voestalpine open space: Raum für Lichtmaschinen bei Crossing Europe 3 Minuten Lesezeit
voestalpine open space

voestalpine open space: Raum für Lichtmaschinen bei Crossing Europe

Viktoria Steininger
Redaktionell verantwortlich für die Themen am Blog, recherchiert und schreibt Viktoria Steininger auch selbst und gibt mit Geschichten Einblicke in den voestalpine-Konzern.

Während des Linzer Filmfestivals “Crossing Europe” wird im voestalpine open space eine Kunstinstallation gezeigt. Künstlerin Viktoria Schmid beleuchtet ihre Installation im Interview.

voestalpine open space

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Hoch über dem OÖ Kulturquartier in Linz entstand 2014 ein neuer Kultur- und Erlebnisraum: Der „voestalpine open space“. Dieses weltweit einzigartige Kultur- und Raumlabor eröffnet spannenden Kulturprojekten neue Möglichkeiten. Dieses Jahr wird er während dem Linzer Filmfestival „Crossing Europe“ vom 23. bis 28. April Umgebung für die Installation “The clouds are not like either one – they do not keep one form forever” von Viktoria Schmid sein.

Können Sie Ihre Installation kurz beschreiben?

voestalpine open space

voestalpine open space beim Crossing Europe. Foto: Otto Saxinger

Für diese 3-Kanal-Filminstallation mit drei Projektionsleinwänden wurden hintereinander drei schwarzweiße 16mm-Filme jeweils mit einem roten, grünen und blauen Filter belichtet. Diese werden als Positivfilm durch denselben Farbfilter wie bei der Aufnahme projiziert. Die drei Filmloops treffen sich in der dritten, überlappenden Projektion, es entsteht basierend auf dem additiven Farbmischverfahren ein Farbbild.

Die drei Filmloops zeigen den gleichen Ausschnitt eines Wolkenhimmels?

Ja, aber durch die unterschiedlichen Aufnahmezeitpunkte unterscheiden sie sich voneinander. Dadurch entstehen die farblichen Abweichungen vom herkömmlichen Bild – dem blauen Himmel mit weißen Wolken. Durch das Betreten der Installation schlüsselt sich das Verfahren auf. Auf der zweiten Projektionsleinwand überlappen sich die Projektionsebenen teilweise, auf der letzten sind die drei RGB-Bilder getrennt abgebildet. Die Installation ist begehbar, dadurch kommt eine zusätzliche Dimension dazu.

Bei Installationen ist auch die Umgebung wichtig … wie erleben Sie den voestalpine open space als Rahmen für Ihre Installation?

Der Wolkenhimmel ist eine Wahrnehmung im Tageslicht, in der Installation ist dies umgekehrt, die Projektion wird erst und nur in der Nacht sichtbar. Die Installation, die bisher in einer abgeschlossenen Blackbox zu sehen war, wird in den öffentlichen Raum – unter freiem Himmel – übertragen. Sie ist räumlich zweigeteilt:

  • Vom Hof bzw. Mediendeck des OKs sieht man die Rückprojektionsleinwand, die an der Außenseite des voestalpine open space angebracht ist. Auf dieser sieht man alle drei Projektionsbilder übereinander projiziert.
  • Beim Betreten des voestalpine open space trifft man auf die anderen beiden Leinwände.

Sie rekonstruieren mit Ihrer Installation eine Methode des Physikers James Clerk Maxwell, mit der 1861 das erste Farbfoto entstand. Wie wichtig sind diese methodischen Bezüge für Ihre Arbeit?

Im Zuge einer Recherche bin ich auf die zahlreichen Pioniere gestoßen, die versucht haben, die Farbe ins Kino zu bringen, lange bevor der chemische Farbfilm entwickelt wurde. In meinen Arbeiten sind technische Phänomene meine Ausgangspunkte.

"Die Technik bzw. das Medium ist wie ein Protagonist oder Co-Autor ein wichtiger Teil des Entstehungsprozesses und der fertigen Arbeit. "
Viktoria Schmid

Wie kamen Sie auf das Thema Wolken?

Wolkenhimmel

Wolkenhimmel

Ich war auf der Suche nach einem Sujet, das Bewegung in sich hat – für die Übersetzung des fotografischen Verfahrens ins Filmische. Und Wolken sind immer in Bewegung, sowohl in der Atmosphäre als auch in sich selbst. Weiters hat mich die Analogie von Film bzw. Kino und Wolken interessiert.

Worin liegt diese Analogie?

Wolken können nicht berührt werden und sind wie Film ein Seherlebnis. Wolken und das fotografische Abbild basieren beide auf chemischen Prozessen: Sie sind Lichtmaschinen und werden aufgrund von Lichtbrechung wahrnehmbar. So wie eine Fotografie dadurch zustande kommt, dass Licht auf einen lichtempfindlichen Träger trifft und diesen belichtet, so ist das Erscheinungsbild der Wolken abhängig von der Lichtquelle. Sowie beim Projizieren eines Filmes Licht durch diesen geschickt wird, wodurch das Bild auf der Leinwand erscheint, so scheint das Licht durch die Wolken hindurch.

Weitere Informationen:

 

THE CLOUDS ARE NOT LIKE EITHER ONE – THEY DO NOT KEEP ONE FORM FOREVER
Filminstallation von Viktoria Schmid (AT)
tgl. 23.4. bis 28.4. 20:00 bis 23:00
voestalpine open space 

 

 

 

Viktoria Steininger