Argumente für Recycling-Weltmeister Stahl 3 Minuten Lesezeit
Innovation

Argumente für Recycling-Weltmeister Stahl

Volkmar Held

Seine Materialeigenschaften und seine Multirecycelbarkeit machen Stahl zum weltweit am stärksten wieder verwerteten Werkstoff.

Stahl ist ein Tausendsassa. Er kann von Haus aus auf eine Reihe günstiger Eigenschaften verweisen, die ihn einzigartig machen: Geringe Herstellungskosten, Dauerhaftigkeit, Stärke und Dehnbarkeit. Ein weiteres Merkmal rückt in den letzten Jahrzehnten immer stärker in den Fokus: Der ökologische Vorteil auf der Basis seiner Fähigkeit zum Multirecycling.

1. Stahl mit guter Bilanz

Stahl setzt, gegenüber anderen Materialien, in der Produktionsphase wesentlich weniger treibhausrelevante Emissionen frei. Verglichen mit der Herstellung von Aluminium beispielsweise wird bei Stahl nur ein Achtel an Emissionen freigesetzt. Die durchschnittlichen Treibhauspotenziale bei der Herstellung von Werkstoffen (CO2-Äquivalent je Tonne Werkstoff) im Vergleich:

  • Stahl: 2.000 – 2.500 kg/t
  • Aluminium: ca. 16.500 kg/t
  • Kohlefaserverstärkte Kunststoffe: 21.000 – 23.000 kg/t
  • Magnesium: 36.000 – 56.000 kg/t

2. Aus alt mach neu

Die durchschnittliche Lebensdauer von Stahlprodukten hängt stark von ihrem Einsatzzweck ab (s. Bild).

Multi-Recycling_von_Stahl-(Quelle-WV-Stahl)

Lebensdauer von Stahlprodukten, Quelle: WV-Stahl

Doch selbst nach dem Überschreiten dieser Zeit gehören Stahlerzeugnisse noch lange nicht zum „alten Eisen“. Sie erfüllen alle Ansprüche an Produkte einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft, da sie langlebig, leicht zu reparieren und schließlich zu 100 % recycelbar sind. Diese Vorteile werden als die „4R“ zusammengefasst:

  • „Reduce“ (Reduzieren): Hoch- und höchstfeste Stähle verringern bei gleicher oder besserer Funktionalität das Gewicht von Bauteilen.
  • „Reuse“ (Wiederverwendung): Die Eigenschaften von Bauteilen aus Stahl erlauben ihre vielfache Verwendung.
  • „Remanufacture“/„Repair“ (Wiederaufbereitung/Reparatur): Stahlbauteile können mit unterschiedlichen Verfahren repariert werden bzw. kann ihre Lebensdauer durch Wiederaufarbeitung verlängert werden.
  • „Recycle“: Stahl kann beliebig oft recycelt werden. Der Materialkreislauf ist geschlossen.

3. Schrott: ökologisch vorbildlich

voestalpine-schrottplatzDas Lebensende eines Stahlteils („End of Life“) ist gleichzeitig der Beginn seines „neuen Lebens“ als Schrott – ein wertvoller Rohstoff. Dieses Multirecycling von Stahl offenbart beachtliche ökologische Vorteile, indem es beispielsweise hilft, Rohstoffe und Energie zu sparen. Zusätzlich ist Schrott ein wichtiger „Geburtshelfer“ bei der Herstellung von Rohstahl auch über die Hochofenroute; als Einsatzstoff im Sauerstoffkonverter fungiert er zugleich als prozessnotwendiges Kühlmittel und als Eisenträger (Schrottsätze bis zu 25 % der Rohstahlmenge oder sogar höher sind bei der voestalpine durchaus üblich).

Laut dem Weltstahlverband „worldsteel“ wurden seit dem Jahr 1900 mehr als 22 Milliarden Tonnen Stahl recycelt.

Zusätzliche Informationen

Steel & City: Stahl überall