Dank erfolgreicher voestalpine European Races: Vergne ist erneut Formel E Champion 3 Minuten Lesezeit
Formel E

Dank erfolgreicher voestalpine European Races: Vergne ist erneut Formel E Champion

Gerald Enzinger
10 Jahre Chefredakteur der SportWoche und seit 20 Jahren als Journalist auf den Rennstrecken dieser Welt unterwegs. In Österreich u.a. für die Autorevue, www.motorprofis.at und die Kleine Zeitung.

Der Sieger der voestalpine European Races Trophy ist nun auch (erneut) Sieger in der ABB FIA Formula E Championship: Jean-Eric Vergne, der 29-jährige Franzose aus dem Team DS TECHEETAH, konnte sich – wie schon im Vorjahr an einem 14. Juli, dem französischen Nationalfeiertag – die Meisterschaft sichern. Damit ist er der Erste, der diesen erfolgreich Titel verteidigen konnte, ja sogar der einzige, der bislang zwei Championate gewonnen hat.

Die Plätze 2 und 3 in der Gesamtwertung sicherten sich Sebastian Buemi (Nissan e.dams) und Lucas di Grassi (Audi Sport ABT Schaeffler). Damit haben alle jetzt noch in der Formel E aktiven Meister auch die ersten drei Plätze in der Gesamtwertung belegt – was für ein würdiges Race of Champions diese denkwürdige Meisterschaft der Season 5 doch gewesen ist.

Der große Sieger: Jean-Eric Vergne, Europäer.

Mit Siegen in Monaco und Bern sowie einem dritten Platz in Berlin hat „JEV“ in den letzten drei der voestalpine European Races 68 Punkte erobert, hier ist er seinen Rivalen Buemi (46), Di Grassi (28), Frijns (0) und Evans (26) auf am Ende entscheidende Art und Weise enteilt, wenn man bedenkt, dass der Vorsprung in der ABB FIA Formel E Championship am Saisonende gerade einmal 17 Punkte beträgt. Und das Vergne bei den beiden finalen Rennen in New York mit einem Ausfall und einem siebenten Platz in Punkten klar gegen Buemi mit 6:43 verloren hat.

Das beste Team der Saison: DS TECHEETAH

Am Samstag war in New York noch alles gegen das französisch-chinesische Team gelaufen, waren die beiden Piloten Vergne und André Lotterer zwei Mal zugleich in Kollisionen verwickelt, doch am Sonntag reichte der siebente Platz von Vergne trotz eines weiteren Ausfalls von Lotterer, damit sich DS TECHEETAH den so prestigeträchtigen Teamtitel holen konnte. Ein großer Triumph für den Rennstall rund um Mark Preston, zumal es in keiner anderen Motorsport-Serie weltweit so viele beteiligte Autohersteller gibt. Auch ein weiterer ehemaliger Formel-1-Fahrer freute sich: Pedro de la Rosa, einst bei Teams wie McLaren, Jaguar in der Formel 1 und ein enger Freund von Alexander Wurz, ist als Fahrer-Berater in diesem Team unter Vertrag.

Die große Vielfalt: Siege für Buemi und Frijns

Samstag war es (endlich) soweit – nach zwei Jahren Unterbrechung konnte die große Formel-E-Legende Sebastien Buemi endlich wieder gewinnen und das war zugleich der erste Sieg für Nissan e.dams in der ABB FIA Formula E Championship und der erste für das Team seit Nissan von Renault übernommen hat. Damit haben nun acht (!) von elf Teams Rennen in dieser Saison gewonnen, eine sensationelle Vielfalt, die auch bei den Fahrern zu erkennen ist: neun verschiedene Sieger gibt es hier und mit Envision Virgin Racing ist es nur einem einzigen Team gelungen, mit beiden Piloten heuer zu siegen. Nach Sam Birds Sieg in Santiago und dem Erfolg von Robin Frijns in Paris, war es nun abermals der Holländer, der auch im zweiten Lauf in New York gewinnen konnte, dank eines wirklich großartigen Überholmanövers gegen Alexander Sims (BMW i Andretti Motorsport). Wieder einmal hat Frijns dabei seinen außergewöhnlichen Mut bewiesen.

Die spektakulären Visionen: Nun kommen Porsche und Mercedes

Wenn die Season 6 und damit das zweite Jahr der so beeindruckenden Gen2-Ära in der ABB FIA Formula E Championship beginnt, dann werden zwei neue und bekannte Hersteller am Start sein: Porsche und Mercedes. Und hinter den Kulissen läuft bereits die Planungsphase für die Boliden der Generation 3, die ab der Season 9 (also ab 2022) eingesetzt werden.

Der Ausblick auf die 6. Saison und die voestalpine European Races 2020

Die neue Saison beginnt laut dem im Juni veröffentlichten, noch provisorischen, Kalender mit zwei Rennen am 21. und 22. November 2019 in Ad Diriyah, Saudi Arabien. Die voestalpine European Races finden in Rom, Paris, Berlin und zwei Mal in London statt, in der britischen Hauptstadt bilden die beiden Rennen am 25. und 26. Juli 2020 zugleich die Finalrennen der ABB FIA Forrmula E Meisterschaft. Fix dazu kommt auch ein Rennen in Seoul. Zudem wird es einige Regeländerungen geben – so bekommt nun der Schnellste der jeweiligen Qualifikationsgruppe einen Punkt in der  Meisterschaft. Und technisch ist künftig nur mehr ein Motor erlaubt – die Doppelmotorlösung, mit der Nissan e.dams in New York gewonnen hat, ist künftig verboten.

Gerald Enzinger