Die voestalpine treibt mit Forschungsprojekten Digitalisierung am Standort Linz voran 3 Minuten Lesezeit
Innovation

Die voestalpine treibt mit Forschungsprojekten Digitalisierung am Standort Linz voran

Christopher Eberl
Christopher Eberl ist redaktionell verantwortlich für die Themen am Blog sowie für die Lehrlingswebsite. Mit seinen Geschichten gewährt er tiefe Einblicke in die vielfältige Welt des voestalpine-Konzerns.

Ob intelligente Logistik oder visuelle Datenaufbereitung: Hochautomatisierte Prozesse sind in Industriebetrieben wie der voestalpine längst gelebte Praxis, und der Grad der Digitalisierung stellt zunehmend einen wesentlichen Erfolgsfaktor dar. Um die digitale Transformation noch weiter voranzutreiben, setzt der Stahl- und Technologiekonzern am Standort Linz neben dem Know-how aus der konzerneigenen Forschung & Entwicklung auch auf die Zusammenarbeit mit heimischen Forschungseinrichtungen und Hochschulen.

Rund 8.500 Brammen – das sind aus Stahl gegossene Blöcke, die als Vormaterial für anspruchsvollste Stahlbleche und -bänder dienen – lagern auf über 2.000 Stapeln am Werksgelände der voestalpine in Linz. Um deren Produktion und Logistik – also Stapeln, Sortieren und Weitertransport – weiter zu optimieren, forscht die voestalpine gemeinsam mit der FH Oberösterreich, der Universität Wien und den Wirtschaftspartnern ILL GmbH und LiSEC GmbH derzeit am Einsatz von selbstlernenden Systemen.

"Ziel ist, bei Störungen in der Logistik möglichst schnell und richtig reagieren zu können. Dafür entwickeln wir intelligente Modelle, die nicht nur automatisiert Entscheidungen treffen, sondern auch permanent mitlernen und sich an geänderte Rahmenbedingungen für die Zukunft anpassen."
Hubert Zajicek, Leiter der Steel Division des voestalpine-Konzerns

Die Vorteile: Verbesserungen im laufenden Betrieb, Kostenersparnisse und die Möglichkeit, Probleme zu beheben, bevor sie überhaupt entstehen.

Hochautomatisierte und digitale Prozesse gehören bei der voestalpine zum Standart.

Scanner-Blick bei Rohstoffen

Einem Forscher-Team der voestalpine ist zudem kürzlich im Bereich der Rohstoffvorbereitung ein wesentlicher Digitalisierungsschritt bei der Qualitätsprüfung gelungen. Ein spezielles, mit 13 Kameras ausgestattetes Messsystem scannt das für den Hochofen vorgesehene Material und ermöglicht damit täglich ein- bis zweihundert Detailanalysen. Je nach Rohstoff konnten bisher durchschnittlich nur bis zu fünf solcher Analysen pro Woche durchgeführt werden. Eine unzureichende Qualität – beispielsweise zu feines oder zerfallendes Material – wird vom neuen System sofort und ohne aufwendige Probenentnahme erkannt. Das Messsystem läuft bereits auf einzelnen Anlagen der Steel Division und soll kontinuierlich weiter ausgerollt werden.

Komplexe Daten im Blick

Mit zunehmender Digitalisierung haben es Unternehmen auch mit immer größeren Datenmengen zu tun, die nicht nur erfasst, sondern auch verständlich dargestellt und analysiert werden müssen. In diese Kerbe schlägt eine kürzlich gestartete Kooperation der voestalpine mit dem Visual Data Science Lab der Linzer JKU. Mittels „Visual Analytics“ sollen vor allem komplexe Berichtsunterlagen sowie grafische Benutzeroberflächen (z. B. Dashboards) verschiedener Produktionsbereiche verbessert werden. „Die Analyse und das schnelle Verständnis von ‚Big Data‘ mithilfe interaktiver Visualisierungen ist ein Zukunftsthema, das auch bei den hochautomatisierten Prozessen in der voestalpine eine immer wichtigere Rolle spielt. Der intensive Austausch mit Experten ist essentiell, um sich auf diesem Gebiet schon jetzt optimal aufzustellen“, so Zajicek. Nicht umsonst zählt die voestalpine national und international rund 100 wissenschaftliche Partner zu ihrem externen F&E-Netzwerk.

 

Christopher Eberl