voestalpine startet Qualifizierungsprogramm für asylberechtigte Flüchtlinge 2 Minuten Lesezeit
Engagement

voestalpine startet Qualifizierungsprogramm für asylberechtigte Flüchtlinge

Christopher Eberl
Holds editorial responsibility for career topics and for the apprentice website. His stories offer insights into the world of work at voestalpine.

Im Rahmen ihres Engagements für Flüchtlinge hat die voestalpine ein eigenes Modell zur Integration von Jugendlichen in die Lehrlingsausbildung des Konzerns entwickelt. Die ersten Jugendlichen mit anerkanntem Asylstatus starteten Anfang März am Standort Linz ihr Vorbereitungs- und Qualifizierungsprogramm.

Vor dem Hintergrund der dramatischen Flüchtlingssituation in Europa spendete die voestalpine insgesamt 1,5 Millionen Euro an die beiden Hilfsorganisationen Caritas Österreich und Ärzte ohne Grenzen. Zusätzlich möchte der Konzern rund 30 jugendlichen Asylberechtigten durch ein maßgeschneidertes Programm die Perspektive auf eine mögliche Lehrstelle an seinen österreichischen Standorten bieten. Die voestalpine sieht dies als Teil ihrer sozialen Verantwortung und will damit insbesondere jungen Menschen fern ihrer Heimat eine Chance auf eine berufliche Zukunft geben.

Einzigartiges Qualifizierungsprogramm

Um den Jugendlichen einen bestmöglichen Einstieg in eine später mögliche Lehrlingsausbildung zu eröffnen, hat die voestalpine eigens ein Programm zur Vorqualifizierung entwickelt. Neben dem praktischen Rüstzeug liegt der Fokus in dieser 6-monatigen Vorbereitungszeit auch auf sprachlichen, sozialen und kulturellen Kompetenzen, die in Kooperation mit externen Ausbildungsträgern vermittelt werden sollen. Nach dieser Vorbereitungszeit, in der für den Jugendlichen noch kein Beschäftigungsverhältnis im Unternehmen besteht, werden geeignete Jugendliche in ein normales Lehrverhältnis übernommen. In der Vorbereitungsphase erworbene Teilqualifizierungen können bereits einen wertvollen Vorteil am Arbeitsmarkt darstellen.

Bei der Auswahl der Programmteilnehmer wird eng mit dem AMS, der Industriellenvereinigung und weiteren externen Ausbildungsträgern zusammengearbeitet. Voraussetzung für eine Teilnahme ist, dass der Jugendliche anerkannten Asylstatus in Österreich besitzt. Die 30 geplanten Ausbildungsplätze werden auf die vier Divisionen des voestalpine-Konzerns aufgeteilt: Steel Division (15 Personen), Metal Engineering Division (5-7 Personen), Special Steel Division (5-7 Personen) und Metal Forming Division(2 Personen).

Start des Intensivierungskurses am Standort Linz

Gemeinsam mit dem Linzer Sozialverein VSG wählte die Steel Division des voestalpine-Konzerns mit Sitz am Standort Linz die ersten 10 Jugendlichen aus, die Anfang März das Vorbereitungs- und Qualifizierungsprogramm begonnen haben. Die Auswahl wurde mithilfe von Praxistagen sowie Kompetenzchecks getroffen, wobei hier vor allem auf soziale Fähigkeiten, Deutschkenntnisse und praktische Geschicklichkeit geachtet wurde. Ein Teil des Vorbereitungsprogramms, den der Linzer Sozialverein VSG übernimmt, umfasst die Verbesserung der Sprachkompetenz sowie der theoretischen Wissensgrundlagen auf Basis der 9. Schulstufe. Zudem erlernen die asylberechtigten Jugendlichen im Ausbildungszentrum der Steel Division in Praxisblöcken erste berufsbezogene Fähigkeiten. Hier sind sie im normalen Ablaufprozess des Ausbildungszentrums integriert und Bestandteil der Lehrausbildung.

Weitere 5 potenzielle Lehrlinge werden ab April 2016 in einer Kooperation mit dem AMS und der Industriellenvereinigung OÖ aufgenommen. Ab diesem Zeitpunkt befinden sich die 15 für Linz vorgesehen Jugendlichen im wie bereits oben beschriebenen 6-monatigen Vorbereitungskurs. In diesem Zeitraum sollen die Potenziale und Fähigkeiten der Teilnehmer ausgelotet werden. Startzeitpunkt für eine mögliche Lehre wäre dann im Herbst (ab 1. September) 2016.

 

 

Christopher Eberl