Buderus Edelstahl liefert Gesenkhalter nach Kapfenberg 3 Minuten Lesezeit
Innovation

Buderus Edelstahl liefert Gesenkhalter nach Kapfenberg

Viktoria Steininger
Holds editorial responsibility for blog topics, is researching and writing articles. Her stories give insights into the world of the voestalpine Group.

Buderus Edelstahl hat für das Schwesterunternehmen BÖHLER Schmiedetechnik in Kapfenberg einen der größten Gesenkhalter Europas geschmiedet.

Der verbaute Gesenkhalter: Seit August ist er an seinem Platz, in der Spindelpresse in Kapfenberg, im Einsatz.

Der verbaute Gesenkhalter: Seit August ist er an seinem Platz, in der Spindelpresse in Kapfenberg, im Einsatz.

Ein Gesenkhalter ist ein Werkzeughalter, also jener Teil einer Presse, in den das Werkzeug hineinkommt, das dann aus dem Vormaterial das gewünschte Stück presst. Nach einer Lebensdauer von zehn bis 15 Jahren und ca. 2 Mio. Schlägen leidet jedoch auch der härteste Gesenkhalter an Materialermüdung. So auch der Gesenkhalter auf der kleinen Spindelpresse von BÖHLER Schmiedetechnik GmbH & Co KG in Kapfenberg. Also musste hochwertiger Ersatz her, denn auf dieser Presse werden vor allem anspruchsvolle Strukturteile für die Luftfahrt gefertigt.

Der größte Werkzeugstahlblock bisher

Das Ergebnis: Der Gesenkhalter – im Bild dessen unterer Teil – ist fertig. Er ist übrigens einer der größten Gesenkhalter Europas.

Das Ergebnis: Der Gesenkhalter – im Bild dessen unterer Teil – ist fertig. Er ist übrigens einer der größten Gesenkhalter Europas.

Wetzlar liegt zwar 761 km von Kapfenberg entfernt, aber die Entscheidung für Buderus Edelstahl GmbH lag nahe, hat das Schwesterunternehmen doch lange Jahre Erfahrung mit großen, anspruchsvollen Schmiedeteilen. Nichtsdestotrotz war dieser Auftrag für Buderus Edelstahl eine Premiere, denn noch nie zuvor wurde ein Block mit diesen Dimensionen in Wetzlar erzeugt: aus einem 142,5 t schweren Stahlblock wurde auf der 8.500-t-Presse in Wetzlar das rohe Schmiedeteil für den Gesenkhalter gefertigt. Dieser war dann 3.900 mm lang, 2.380 mm breit, 1.125 mm hoch und 85,5 t schwer.

Ein anspruchsvoller Prozess

Das Schmieden: Aus einem 142,5 t schweren Stahlblock wurde auf der 8.500-t-Presse in Wetzlar das rohe Schmiedeteil für den Gesenkhalter gefertigt. Der war dann 3.900 mm lang, 2.380 mm breit, 1.125 mm hoch und 85,5 t schwer.

Das Schmieden: Aus einem 142,5 t schweren Stahlblock wurde auf der 8.500-t-Presse in Wetzlar das rohe Schmiedeteil für den Gesenkhalter gefertigt. Der war dann 3.900 mm lang, 2.380 mm breit, 1.125 mm hoch und 85,5 t schwer.

Das Schmieden eines Gesenkhalters, vor allem eines so großen, ist ein anspruchsvoller Prozess, der alle Mitarbeiter vom Gießen und Beproben im Stahlwerk bis hin zur Auslieferung fordert. Der Anspruch an die Verformung war sehr groß – schließlich musste das Bauteil bis zum Kern hin dicht geschmiedet werden, um den späteren Belastungen in der Presse standhalten zu können.

Auch die Logistik war nicht ohne, denn es hat seine Zeit gedauert, bis der Sondertransport für die schweren Schmiedestücke behördlich genehmigt war. Doch dank der guten Zusammenarbeit beider Gesellschaften hat alles reibungslos funktioniert. Im Dezember 2014 kam der Auftrag, und nur vier Monate später wurden die gewünschten Teile endbearbeitet nach Kapfenberg geliefert.

 

Das Konturvergüten: Der Gesenkhalter wird in ein heißes Ölbad getaucht und bekommt so seine Einsatzhärte. Gesenkstahl ist ein besonders warmfester Werkzeugstahl.

Das Konturvergüten: Der Gesenkhalter wird in ein heißes Ölbad getaucht und bekommt so seine Einsatzhärte. Gesenkstahl ist ein besonders warmfester Werkzeugstahl.

Und das Ergebnis der Arbeit in Wetzlar kann sich sehen lassen: Seit August ist die Spindelpresse mit dem neuen Gesenkhalter wieder in Betrieb und bei BÖHLER Schmiedetechnik ist man hochzufrieden mit dem neuen Werkzeughalter.

Viktoria Steininger