Kommt es zum Wunder von Bern? Finale der voestalpine European Races in der Schweiz 4 Minuten Lesezeit
Formel E

Kommt es zum Wunder von Bern? Finale der voestalpine European Races in der Schweiz

Gerald Enzinger
10 Jahre Chefredakteur der SportWoche und seit 20 Jahren als Journalist auf den Rennstrecken dieser Welt unterwegs. In Österreich u.a. für die Autorevue, www.motorprofis.at und die Kleine Zeitung.

Die Pause war lange genug! Nach vier Wochen geht die ABB FIA Formula E Meisterschaft in die elfte Runde, und in der Schweizer Hauptstadt Bern kommt es zum Finale der diesjährigen (und ersten) Saison der voestalpine European Races. Und: nicht weniger als zehn (!) Piloten haben noch die Chance, die begehrte 3D-gedruckte Trophäe zu gewinnen. Alles entscheidet sich am Samstag, 22. Juni, beim ersten E-Prix in der Geschichte Berns. Wer aber sind nun die Piloten, die noch Chancen auf die Trophäe haben?

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Jean-Eric Vergne (DS TECHEETAH)

Der Franzose kommt, wie die meisten Piloten der Formel E, mehr oder weniger direkt vom 24-Stunden-Langstrecken-Klassiker in Le Mans, wo viele der Stars, die ansonsten die Fans des Elektro-Rennsports begeistern, unterwegs waren. Im Fall von Vergne, der in Klassen-Führung liegend ausschied, hatte heuer wenig Glück. In der Formel E aber sieht es gut aus: Zuletzt siegte „JEV“ in Monaco, damit führt er nun neben der Meisterschaft auch die Wertung der voestalpine European Races an – unmittelbar vor seinem Freund und Teamkollegen Andre Lotterer.

Vergne

Jean-Eric Vergne holte sich mit seinem dritten Platz in Berlin die vorläufige Führung

"Unsere Beziehung bleibt sicher weiter gut – aber diesen Pokal, den will ich haben. Er ist etwas Besonderes!"

Andre Lotterer (DS TECHEETAH)

Lotterer, der in Le Mans als Legende gilt (drei Gesamtsiege, 2019 Vierter), hat in der Formel E noch kein Rennen gewonnen. Der Deutsche ist aber, nicht zuletzt aufgrund seiner Konstanz, voll dabei, wenn es um die Titel geht. Zumal sein DS TECHEETAH-Team auch in der Markenwertung vorne ist, und als der derzeit beste Rennstall gilt. Gelingt es Lotterer aus dem Schatten seines Teamkollegen zu treten und den Sieg zu holen?

Lotterer

Andre Lotterer holte sich in Monaco kurzzeitig die Führung in der Wertung der voestalpine European Races

Lucas di Grassi (Audi Sport ABT Schäffler)

Es kommt, wie es zu erwarten war. So variantenreich und voller Überraschungen die bisherige Saison war: je länger sie andauert, desto besser kommen die Routiniers wie Lucas di Grassi in Fahrt. Der Pilot von Audi Sport ABT Schäffler ist für seine Spätform gefürchtet. Und er hat eben in Berlin das so wichtige Heimrennen seines Teams gewonnen.

Robin Frijns (Envision Virgin Racing)

Der Niederländer, der in Paris seinen ersten Sieg feiern konnte, gilt als besonders zweikampfstark, als mutig, als verwegen. Teamchef Sylvain Filippi hat eben bestätigt, dass Frijns und Marrakesch-Sieger Sam Bird auch in Saison 6 der ABB FIA Formula E Championchip im Team fahren werden. Robin, der mit einem Sieg in Bern die Trophäe der voestalpine European Races gewinnen könnte, fährt auch in der DTM. Aber er sagt: „Vom fahrerischen her ist ein Formel-E-Auto schwieriger zu bändigen!“

Mitch Evans (Panasonic Jaguar Racing)

Der junge Neuseeländer hat sich heuer schon mehrfach in die Geschichtsbücher geschrieben – als erster Pilot der Historie, der ein Rennen der voestalpine European Races gewonnen hat. Dieser Sieg in Rom war zugleich der erste in einem hochkarätigen internationalen Rennen von Jaguar seit den frühen 1990er-Jahren. Auch für ihn gilt: mit einem Sieg hat er beste Chancen, die Trophy zu gewinnen.

Oliver Rowland (Nissan e.dams)

Der Brite, der kurz vor Saisonstart als Fixstarter im Team von Nissan e.dams nominiert worden war, ist eine der positiven Überraschungen der Saison – und nach drei Julius Baer Pole-Positions (Jahresbestleistung) reif für den ersten Sieg. Sein bislang bestes Ergebnis bei der voestalpine European Races? Zweiter in Monaco.

Sebastian Buemi (Nissan e.dams)

Mit mehr Rückenwind könnte der Schweizer Pilot nicht zu seinem Heim-E-Prix kommen: eben hat er (zum zweiten Mal in Serie) die 24 Stunden von Le Mans gewonnen, und nun könnte er sich im heimatlichen Bern mit einem Sieg die Trophäe in der voestalpine European Series holen. Mit der Pole Position zuletzt in Berlin zeigte der Meister der zweiten Saison eine stark aufsteigende Form.

Stoffel Vandoorne (HWA RACELAB)

Dank seines dritten Platzes hat auch der Belgier aus dem Rennstall HWA RACELAB noch kleine Chancen auf die Trophäe. Doch für sein (neues) Team geht es bislang vor allem darum, Erfahrungen zu sammeln, ehe man nächste Saison als Team von Mercedes EQ startet.

Daniel Abt (Audi Sport ABT Schäffler)

Platz 3 in Paris war das bisherige Saison-Highlight für den Deutschen, der seit dem ersten Lauf der Formel-E-Geschichte in dieser Serie am Start ist.

Felipe Massa (VENTURI Formula E Team)

In der Formel 1 war er 2008 Vizeweltmeister, dank seines dritten Platzes hat der Brasilianer im Team von Venturi noch minimale Chancen auf die begehrte Trophäe. Sein Vertrag für die nächste Saison wurde bereits verlängert.

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Bern Rennstrecke

Der Julius Baer Swiss E-Prix, das fünfte und letzte der voestalpine European Races, startet am Samstag, dem 22. Juni 2019, um 18.00 Uhr. ORF eins, Eurosport 1 und im ARD Livestream übertragen.

Gerald Enzinger