Das hat die Welt noch nicht gesehen 3 Minuten Lesezeit
Innovation

Das hat die Welt noch nicht gesehen

Michael Leithinger

Die Wasserstoff-Elektrolyseanlage in Linz wird die derzeit weltweit größte und wirkungsstärkste ihrer Art sein. Hier soll erforscht werden, ob die „Proton Exchange Membrane“-Technologie (kurz: PEM) für den großtechnischen Einsatz geeignet ist.

Am Linzer Standort der voestalpine, unweit des unternehmenseigenen Kraftwerks, wird die zurzeit weltweit größte PEM-Pilotanlage – auch „Elektrolyseur“ genannt – errichtet. Das von Siemens entwickelte PEM-Elektrolyseverfahren zerlegt Wasser mittels elektrischem Strom in dessen Grundkomponenten Sauerstoff und Wasserstoff. Diese Technologie ist noch relativ jung, aber sehr vielversprechend. Weltweit wurden einige PEM-Projekte gestartet, die bislang größte Anlage steht derzeit in Mainz.

Neueste PEM-Technologie

In Linz wird nun die neueste PEM-Technologie zum Einsatz kommen – fürs Erste in Form von 12 PEM-Modulen mit einer gesamten Anschlussleistung von 6 MW. Damit können künftig pro Stunde 1.200 m3 Wasserstoff produziert werden, ein Wert, der bislang unerreicht ist. Der gewonnene Wasserstoff ist zudem „grün“, also CO2-frei, da der Strom für die Elektrolyse dank VERBUND aus erneuerbaren Quellen stammt (Wasserkraft und Wind).

Wasserstoff Elektrolyse

Am Linzer voestalpine-Standort, unweit des Kraftwerks, wird die weltweit größte und wirkungsstärkste PEM-Pilotanlage errichtet. Die Technologie dafür stammt von Siemens.

Wasserstoff für die Stahlerzeugung

Der bei der Elektrolyse gewonnene Wasserstoff wird in das Kokereigasnetz der voestalpine eingespeist – Kokereigas besteht u. a. aus Wasserstoff und Methan. Langfristige Forschungsvorhaben der voestalpine streben den schrittweisen Ersatz von Kohlenstoff durch Wasserstoff in der Metallurgie – also gänzlich neue Herstellverfahren – an. Die ausreichende Verfügbarkeit von „grünem“ Wasserstoff und seine Einsatzbarkeit in großindustriellem Maßstab ist ein wesentliches Ziel von H2FUTURE, um in weiterer Folge die Einsetzbarkeit von Wasserstoff in verschiedenen Prozesstufen der Stahlerzeugung testen und langfristige „Breakthrough“-Technologien überhaupt realisieren zu können.

Wasserstoff für die Energiezukunft

Darüber hinaus soll auch der mögliche Einsatz von Wasserstoff für den Regelenergiemarkt erforscht werden. Der Ausbau erneuerbarer Energien und die damit verbundene höhere Volatilität stellen die Energiewirtschaft künftig vor die große Herausforderung, überschüssigen Strom aus Wind- und Sonnenenergie aus dem Netz zu entnehmen und bei Bedarf wieder einspeisen zu können. Die PEM-Anlage in Linz soll dafür die technologischen Voraussetzungen mitbringen – wird sie doch überaus reaktionsschnell sein: Sie kann ohne Vorwärmphase eingeschaltet und auf Knopfdruck auch wieder ausgeschaltet werden.

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