Der Anlauf zum Technologiesprung 3 Minuten Lesezeit
Umwelt

Der Anlauf zum Technologiesprung

Michael Leithinger

Das zukunftsweisende Leuchtturmprojekt „H2FUTURE“ nimmt Gestalt an. Gemeinsam mit VERBUND, Siemens, Austrian Power Grid, ECN und K1-MET errichtet die voestalpine die weltweit größte und wirkungsvollste Anlage zur Erzeugung von Wasserstoff aus erneuerbarer Energie. Am 16. April 2018 erfolgte der offizielle Baustart am voestalpine-Standort in Linz.

Die Wasserstoff-Elektrolyseanlage soll ein technologischer Meilenstein sein auf dem Weg zur Energiewende und zur schrittweisen Dekarbonisierung der Stahlindustrie. In Linz werden künftig in interdisziplinären Teams die großtechnischen Einsatzmöglichkeiten von „grünem“ Wasserstoff erforscht und getestet – sowohl in den verschiedenen Stufen der Stahlerzeugung als auch im Zusammenspiel mit dem Regelenergiemarkt des Stromnetzes. Das Kernteam des Projekts umfasst rund 10 Personen, unterstützt werden sie von den Experten aller Projektpartner.

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Der Ursprung von H2FUTURE

Die Idee zu H2FUTURE haben VERBUND und voestalpine in gemeinsamen Gesprächen im Jahr 2015 geboren. Der Zusammenschluss kam nicht von ungefähr: Beide Unternehmen haben sich beim Thema Umwelt- und Klimaschutz als Benchmark und Innovationstreiber einen Namen gemacht und sich auch mit dem Thema „Wasserstoff“ als Industriegas bzw. als Energieträger auseinandergesetzt. 2016 wurde schließlich beschlossen, gemeinsam mit Siemens eine Elektrolyseanlage in Linz zu errichten.

"In der Anlage schlägt ein hochtechnologisches Herz von Siemens. Wir spalten mit Hilfe von grünen Elektronen Wasser in seine Grundkomponenten Wasserstoff und Sauerstoff. "
Wolfgang Hesoun, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG Österreich

Flaggschiffprojekt der EU-Kommission

H2FUTURE ist mit 18 Mio. Euro dotiert, davon stammen 12 Mio. vom FCH JU (Fuel Cells and Hydrogen Joint Undertaking) der Europäischen Kommission – diese fördert H2FUTURE bis zum Jahr 2021 aus Mitteln des „Horizon 2020“-Programms, dem bis 2020 laufenden EU-Förderprogramm der Kommission für Forschung und Innovation.

"Das ist eines unserer Flaggschiff-Projekte. Es wird weltweit verfolgt, was nun hier in Österreich entwickelt wird. H2FUTURE ist eine konstruktive Partnerschaft, die für den Prozess, die Industrie „grüner“ zu machen und gleichzeitig die regenerativen Energien zu nutzen, entscheidend ist."
Bart Biebuyck, Executive Director FCH JU

Projektpartner mit Weitsicht

H2FUTURE

Sie ermöglichen im Rahmen von H2FUTURE die Entwicklung von Technologien, die die Basis sein können für die Energiewende bzw. die Dekarbonisierung der Stahlindustrie (v.l.): v.l. Wolfgang Hesoun, Vorstandsvorsitzender der Siemens AG Österreich; Herbert Eibensteiner, Vorstandsmitglied der voestalpine AG und Leiter der Steel Division; Bart Biebuyck, Executive director, Fuel Cells and Hydrogen Joint Undertaking (FCH JU); Wolfgang Eder, Vorstandsvorsitzender voestalpine AG; Wolfgang Anzengruber, CEO VERBUND

Mit H2FUTURE stellen die Verantwortlichen einmal mehr ihre Innovationskraft und Weitsicht unter Beweis. Gemeinsam erforschen und entwickeln sie in Linz den großindustriellen Einsatz von Wasserstoff über Branchen und Sektoren hinweg.

"„Grüner“ Wasserstoff ist für uns das perfekte Beispiel für die Sektorkopplung, die zur Dekarbonisierung von Energiewirtschaft, Industrie und Transport dringend erforderlich ist. "
Wolfgang Anzengruber, CEO VERBUND

Es wird zwar noch einige Zeit dauern, bis die bei H2FUTURE gewonnenen Erkenntnisse großtechnisch umsetzbar sind, aber der erste Schritt in Richtung „Breakthrough-Technologien“ zur Energiewende und Dekarbonisierung ist nun getan.

"Mit der Errichtung der neuen Pilotanlage für die Herstellung von CO2-freiem Wasserstoff setzen wir einen weiteren Schritt in Richtung langfristiger Realisierung einer Technologietransformation in der Stahlindustrie. Das Ziel dabei ist es, echte ‚Breakthrough-Technologien‘ zu erforschen, die in etwa zwei Jahrzehnten im großtechnischen Stil anwendbar sein könnten. "
Wolfgang Eder, Vorstandsvorsitzender voestalpine AG

Anlage nimmt Gestalt an

Nach dem offiziellen Projektstart zu Beginn 2017 schreitet der Bau der Pilotanlage am voestalpine-Standort Linz inzwischen zügig voran. Das Fundament steht und die Errichtung der Hallenkonstruktion läuft. In den Sommermonaten werden die Kernkomponenten zur Elektrolyse geliefert und noch binnen Jahresfrist soll die Inbetriebnahme beginnen. Der Start des umfangreichen zweijährigen Versuchsprogramms ist für Frühjahr 2019 geplant.

 

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