Das voestalpine European Race in der Hauptstadt des Rennsports 3 Minuten Lesezeit
Formel E

Das voestalpine European Race in der Hauptstadt des Rennsports

Gerald Enzinger
10 Jahre Chefredakteur der SportWoche und seit 20 Jahren als Journalist auf den Rennstrecken dieser Welt unterwegs. In Österreich u.a. für die Autorevue, www.motorprofis.at und die Kleine Zeitung.

Nach dem mehr als gelungenen Debüt der voestalpine European Races in Rom im Rahmen der ABB FIA Formula E Meisterschaft und dem Premierensieg von Panasonic Jaguar Racing und von Mitch Evans kommt schon das nächste Highlight: Am Samstag, dem 27. April fährt die Meisterschaft in der heimlichen Hauptstadt des Rennsports.

Denn Paris ist sowohl der Sitz des Internationalen Automobilverbandes FIA als auch die Heimat des aktuellen Champions Jean-Eric Vergne. Paris gilt als das Musterbeispiel einer perfekten Formel-E-Rennstrecke: mitten im Zentrum, und mit einem herrlichen Blick auf einige Wahrzeichen der Stadt. Und die Renn-Fans sind mehr als gespannt: Passiert im achten Rennen das unmögliche und es gewinnt im achten Rennen noch ein achtes unterschiedliches Team? Es wäre eine der größten Sensationen in der Geschichte des Motorsports. Die wichtigsten Fakten.

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Notre-Dame-Brand: Paris ist trotzdem bereit für das Rennen.

Am Montag vergangener Woche blickte die Welt gebannt auf Paris. Das Feuer in der Notre Dame erschütterte viele. Doch das Rennen wird ohne Behinderungen über die Bühne gehen können. Die mit 1,9 Kilometern sehr kurze Strecke führt beim Invalidendom vorbei.

Rennstrecke Paris

Ein Bild, das Jean-Eric Vergne nie vergessen wird.

Meister Jean-Eric Vergne liebt die Rennen in seiner Heimatstadt. „Wo kann man schon während des Rennens den Eiffelturm sehen und zu Fuß zum Rennen gehen?“ Seinen Sieg hier im Vorjahr bezeichnet er „als den emotionalsten meiner Karriere.“

Heimspiel für DS TECHEETAH.

In der ebenfalls extrem umkämpften Team-Meisterschaft hat DS TECHEETAH die Führung ausgebaut. Für den aktuellen Team-Champion ist es das erste Rennen in Paris, seit die Chinesen mit dem französischen Automobilkonzern DS Automobiles zusammenarbeitet. DS-Pilot Andre Lotterer ist in der Fahrer-Wertung bereits Dritter, ähnlich wie Robin Frijns hat auch Lotterer Titelchancen, ohne bislang ein Rennen gewonnen zu haben. Das bestätigt die Theorie von Antonio Felix da Costa: „Das Wichigste für den Meistertitel ist es, besonders konstant zu punkten.“

Mitch Evans führt in der Wertung der voestalpine European Races.

Der Neuseeländer Mitch Evans ging in Rom in die Geschichte der Formel E ein. Zum einen, weil er das erste voestalpine European Race aller Zeiten gewinnen konnte, zum anderen weil sein erster Formel-E-Sieg zugleich der erste von Jaguar in einem internationalen Rennen seit 1991 war. Klar, dass Evans nach wie vor strahlt: „Wir haben einfach in den vergangenen Wochen sehr gut gearbeitet.“ Wichtigster Mentor von Evans ist Mark Webber, der ihm 2011 in den Nachwuchs-Rennsport nach Europa lotste. Und der in Rom als Fan dabei war, als Evans jubeln durfte. Der 24-jährige kommt übrigens auch demselben Nachwuchspool wie Brendon Hartley und Scott Dixon.

Gute Nachrichten für Österreich: Maxi Günther ist erneut am Start.

Die phasenweise sehr starken Leistungen von Maximillian Günther bei seinem Formel-E-Comeback in Rom haben Folgen. Der Allgäuer, der sowohl einen deutschen als auch einen österreichischen Pass besitzt, darf nun auch in Paris für das Team von GEOX Dragon Racing an den Start gehen. Felipe Nasr, der seinerseits Günther bei den Rennen in Hongkong und Sanya vertreten hatte, bereitet sich derzeit auf das nächste Rennen in der amerikanischen IMSA-Serie vor. Es ist noch nicht entschieden, wer die restlichen E-Prix in dieser Saison bestreiten wird.

Gibt es im achten Rennen ein achtes Siegerteam?

Eigentlich ist es ja unvorstellbar. Ist es möglich, dass es auch im achten Rennen der Saison noch ein weiteres Mal einen neuen Sieger-Rennstall geben wird? Es wäre eine im Motorsport einzigartige Vielfalt. Doch es sind nur mehr vier Teams übrig, die auf ihren ersten Sieg, zumindest in dieser Saison, warten. Aber darunter ist etwa Nissan e.dams – ein Team, dem man jederzeit einen Erfolg zutrauen kann. Immerhin ist das Vorgängerteam Renault e.dams. Dams das erfolgreichste Team der Formel-E-Geschichte und Pilot Sebastian Buemi der Rekord-Sieger in der Formel E, er hat bislang 15 Rennen gewonnen. Und Oliver Rowland hat konnte zuletzt mehrmals glänzen. Ein Sieg scheint also bei beiden Fahrern jederzeit möglich. Ebenfalls noch auf den ersten Saisonsieg warten NIO Formula E Team, HWA RACELAB(zuletzt mit Stoffel Vandoorne in Rom schon am Podium) und GEOX Dragon Racing.

Das zweite der voestalpine European Races startet am Samstag, dem 27. April 2019, um 16 Uhr. ORFeins überträgt live.

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Gerald Enzinger