-Loop-Systeme mit lernfähigen Algorithmen sind das Mittel der Wahl.

„Wir setzen auf Machine Learning und Algorithmen, um unsere Produktions- und Geschäftsprozesse zu automatisieren“, klärt Digitalisierungskoordinator Karl Radlmayr über den Stellenwert von künstlicher Intelligenz in der Metal Forming Division auf. Für den nächsten Schritt haben Radlmayr und Co die Rollformlinien der Division im Auge. Das auch als Walzprofilieren bekannte Rollformen ist eine der gängigsten Blechumformungs-Techniken – und dank technischer Weiterentwicklung auch sehr leistungsfähig. „Inzwischen können wir ziemlich komplexe Bauteile per Rollform-Verfahren realisieren“, sagt Florian Mayer, der die Forschung und Entwicklung der voestalpine Krems leitet.

Anspruchsvolles für Auto & Aero

Der Fortschritt hat das Interesse der Auto- und Luftfahrtindustrie geweckt, die aus naheliegendem Grund – Sicherheit! – für hohe Ansprüche bekannt ist. Kunden aus diesen Branchen erwarten die exakte Einhaltung ihrer Vorgaben, weiß Mayer:

„Für uns in der Metal Forming Division kommt es daher besonders auf Genauigkeit und frühzeitige Fehlererkennung an.“

Ein kritischer Faktor ist die hohe Fertigungsgeschwindigkeit der Rollformanlagen, die bis zu 120 Meter Blech pro Minute bearbeiten können. Je später ein etwaiger Fehler entdeckt wird, desto mehr Material und Zeit gehen verloren.

Selbstoptimierende Produktion

Dem wollen die Metallumformer mit sogenannten Closed-Loop-Systemen entgegen wirken. „Das sind Maschinen, die ihre eigenen Produkte prüfen, mit den Vorgaben abgleichen und ihre Produktionsschritte dann selbstständig korrigieren, ja sogar optimieren“, erklärt der Digitalisierungsverantwortliche Radlmayr. Nicht nur er verspricht sich davon eine deutliche Effizienzsteigerung und einen enormen Produktivitätsschub.

Florian Mayer kennt die Lösung: Leistungsstarke Sensoren und Aktuatoren, die einen Steuerungsbefehl in physikalische Aktion übersetzen, plus digitale Kontrolle und künstliche Intelligenz. Im Idealfall ergibt diese Kombination eine selbstoptimierende Produktionseinheit.

Digitale Prozessbilder

Genau daran arbeitet die Metal Forming Division dieser Tage. Einer der Beteiligten ist Werner Suppan, der in der Business Unit Tubes & Sections die Verantwortung für Forschung und Entwicklung trägt: „Um auf aktuellstem Stand der Wissenschaft zu sein, greifen wir in der Planung und Umsetzung  auf die Expertise des Austrian Institute of Technology zurück, das auf Automatisierung spezialisiert ist.“

In Zusammenarbeit mit dem wissenschaftlichen Partner entsteht gerade ein digitales Abbild aller Einzelprozesse, die in einer Rollformanlage ablaufen: Stanzen, Profilieren und Schweißen.

Viermal genauer

Werner Suppan dazu: „Das Ziel des digitalisierten Rollformens besteht darin, die bisherige Prozessüberwachung wie die nachträgliche Maßkontrolle durch eine automatische Inline- Vermessung zu ersetzen, um den Übergang von der Prozessüberwachung zur digitalen Prozessbeeinflussung zu ermöglichen.“

Wird dieses Ziel erreicht, winkt eine bis zu viermal höhere Produktionsgenauigkeit. Dazu bedarf es allerdings einer einsatzstabilen Sensortechnik, nach der sich die Metal Forming Division gerade umsieht.

Christopher Eberl