Berlin, Berlin – wir fahren durch Berlin! Heimspiel für voestalpine Throphy-Leader Lotterer & Team-Trio 4 Minuten Lesezeit
Formel E

Berlin, Berlin – wir fahren durch Berlin! Heimspiel für voestalpine Throphy-Leader Lotterer & Team-Trio

Gerald Enzinger
10 Jahre Chefredakteur der SportWoche und seit 20 Jahren als Journalist auf den Rennstrecken dieser Welt unterwegs. In Österreich u.a. für die Autorevue, www.motorprofis.at und die Kleine Zeitung.

„Berlin, Berlin – wir fahren nach Berlin!“ Was seit Jahrzehnten einer der berühmtesten Fan-Gesänge deutscher Fußball-Fans ist, gilt am Samstag Stunden vor dem deutschen Pokal-Finale 2019 auch für die Anhänger des modernsten Motorsports der Welt: geht doch in der deutschen Hauptstadt der BMW i Berlin-E-Prix über die Bühne, das vierte und vorletzte der voestalpine European Races der Saison. Was die Fahrer erwartet und wie sich Andre Lotterer, der Führende im Kampf um die 3D-gedruckte Trophäe der voestalpine, auf dieses Heimrennen vorbereitet.

Lokalmatadore träumen von Premiere

Formel E Strecke in Berlin

Formel E Strecke in Berlin

Die voestalpine European Races 2019 nähern sich der Zielgeraden – vierte und somit vorletzte Station in Europa ist Berlin, die Hauptstadt eines Landes, das einige der größten Automobilhersteller der Welt beherbergt.
Für drei Teams ist dieser zehnte Lauf zur ABB FIA Formula E Championship der 5. Saison auch ein Heimrennen: Audi Sport ABT Schaeffler, BMW i Andretti Motorsport und HWA RACELAB treten als Lokalmatadore an, ebenso die Fahrer Andre Lotterer, Daniel Abt, Pascal Wehrlein und Maximilian Günther. Letzterer, der Pilot von GEOX DRAGON Racing mit österreichicschen Wurzeln, hat sich mit starken Leistungen, vor allem in Paris, für dieses Heimrennen intern qualifiziert. Wehrlein (MAHINDRA RACING) ist längst überfällig für seinen ersten Sieg. Zuletzt wurde er in Monaco aus Reihe 1 guter Vierter. Und auch Andre Lotterer hat, unglaublicherweise, trotz zahlreicher Top-Platzierungen noch nie einen E-Prix gewonnen. Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt dafür. Denn der 38-jährige aus Duisburg ist noch voll im Rennen um die wichtigsten Trophäen der Saison, darunter die der voestalpine European Races.

Der Showdown naht

Die Spannung ist groß: Jean-Eric Vergne (DS TECHEETAH) ist es in Monaco als erstem (!) Piloten heuer gelungen, einen zweiten Sieg in dieser Saison zu feiern. Damit führt der Franzose auch in der Meisterschaft, in der noch Berlin, Bern und zwei Rennen in New York am Programm stehen. Vergne führt vor seinem Teamkollegen und Freund Lotterer, in der Wertung der voestalpine European Races ist es umgekehrt: Da führt der Deutsche vor Vergne, der sich den zweiten Platz mit Mitch Evans (Panasonic Jaguar Racing) und Robin Frijns (Envision Virgin Racing) teilt. In Lauerstellung auf Platz drei liegt Oliver Rowland.

Andre Lotterer

Im Interview erzählt uns Andre Lotterer, der Führende der voestalpine European Races, was ihm diese Titelkämpfe bedeuten.

 

Herr Lotterer, Sie führen in der Wertung der voestalpine European Races.

ANDRE LOTTERER: „Ein schönes Gefühl! Nach meinem zweiten Podestplatz in Paris durfte ich die Trophäe schon kurz in den Händen halten, sie ist einzigartig. Und nun komme ich als Führender zu meinem Heimrennen in Berlin. Mein Ziel ist klar: am Ende der erste Gesamtsieger in der Geschichte der ‘voestalpine European Races’ zu sein.“

 

In ihrem Team gab es vor der Saison eine große Veränderung: Früher bekam man als Kunde Antriebe von Renault, nun bildet TECHEETAH gemeinsam mit DS Automobiles ein Werksteam und bekommt von dort sein Antriebssystem. Was hat sich dadurch geändert?

ANDRE LOTTERER: „Vieles! Das ist ein großer Unterschied, nachdem wir in der vergangenen Saison einen Motor von Renault gemietet hatten. Das Team ist gewachsen und vor allem standen uns diesmal die 15 Testtage für Hersteller zu. Da haben auch die Erfahrungen, die Jean-Eric Vergne und ich im Rennsport gesammelt haben, geholfen. Ein Riesenteil der Vorbereitung in der Formel E ist es, dass das Mapping stimmt und das Auto genau das macht, was du willst. Zudem haben wir mehr Ressourcen und können schneller etwas entwickeln. Ich halte es für den absolut richtigen Weg, ein eigener Hersteller in der Formel E zu sein.“

 

Sie haben sehr viel Erfahrung, haben Le Mans gewonnen, waren WEC-Weltmeister, sind Formel 1 gefahren und sind auch in Japan ein Titelträger und Star. Wie sehen Sie die Zukunft der Formel E?

ANDRE LOTTERER: „Ja toll. Alle haben die gleichen Autos, die Aerodynamik ist weitestgehend irrelevant und dadurch entsteht eine gute Show. Das ist anders als in anderen Serien. Und es werden weitere Innovationen kommen: Die Idee des Fast Charging, des sehr schnellen Aufladens der Batterien, finde ich interessant. Zudem hat das auch Relevanz für die Automobilindustrie. Wir müssen nur aufpassen, dass die Kosten für Batterien nicht zu sehr in die Höhe schnellen.“

 

 Der BMW i Berlin-E-Prix presented by CBMM Niobium, das vierte der voestalpine European Races, startet am Samstag, dem 25. Mai 2019, um 13.00 Uhr. ORF eins, Eurosport 1 und ARD übertragen live.

Gerald Enzinger