Metal Engineering: Weichenstellung für künstliche Intelligenz 2 Minuten Lesezeit
Bahn

Metal Engineering: Weichenstellung für künstliche Intelligenz

Christopher Eberl
Christopher Eberl ist redaktionell verantwortlich für die Themen am Blog sowie für die Lehrlingswebsite. Mit seinen Geschichten gewährt er tiefe Einblicke in die vielfältige Welt des voestalpine-Konzerns.

In Weichen und Walzstraßen kommt künstliche Intelligenz mit fast allen Sinnen zum Einsatz. Es ist noch gar nicht lange her, dass nur die wenigsten einer Weiche so etwas wie Intelligenz zugebilligt hätten. Doch dank Digitalisierung, künstlicher Intelligenz und dem Entwicklungssprung der Sensorik haben die Steuerungsvorrichtungen für Gleisanlagen einigen IQ entwickelt.

Nicht ganz unbeteiligt daran sind die voestalpine Railway Systems: In den intelligenten Weichensysteme der Metal Engineering-Tochter sind an den verschiedensten Stellen digitale Sensoren verbaut, die rund um die Uhr Aufschluss über die Funktionstüchtigkeit der Weichen geben.

Datensammlung am Gleis

Für die nächste Weichengeneration haben sich die Ingenieure der voestalpine Railway Systems Großes vorgenommen: Die Sensorik soll die Innenwelt der Weiche erobern und mit Hilfe von künstlicher Intelligenz Informationen mit gesteigerter Aussagekraft liefern. Die Weiche würde so zur lokalen Cloud, die via Edge Computing mit hoher Treffsicherheit drohende Weichenausfälle und Streckensperren prognostizieren und zeitgerechte Wartung anfordern könnte. Genau daran forschen die voestalpine-Experten gerade – und sammeln schon seit Monaten an zwei Testweichen alle erdenklichen Daten. Wie etwa zur Witterung, zur Qualität des Schotterbetts, der Schwelleneinsenkung und der laufenden Verformung der Weiche durch Schall. Künstliche Intelligenz ist dann jene Instanz, bei der alles zusammenläuft: Sie wertet die Daten aus, filtert Unregelmäßigkeiten heraus und wirft Prognosen für die einwandfreie Funktion des jeweiligen Weichensystems aus.

Die Funktionsweise intelligenter Weichen grafisch veranschaulicht.

Digitale Augen und Ohren

Was künstliche Intelligenz betrifft, ist auch die voestalpine Wire Technology mit Sitz in der Steiermark auf Draht. Der Generalist für innovative Drahtlösungen arbeitete gleichzeitig an mehreren Projekten zur Prozessoptimierung seiner Produktion. In einem davon sorgen die von einer Zeilenkamera aufgenommenen Lichtimpulse für eine detaillierte Darstellung der Walzdrahtoberfläche. Ein smartes System beurteilt anhand der Bilder zuverlässig, ob die Qualität den strengen Vorgaben entspricht – oder macht das Team am Leitstand in Echtzeit auf die Abweichung aufmerksam. Eine andere Kontrolleinheit im Drahtwalzwerk arbeitet hingegen mit akustischen statt visuellen Mitteln: Künstliche Intelligenz wird sofort hellhörig, wenn eine Abweichung von der gewohnten Geräuschkulisse der Walzstraße auf ein technische Problem hindeutet.

Christopher Eberl