3D-Druck Werkzeuge für Mars-Testmission AMADEE-18 3 Minuten Lesezeit
Innovation

3D-Druck Werkzeuge für Mars-Testmission AMADEE-18

Katharina Becker
Katharina works as a freelance journalist in Frankfurt am Main, specializing in economic and financial topics.

Wenn das Österreichische Weltraum Forum im Februar seine Marsmission in der Wüste im Oman simuliert, stammt ein wichtiges Werkzeug aus dem Metall-3D-Drucker der voestalpine.

Der Traum, den Mars zu besiedeln, elektrisiert Menschen auf der ganzen Welt. In der unwirtlichen Wüste im Oman hat das Österreichische Weltraum Forum das perfekte Testfeld gefunden. Vier Wochen lang simulieren sogenannte Analog-Astronauten im Februar hier unter möglichst realen Bedingungen das Leben auf dem Roten Planeten. Mit an Bord bei der AMADEE-18 genannten Mission ist ein ganz besonderes Werkzeug aus dem Metall-3D-Drucker der voestalpine.Der Traum, den Mars zu besiedeln, elektrisiert Menschen auf der ganzen Welt. In der unwirtlichen Wüste im Oman hat das Österreichische Weltraum Forum das perfekte Testfeld gefunden. Vier Wochen lang simulieren sogenannte Analog-Astronauten im Februar hier unter möglichst realen Bedingungen das Leben auf dem Roten Planeten. Mit an Bord bei der AMADEE-18 genannten Mission ist ein ganz besonderes Werkzeug aus dem Metall-3D-Drucker der voestalpine.

Metalldruck für besondere Anforderungen

voestalpine-additive-manufacturing-3d-werkzeug-mars-mission

Marswerkzeug vor und nach der Beschichtung: Mit der ringförmigen Schaufel werden die Astronauten Proben nehmen. Das extrem harte Titan-Nitrid sorgt für die goldene Farbe.

Um Proben vom irdischen Mars im Oman zu nehmen, hat die voestalpine Additive Manufacturing Center GmbH in Düsseldorf eine Schaufel für höchste Ansprüche entwickelt, denn der Wüstensand ist teilweise kompakt wie Stein. Um Oberflächenproben abzuschaben, muss das Werkzeug extrem widerstandfähig sein. Zudem dürfen sich keine Partikel von dem Werkzeug lösen und so die Proben kontaminieren. „Für diese speziellen Anforderungen war voestalpine der beste Ansprechpartner“, sagt Dr. Gernot Grömer, der Leiter des Projektes beim Österreichischen Weltraum Forum.

„Die Schaufel besteht aus einem neuen, korrosionsbeständigen, festen Material mit einer zusätzlichen Schutzschicht gegen Verschleiß“, sagt Dr. Eric Klemp, Geschäftsführer des voestalpine Additive Manufacturing Center. Die Beschichtung aus Titan-Nitrid ist etwa zehn Mal härter als konventioneller Stahl und kommt von der voestalpine-Tochter eifeler Gruppe in Düsseldorf, einem Spezialisten für High-Tech-Beschichtungen. „Wir haben unsere Expertise des 3D-Drucks und der Beschichtung kombiniert, so entstand für diese Anwendung eine Schaufel mit unschlagbaren Eigenschaften“, sagt Klemp.

Aus Experimenten lernen

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Die AMADEE-18 Mars Simulation findet im Februar 2018 im Oman statt. Copyright: ÖWF (Paul Santek)

Auch wenn es eine logistische Herausforderung ist, 3D-Drucker in den Weltraum mitzunehmen, versprechen sich die Forscher wichtige Erkenntnisse aus den Experimenten für eine Reise zum Mars. Mit Hilfe der Technologie ließen sich beispielsweise Komponenten, Verschleiß- und Ersatzteile, sogar Werkzeuge nach Bedarf herstellen. Das könnte auch ganz praktischen Nutzen für das Leben auf der Erde haben. Es wäre nicht das erste Mal, schließlich beruhen auch Akkubohrer, Solarzellen oder kratzfeste Brillengläser auf Erfindungen für die Raumfahrt.

 

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Katharina Becker