Product Sustainability: Was bedeutet „Nachhaltigkeit“ für voestalpine? 4 Minuten Lesezeit
Umwelt

Product Sustainability: Was bedeutet „Nachhaltigkeit“ für voestalpine?

Mareike Felhofer
Mareike Felhofer ist im Team Internal Communications für die Mitarbeiterkommunikation verantwortlich. Für den Corporate Blog schreibt sie vorwiegend Artikel rund um die Themen health & safety, Corporate Responsibility, Umwelt und Energie oder lässt Mitarbeiteraktionen und –events Revue passieren.

Anfang April trafen sich erstmals alle betroffenen Gesellschaften und Fachbereiche zum Thema Product Sustainability, das den voestalpine-Konzern künftig verstärkt beschäftigen wird.

Corporate Responsibility – also die ökologische, ökonomische und soziale Performance eines Unternehmens, Werkstoffs oder Produkts – gewinnt bei Kunden und Investoren, als auch in der breiten Öffentlichkeit immer mehr an Bedeutung. Ein wichtiger Aspekt ist dabei Product Sustainability – die Betrachtung eines Produktes hinsichtlich nachhaltiger Kriterien über die gesamte Lebensdauer hinweg.
Auch auf politischer und gesetzlicher Ebene wird das Thema verstärkt im Zusammenhang mit Klimaschutz adressiert.

Produktnachhaltigkeit

Breite Relevanz im voestalpine-Konzern

Sehr stark von der Automobilindustrie getrieben, wird die Thematik auch für andere Branchen bzw. deren Lieferanten – zunehmend relevant. Die inhaltliche Bandbreite von Corporate Responsibility im Allgemeinen und Product Sustainability im Besonderen betrifft alle Divisionen der voestalpine und praktisch jede Gesellschaft, jeden Bereich und jede Funktion.

Damit besteht die Herausforderung einer konsistenten und einheitlichen Positionierung sowie Koordination gegenüber allen Anspruchsgruppen wie Kunden, Kapitalmarkt, Politik, Interessenvertretungen, Öffentlichkeit und Mitarbeitern. Es geht dabei auch um die Frage der Transparenz – welche Informationen und Daten gibt das Unternehmen nach außen weiter? – und zum anderen um die voestalpine-Interessen bei Regelungen, Gesetzen und Normen.

Der Vorstand der voestalpine AG hatte sich im Herbst letzten Jahres mit dem Thema befasst, das nun verstärkt konzernal in Richtung künftiger Chancen für Produkte, Geschäftsfelder und Technologien der voestalpine behandelt werden soll.

Den Auftakt dazu bildete der Product-Sustainability-Workshop der voestalpine. Vertreter aller Divisionen, zahlreicher Gesellschaften und Fachbereiche der voestalpine AG und der Steel Division – Strategie, Forschung, Verkauf Automotive und Hausgeräte, Corporate Responsibility, Umweltmanagement oder Kommunikation – haben sich im Gästehaus der voestalpine in Linz zu einem Informationsaustausch und Arbeitstreffen zusammengefunden. Wie beeinflusst Nachhaltigkeit die Konzernstrategie? Wie sieht das politische Umfeld aus? Was erwarten Kunden diesbezüglich von uns? Welche Aktivitäten laufen bereits und wo gibt es noch konkreten Handlungsbedarf?

Produktnachhaltigkeit

„Strategischer Ansatz statt Greenwashing“

Als Vertreter des Vorstandes betonte Herbert Eibensteiner in seiner Auftaktrede, dass sich das Thema Nachhaltigkeit von einem Nischen- zu einem Mainstream-Thema gewandelt habe, das privates Konsumverhalten, öffentliche Wahrnehmungen und zunehmend politische Entscheidungen beeinflusse. Der langfristige Erfolg und die Zukunftsfähigkeit des Konzerns werden unter anderem davon abhängen, wie glaubwürdig voestalpine mit dem Thema umgehe. „Dafür braucht es einen strategischen Ansatz – Greenwashing und Aktionismus sind hier fehl am Platz“.

"Das heißt: gemeinsames Know-how aller unserer Experten bündeln und möglichst konkrete Ergebnisse: Was haben wir noch zu tun, wo müssen wir noch etwas verbessern, wo muss man etwas intensivieren, damit letztlich Mehrwert in Form von Geschäftsfeldern, Marktpotenzialen, Produkten und Imagegewinn resultiert oder konkrete Forderungen an die Politik abgeleitet werden können."
Herbert Eibensteiner, Mitglied des Vorstandes der voestalpine AG und Leiter der Steel Division

Was ist „Product Sustainability“?

  • Nachhaltigkeitsaspekte unter ökologischen, ökonomischen und sozialen Gesichtspunkten werden immer häufiger in den Geschäftsbeziehungen zwischen B2B-Unternehmen und bei öffentlichen Vergabeprozessen berücksichtigt und auch von Endkunden bzw. Verbrauchern in die Kaufentscheidungen miteinbezogen.
  • voestalpine ist als Teil verschiedener Liefer- und Wertschöpfungsketten zunehmend gefordert, einerseits eine nachhaltige Unternehmensführung und -strategie für die voestalpine AG darzustellen und andererseits verschiedenen Stakeholdern (etwa Geschäftspartnern, Investoren, NGOs, Verbänden oder öffentlichen Stellen) transparente Informationen über die Nachhaltigkeit der Produkte zu geben.
  • Die Anforderungen zur Produktnachhaltigkeit (Product Sustainability) fokussieren gegenwärtig stark auf ökologische Aspekte, also jene Informationen, die eine ökologische Produktbewertung auf objektivierbarer und faktischer Grundlage über Unternehmensgrenzen hinweg ermöglichen.
  • Lebenszyklusbetrachtung (LCA – Life Cycle Assessment oder Ökobilanzierung) betrachtet die gesamte Prozess- und Wertschöpfungskette und ermittelt daraus eine ganzheitliche Darstellung der Umweltauswirkungen.
  • Im Konkreten wird von unterschiedlichen Anspruchsgruppen bereits eine Vielzahl an transparenten und abgesicherten Informationen etwa zu „Fußabdrücken“ bei CO2 und Wasser, Umweltproduktdeklarationen (Environmental Product Declarations, EPD) oder LCA-Daten von voestalpine eingefordert.
  • Auch in der Gesetzgebung und in verschiedenen Regulativen sind diese Informationen entweder bereits vorgeschrieben oder finden darin sukzessive Einzug.
  • Produktnachhaltigkeit umfasst darüber hinaus auch die Aspekte unserer Produkte hinsichtlich gefährlicher Inhaltsstoffe, Konfliktmineralien, Einhaltung der Anforderungen aus den direkt auf Stahlprodukte anwendbaren Umweltgesetzen und Regulativen (z. B. REACH, RoHS, ELV) sowie spezifische Kundenanforderungen und Zertifizierungen unserer Produkte und dafür erforderliche Produktionsprozesse.

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Mareike Felhofer