LCA – der Stahlkreislauf 3 Minuten Lesezeit
Innovation

LCA – der Stahlkreislauf

Volkmar Held

„Stahl wird nie verbraucht“ ist ein Kernsatz des Life Cycle Assessment (LCA), der Lebenszyklusbetrachtung von Produkten und Werkstoffen.

Für Stahl ist die Annäherung an die Unendlichkeit sinnvoll und erstrebenswert: Der Werkstoff kann durch seine Multi-Recyclingfähigkeit immer wieder in den Materialkreislauf zurückgeführt werden.

Vorteil der Unendlichkeit.

"Stahl wird immer wieder zu neuen Stahlprodukten recycelt. Eine Lebenszyklusbetrachtung verdeutlicht seine klaren Vorteile im Vergleich zu anderen Werkstoffen."
Stefan Schuster, Experte Umwelt, Verfahrens- und Prozesstechnik

Stahlprodukte sind langlebig, können wiederverwendet und repariert und damit die Lebensdauer weiter verlängert werden. Am Ende der Gebrauchsphase wird der Kreislauf durch Recycling geschlossen. Stahl erfüllt somit alle Anforderungen, die in einer zukünftigen Kreislaufwirtschaft („Circular Economy“) an moderne Werkstoffe gestellt werden.

Der Lebenszyklus von Stahl (Quelle: worldsteel)

Der Lebenszyklus von Stahl (Quelle: worldsteel)

LCA offenbart Umweltpotenziale

 

Eine Lebenszyklusbetrachtung (LCA) zeigt zum Beispiel auf, dass das Treibhauspotenzial bei der Produktion von konkurrierenden Werkstoffen deutlich höher ist als bei Stahl. Ganzheitlich betrachtet können andere Werkstoffe diese Nachteile auch in der Nutzungsphase nur sehr schwer wettmachen.

Treibhauspotenzial von Werkstoffen (LCA) CO2-Äquivalente

Treibhauspotenzial von Werkstoffen (LCA) CO2-Äquivalente

„Steel Life“

Geschärftes Umweltbewusstsein entlang der gesamten Liefer- und Wertschöpfungskette und verstärkte politische Initiativen und Maßnahmen entfalten auch bei voestalpine-Kunden Wirkung. Es werden daher vermehrt aus dem Marktumfeld die Umwelt(aus)wirkungen der Produkte bzw. Vormaterialien gefordert. Denn in Ökobilanzen fließen auch die Daten verwendeter Werkstoffe ein.

Den Vorteil von Stahl aus voestalpine-Perspektive zu vermitteln, steht im Mittelpunkt des Projektes „Steel Life“, das zunächst mit Fokus Steel Division nun sukzessive auf die anderen Divisionen des voestalpine-Konzerns ausgerollt wird. Neben Lebenszyklusaspekten des Werkstoffs Stahl und der Produkte von voestalpine werden auch Umweltaspekte wie zum Beispiel die hohe Energieeffizienz unterstrichen: In den vergangenen Jahren etwa wurde der Energieaufwand in der Rohstahlproduktion der Steel Division um weitere 15 % verringert. Diese Position wird mit „Steel Life“ klar hervorgehoben.

"Wenn wir einen Wettbewerbsvorteil wie unsere hohe Energieeffizienz an Kunden weitergeben wollen, stehen die Verkäufer vor der Aufgabe, das Umwelt-Plus aufzuzeigen."
Verena Berndt, Strategisches Marketing der Steel Division

„Steel Life“ unterstützt dabei die Vertriebsmitarbeiter der voestalpine in der Argumentation unserer Umwelt- und Lebenszyklusvorteile.

 

Life Cycle Assessment, kurz LCA, ist ein methodisches Werkzeug, um die Umweltauswirkungen von Produkten systematisch zu ermitteln. Dies beinhaltet alle Phasen des Lebenszyklus eines Produktes von der Rohstoffgewinnung über die Produktion und die Nutzungsphase bis zum Lebensende (z. B. Recycling).