Nachhaltigkeit im Fokus 3 Minuten Lesezeit
Umwelt

Nachhaltigkeit im Fokus

Volkmar Held

Von Nachhaltigkeit sprechen alle, doch was versteht man darunter? Und was hat die Eisen- und Stahlproduktion damit zu tun? Für den Technologiekonzern voestalpine gehört Nachhaltigkeit ebenso wie Ressourcenschutz und Life Cycle Assessment zu den zentralen Begriffen des Handelns.

„Nachhaltigkeit“ ist ein mehr als 300 Jahre alter Begriff. Sein Grundgedanke gewinnt aber ständig an Bedeutung: In jeglichem Handeln auf lange Sicht die mögliche Erschöpfung natürlicher Ressourcen zu berücksichtigen. Das neu aufkommende Synonym „enkelgerecht“ klingt noch ungewohnt, drückt aber das Ziel nachhaltigen Handelns deutlich aus. Seiner Logik folgt auch der Bericht der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung.

Eingriffe in die Natur minimieren

Nachhaltigkeit bezeichnete anfänglich lediglich ein forstwirtschaftliches Prinzip. Seine Kernaussage: Nie mehr aus der Natur entnehmen, als nachwachsen kann. Heute wissen wir, dass es darüber hinaus in unserer Verantwortung liegt, auch nachkommenden Generationen ausreichende Ressourcen zur Verfügung zu überlassen – wie beim Eisenerz, das schließlich kein nachwachsender Rohstoff ist.

Energieversorgung der voestalpine

Zwar steht Eisen auf Platz 4 der Liste häufigster Elemente in der Erdkruste, seine wirtschaftliche Erschließung aus abbauwürdigen Vorkommen ist jedoch mit steigendem Aufwand verbunden: Deckgebirge abtragen, Erze mit geringem Eisengehalt und so genanntes taubes Gestein abscheiden und oft lange Transportwege zur Weiterverarbeitung überwinden. Für alle diese Schritte müssen zusätzliche Ressourcen in Anspruch genommen werden. Je weniger „frisches“ Eisen zur Deckung des Bedarfs produziert werden muss, desto nachhaltiger handeln wir.

Lebenslanges Recycling

Dem Nachhaltigkeits-Status von Stahl kommt seine Nutzung im geschlossenen Stoffkreislauf zugute. So berechnete die World Steel Association, dass seit 1900 mehr als 25 Mrd. Tonnen Stahl wiederverwertet wurden. Dadurch konnten Ressourcen in Höhe von 35 Mrd. Tonnen Eisenerz unberührt bleiben, das entspricht der brasilianischen Erzförderung über einen Zeitraum von 80 Jahren – auf der Höhe von 2017. Außerdem konnte durch diese Wiederverwertung auf den Einsatz von 18 Mrd. Tonnen Kohle für die Reduktion des Erzes verzichtet werden.

Recycling gehört daher zu den wichtigsten Elementen nachhaltigen Eisen- und Stahleinsatzes, was die Betrachtung über den Lebenszyklus (Life Cycle Assessment/LCA) bestätigt.

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Nachhaltigkeit in Zahlen

  • 37 % recycelter Stahlanteil sind durchschnittlich in neuen Stahlprodukten enthalten;
  • 630 Mio. Tonnen Stahlschrott werden jährlich wiederverwertet;
  • 90 % des Stahls, der in Autos verbaut ist, werden durchschnittlich recycelt.

Weltweit setzt die Stahlindustrie technologiebedingt ein Drittel ihres Ausgangsmaterials in Nebenprodukte um. Auch diese finden nachhaltige Weiterverwendung in verschiedenen Industriezweigen von der Bau- bis zur Elektronikbranche.

Nachhaltigkeit und Life Cycle Assessment

Die Komplexität unserer Welt erlaubt es nicht mehr, unter dem Begriff der Nachhaltigkeit nur den ressourcenschonenden Umgang mit Rohstoffen und Energie zu fassen. Technologien und Anlagen werden mithilfe von Forschung und Entwicklung ständig hinsichtlich ihrer Ressourcenschonung, Umweltfreundlichkeit und Effizienz optimiert.

voestalpine schont Ressourcen

  • Um 15 % senkte die voestalpine zwischen 1999 und 2015 den Energiebedarf zur Herstellung einer Tonne Rohstahl.
  • Um 22 % reduzierte der Konzern in den vergangenen drei Jahrzehnten den technologisch unabwendbaren CO2-Ausstoß.

Die konsequenten Anlagen- und Prozessoptimierungen haben damit das praktisch technisch mögliche Niveau der CO2-Emissionen erreicht. So lange Kohlenstoff (aus dem Hochofenkoks) für die Reduktion der Eisenverbindungen im Erz zum Einsatz kommt, wird wohl keine weitere signifikante Senkung erzielt werden können – die voestalpine forscht daher an neuen Verfahren, die auf der Basis von nachhaltig erzeugtem Wasserstoff neue Wege der Stahlerzeugung öffnen.

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Life Cycle Assessment (LCA), die Betrachtung von Produkten über ihren ganzen Lebenszyklus hinweg, wirkt als ein deutliches Indiz für nachhaltiges Wirtschaften. Auf einen Werkstoff angewandt, berücksichtigt LCA den Ressourceneinsatz, der mit seiner Herstellung, Verarbeitung und Wieder- und Weiterverwendung verbunden ist. Das Resultat ist deutlich: Stahl hält den Nachhaltigkeits-Rekord unter den nicht nachwachsenden Konstruktionswerkstoffen.

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In den kommenden Wochen werden wir Sie in unserem Blog mit weiteren Aspekten der Nachhaltigkeit und ihrer Berücksichtigung im Technologiekonzern voestalpine vertraut machen.

 

 

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