Eine Europa-Tournee, die Geschichte schreiben wird 4 Minuten Lesezeit
Formel E

Eine Europa-Tournee, die Geschichte schreiben wird

Gerald Enzinger
10 Jahre Chefredakteur der SportWoche und seit 20 Jahren als Journalist auf den Rennstrecken dieser Welt unterwegs. In Österreich u.a. für die Autorevue, www.motorprofis.at und die Kleine Zeitung.

Die ABB FIA Formula E Meisterschaft der fünften Saison kehrt heim auf jenen Kontinent, auf dem der Motorsport einst erfunden worden ist: nach Europa. Und für die zumindest 22 Piloten des Championats beginnt damit auch eine Reise mit einer ganz speziellen Herausforderung, einem höchst attraktiven Ziel. Sind die nun folgenden Rennen in Rom, Paris, Monaco, Berlin und Bern doch zugleich die ersten „voestalpine European Races“.

Fünf Rennen in fünf der schönsten Städte Europas. Beim letzten Europa-Rennen am 22. Juni in Bern wird der Fahrer mit den meisten Podiumsplätzen der „voestalpine European Races“ mit einer speziellen und begehrten Trophäe ausgezeichnet: Die mit voestalpine-Technologie 3D-gedruckte Trophäe, die am 4. April in Wien präsentiert wurde, ist weltweit einzigartig.

European Races - Trophy

Was muss man aber nun über die fünf Rennen wissen? Hier die wichtigsten Facts.

Rom (13. April 2019)

Die Zukunft beginnt in der „ewigen Stadt“. Hier wird das erste voestalpine European Race der Geschichte ausgetragen – am Circuito Cittadino dell’EUR . Dieser befindet sich im Süden der Stadt und hat 21 Kurven. Mit einer Länge von 2,87 km ist die Strecke eine der längsten im Kalender. Die Premiere des ersten Formel-E-Rennens in Italien verfolgten 2018 rund 45.000 Zuschauer vor Ort. Der Sieger: Sam Bird. Auch heuer wird es in der Gegend rund um die Piazza Guglielmo Marconi ein Dolce Vita für Rennsport-Fans geben. Auch wenn es am Ende eines Rennens noch nie eine italienische Hymne für den Sieger gab, so sind doch zwei Piloten hier die Local-Heroes. Da ist zum einen Edoardo Mortara. Der Pilot des Rennstalls VENTURI Formula E Team fährt zwar mit Schweizer Lizenz, ist aber auch italienischer Staatsbürger, wie sein Vater. Und auch sein Teamkollege, der Brasilianer Felipe Massa, kann sich der Unterstützung der römischen Fans sicher sein. War er doch viele Jahre Ferrari-Pilot und freut sich nun auf sein erstes Formel E-Rennen in Rom.

Paris (27. April)

Paris ist Heimatstadt des aktuellen „Königs“ der ABB FIA Formula E Meisterschaft. Jean-Eric Vergne, der aktuelle Champion und zugleich der Sieger des bislang letzten Rennens in China, hat hier auch im Vorjahr sein Heimatrennen gewonnen, „emotional war das sicher der schönste Erfolg meiner Karriere“, erzählt der DS TECHEETAH Pilot, der wie viele Paris zu einen den Höhepunkte im Kalender zählt: „Von der Strecke aus kann man sogar den Eiffelturm sehen.“ Zum vierten Mal kommt die Formel E in die Hauptstadt Frankreichs und auf die Strecke Circuit des Invalides, die mit 1,9 Kilometern Länge eine der kürzesten im Kalender ist. Mit Tom Dillmann ist ein zweiter französischer Rennfahrer am Start, doch es ist auch ein Heimrennen für Vergnes Team. Immerhin ist DS Automobiles, der einzige Autokonzern mit Sitz in Frankreich, der den Antriebsstrang für das Techeetah Team entwickelt und produziert.

Monaco (11. Mai)

Ein weiterer Höhepunkt im Kalender. Auf einem Teil des traditionellen Kurs ist alle zwei Jahre auch die Formel E zu Gast. Und heuer findet hier das dritte der voestalpine European Races statt. Mit einer Länge von 1,76 km und zwölf Kurven ist Monaco die kürzeste Strecke im Kalender der Saison 2018/19. Nach der ersten Kurve bei Sainte-Devote biegen die 22 Formel-E-Autos direkt ab in Richtung Hafen, statt bergauf in Richtung Casino de Monte Carlo zu fahren. Vorbei am Schwimmbad geht es durch die berühmte Rascasse-Kurve, bevor es zurück auf die Start-und-Ziel-Gerade geht. Heimteam ist das Team VENTURI, das in Monaco stationiert ist und das von der Austro-Schottin Susie Wolff erfolgreich geführt wird. In Hongkong gab es heuer den ersten Sieg. Die Rennen in Monaco waren aber bisher eine rein Schweizer Angelegenheit: Sebastien Buemi gewann sowohl 2015 als auch 2017. Heuer fährt er für das Team Nissan e.dams.

Berlin (25. Mai)

Die deutsche Hauptstadt war bislang jedes Jahr auf dem Tourneeplan der Formel E. Das heurige „voestalpine European Race“ findet am ehemaligen Flughafen Tempelhof statt. Der 2,377 km lange Kurs hat zehn Kurven und gilt als technisch anspruchsvoll. Der griffige Vorfeldbereich des Flughafens ist besonders hart für die Reifen. Auf den langen und schnellen Geraden können die Fahrer ihre Gen2-Autos so richtig fordern. Das Rennen in Berlin wird heuer auch zu einem Schaulaufen der deutschen Automobil-Industrie. Werden doch ab der nächsten Saison mit Audi, BMW, Mercedes und Porsche alle vier großen deutsche Premium-Marken mit Teams vertreten sein. Auch bei den Piloten ist ein starker regionaler Bezug vorhanden: Pascal Wehrlein, Andre Lotterer und Sieger der letzten Saison Daniel Abt sind fix am Start.

Bern (22. Juni)

Das große Finale der „voestalpine European Races“! In der Hauptstadt der Schweiz, die zum allerersten Mal die Formel-E-Boliden empfängt, wird entschieden, wer die begehrte Trophäe bekommt, die mit voestalpine-Technologie mit einem 3D-Drucker hergestellt wurde und dem Piloten mit den meisten Podiumsplätzen der Europa-Rennen 2019 zusteht. Der 2,688 km lange Kurs mit 14 Kurven weist eine starke Neigung und Steigung auf, die der Formel E eine weitere Herausforderung bringt. In Kombination mit den Schikanen und Haarnadelkurven ist für Action auf dem Stadtkurs gesorgt. Schweizer sind auch am Steuer der Boliden: Sebastien Buemi und Edoardo Mortara vertreten die Eidgenossenschaft. Und beiden kann man zutrauen bis zu diesem Rennen auch um die Trophäe der „voestalpine European Races“ mitzukämpfen. Mit guten Aussichten.

Gerald Enzinger