High Performance Metals Division: Intelligenz am Werk 3 Minuten Lesezeit
Innovation

High Performance Metals Division: Intelligenz am Werk

Christopher Eberl
Christopher Eberl ist redaktionell verantwortlich für die Themen am Blog sowie für die Lehrlingswebsite. Mit seinen Geschichten gewährt er tiefe Einblicke in die vielfältige Welt des voestalpine-Konzerns.

Die digitale Transformation der High Performance Metals Division ist in vollem Gange – beflügelt von künstlicher Intelligenz (KI) in Produktion, Verkauf und Logistik, Service und Support.

„In der High Performance Metals Division sind künstliche Intelligenz, Automatisierung und neue Technologien schon heute allgegenwärtig“, sagt Michael Eder, Chief Digital Officer der High Performance Metals Division. KI kommt etwa dort zum Einsatz, wo Routinearbeit ersetzt werden kann. Dies passiert in den Vertriebsgesellschaften genauso wie in Produktionsunternehmen.

Freispiel für die Mitarbeiter

So arbeiten die Kollegen der Tochtergesellschaft voestalpine Böhler Edelstahl daran, die Überprüfung und Verarbeitung ihrer Kalibrierzertifikate mittels intelligenter und robotischer Prozessautomatisierung smart zu machen. Das klingt nicht unbedingt spektakulär, erleichtert die Arbeit des Prüfmittelbeauftragten aber ganz gehörig – denn bei 3.000 Messmitteln, die regelmäßig kalibriert werden müssen, geht viel Zeit für die eintönige und wenig produktive Arbeit der Zertifikat-Erfassung auf.

Routinearbeiten solchen Charakters sind auch den Sales-Mitarbeitern der High Performance Metals Division nur allzu vertraut. Für sie ist künstliche Intelligenz ein Königsweg, um sich für jene Aufgaben freizuspielen, die Kreativität und Können verlangen. Den Freiraum dafür schafft etwa eine KI-Anwendung namens AIISA (Artificial Intelligent Inside Sales Assistant), die Offertanfragen automatisch erfasst und gleich so erledigt, dass sich die zuständigen Mitarbeiter nur mehr für die Endkontrolle Zeit nehmen müssen. Die smarte Software vermag sogar die Anhänge von Anfragemails zu lesen und das passende Angebot bzw. den Auftrag in SAP zu erstellen – inklusive korrekter Präzisionsstahl-Wahl und gewünschter 6-Seiten-Bearbeitungsvariante. Dieses Feature kommt nun auch in einem Webshop erstmals zum Einsatz. Kunden können direkt aus ihrem eigenen ERP-System Dokumente in Form einer Excel-Liste oder als pdf hochladen und die gewünschten Produkte einfach in den Warenkorb legen. Somit entfällt die zeitraubende Dateneingabe.

Weiteres Anwendungsbeispiel unter vielen betrifft die Logistik. Mittels „Reinforcement Learning“, die Königsklasse der KI, einer komplexen Methodik für „Machine Learning“ geht es um Planung von Lager- und Materialbedarfsplanung unter Berücksichtigung von Lagerkosten, Sägekosten, und anderen Abhängigkeiten. Dort wo es komplex wird, ist die KI „zu Hause“. Das ist auch in der HPM Division so.

Neues Datenzeitalter

Ein großes und zentrales Programm der Division im Zusammenhang mit Digitalisierung und entsprechender Prozessverbesserungen ist das sogenannte DNA (Data New Age)-Programm. Seit 2019 arbeitet die Division bei den voestalpine BÖHLER Betrieben sowie bei Uddeholm in Schweden an einer übergeordneten Struktur für ihre vielen verschiedenen Datenpools. Aktuell entsteht ein Data Lake für riesige Datenmengen aus unterschiedlichen Quellen wie SAP, Fotos, Videos und Sensoren. Daraus abgeleitet arbeiten eingespielte Teams aus Daten-Analysten und Fachexperten aus verschiedenen Bereichen wie Produktion, Technologie und F&E daran, unter anderem Anlagen optimal zu nutzen und möglichst hohe Material-Ausbringung zu generieren, sowie möglichst effizient und nachhaltig zu produzieren.

Teilnehmer FH DAQP

Menschen vernetzt

Diejenigen, die mit KI und anderen Digitalisierungsthemen arbeiten, sind im Rahmen der Digital Community miteinander vernetzt. Unterstützt von der Digital Academy der Division treiben diese „Digital Ambassadors“ die Digitalisierung und die entsprechende Transformation voran. Sie sind für andere Anlaufstelle bei derartigen Themenstellungen.

 

Christopher Eberl