Digitalisierung Gesenkschmiede Buderus 3 Minuten Lesezeit
Innovation

Digitalisierung Gesenkschmiede Buderus

Viktoria Steininger
Holds editorial responsibility for blog topics, is researching and writing articles. Her stories give insights into the world of the voestalpine Group.

Ohne Fleiß, keine Digitalisierung / Robotics in der Gesenkschmiede der BUDERUS Edelstahl GmbH

Automatisierung und Digitalisierung sind nicht etwas, das man einmal macht und dann läuft‘s. Ohne permanentem Lernen an den Prozessen ist Digitalisierung nicht denkbar, weiß man bei der BUDERUS Edelstahl GmbH im deutschen Wetzlar.

„Zum Einen bringt Digitalisierung natürlich eine Effizienzsteigerung“, sagt Martin Dietze, Geschäftsführer bei der BUDERUS Edelstahl über seinen Verantwortungsbereich, die Gesenkschmiede, wo vor allem Teile für die LKW-Industrie aber auch für Öl & Gas und Maschinenbau gefertigt werden, „zum Anderen ist unsere Erfahrung, dass durch das Schmieden mit Robotern die Qualität der Produkte besser wird. Sie sind extrem konstant und zuverlässig, wodurch aber nicht nur die Genauigkeit der Teile steigt, sondern insgesamt die Stabilität der Prozesse zunimmt.“ Aber, so Dietze, den Weg, bis man solch stabile Prozesse erreicht, dürfe man natürlich nicht unterschätzen.

"Wir kaufen keine fertigen Lösungen. Wir kaufen Roboter und auch mal eine Programmierstunde dazu, aber alles andere ist unser eigenes Know-how. Das ist letztendlich was unsere Fertigungskompetenz und den Mehrwert für unseren Kunden ausmacht."
Martin Dietze
Die Gesenkschmiede ist keine elektronikfreundliche Umgebung. Messtechnik ist dort durch Schmiermittel, Zunder, Hitze und Staub besonderen Anforderungen ausgesetzt. Das erfordert konsequente, gründliche vorbeugende Wartung der Roboter.

Die Gesenkschmiede ist keine elektronikfreundliche Umgebung. Messtechnik ist dort durch Schmiermittel, Zunder, Hitze und Staub besonderen Anforderungen ausgesetzt. Das erfordert konsequente, gründliche vorbeugende Wartung der Roboter.

Digitalisierung bedeutet Investition

Erfahrung konnte Buderus Edelstahl im deutschen Wetzlar bereits einige Jahre lang sammeln. Mittlerweile sind in der Gesenkschmiede drei der sechs Pressenlinien vollständig mit Robotern vernetzt, sodass dort kein manuelles Handling der 2 bis 200 kg schweren Teile mehr stattfindet. An den anderen drei Linien ist jeweils bereits die erste Presse automatisiert. Bis zu zehn Roboter stehen dann an einer Anlage und etwa zehn kommen jährlich hinzu. Aktuell werden auch die ersten Schritte unternommen, um in den nächsten zwei Jahren die Endfertigung zu automatisieren, so Dietze: „Unser Weg der Digitalisierung ist ganz klar. Wir wollen dass unsere Prozesse, beginnend beim Halbzeugstab bis hin zur Verpackung, in Zukunft vollautomatisiert passieren. Das bedeutet jedoch alle Eigenschaften des Bauteils, die wir ja in der Produktion mehrfach ändern, permanent digital zu erfassen. Soweit sind wir noch nicht. Dafür investieren wir aber jedes Jahr.“

 

"Es macht keinen Sinn mit Robotern zu fertigen, gleichzeitig aber Arbeitspapiere von Hand auszufüllen."
Martin Dietze

Digitalisierung stellt Anforderungen an Mitarbeiter

„Wenn wir schon automatisierte Prozesse haben, dann macht das nur Sinn, wenn wir alles Prozessbegleitende ebenfalls digitalisieren; also komplette Prozessparameter speichern, Produktionsdaten erfassen und verwalten, und Fertigungsdaten an die Maschinen zurückgeben wie und wann sie es brauchen.“ Dahinter stehen jedoch Mitarbeiter, die verstehen müssen wie der Roboter funktioniert, wie die Anforderungen an ihn aussehen oder wie sein Handling aussehen muss. Vor eineinhalb Jahren wurde ein eigener Hallenbereich nur für das Training der Mitarbeiter an den Robotern eingerichtet. „Es ist nicht damit getan einen Roboter hinzustellen, man muss die Programme dafür anlegen, ihn trainieren, warten und ständig verbessern. Das ist ein Haufen Arbeit.“

"Die Automatisierung macht auch richtig Spaß und begeistert die Bediener und Ingenieure. Es ist eine riesige Genugtuung."
Martin Dietze

 

Viktoria Steininger