Höhere Arbeitssicherheit, Unfallhäufigkeit gesenkt! 3 Minuten Lesezeit
Soziale Verantwortung

Höhere Arbeitssicherheit, Unfallhäufigkeit gesenkt!

Christopher Eberl
Christopher Eberl ist redaktionell verantwortlich für die Karriere-Themen sowie für die Lehrlingswebsite. Mit seinen Geschichten gewährt er Einblicke in die Arbeitswelten des voestalpine-Konzerns.

Mit einem umfassenden Programm ist es Chief Health & Safety Officer Franz Gleiss und dem dazugehörigem Committee binnen drei Jahren gelungen, die Unfallhäufigkeit im voestalpine-Konzern um 30% zu senken.

Sicher ist sicher. Und sicher ist, dass man mit einem Ziel vor Augen und der nötigen Entschiedenheit auf dem Weg dorthin Vieles erreichen kann. So wie die voestalpine, die in den vergangenen Jahren viel dafür getan hat, um die Arbeit auf ihren Werksarealen in aller Welt noch sicherer zu machen. Mit beachtlichem Erfolg, wie sich Franz Gleiss, der Chief Health & Safety Officer des Konzerns, freut: Seit dem Geschäftsjahr 2015/2016 ist die Unfallhäufigkeit bei der voestalpine um 30% zurückgegangen.

Der Index, den Franz Gleiss und das Health & Safety Committee (Michael Tischler, Michael Ebner, Isabel Lamplmayr, Markus Müller und Klaus Haidinger) dabei im Auge haben, ist die sogenannte Lost Time Injury Frequency Rate. Sie gibt an, wie oft es pro einer Million Arbeitsstunden zu Unfällen kommt. War das vor drei Jahren statistisch noch 16,1 Mal der Fall, liegt die Rate aktuell nur mehr bei 11,3 Unfällen je Arbeitsstundenmillion. Was die geografische Verteilung betrifft, gibt es eine Überraschung: Im vermeintlich überregulierten und sicherheitsverliebten Europa ist die Unfallhäufigkeit etwas höher als in Asien und in den beiden Amerikas.

Arbeitssicherheit

Leadership ist gefragt

Beruht so ein, Erfolg darauf, sich das Sicherheitsthema immer wieder und wieder bewusst zu machen? “Nein”, sagt voestalpine-Sicherheitsdirektor Franz Gleiss:

"Es gehört vielmehr dazu. Sicherheit entsteht durch die Kombination aus Safety Leadership, dem Commitment aller für sicheres Arbeiten und einer Sicherheitskultur, die auch dann funktioniert, wenn keine Führungs- oder Sicherheitsfachkraft zusieht."
ZitatChief Health & Safety Officer Franz Gleiss

Leadership im Sicherheitsbereich leben die Führungskräfte vor, wenn sie sich in Begleitung eines Sicherheitsprofis auf einem “Safety Walk” regelmäßig im Betrieb ein Bild davon machen, inwieweit die Arbeitspraxis den Sicherheitsvorschriften entspricht: Wird ohne Fahrlässigkeiten gearbeitet? Tragen die Mitarbeiter ihren persönlichen Arbeitsschutz? Sind bei Höhenarbeiten Gurte und Seilsicherungen im Spiel? Für Vorstände sind diese Inspektionen einmal im Jahr verpflichtend, für Geschäftsführer einmal im Quartal.

Der Vergleich macht sicher

Begonnen hat alles im Oktober 2015 mit einem Konzernsicherheitsprojekt über alle Divisionen- und Gesellschaftsgrenzen hinweg. Seither liefern alle Einheiten monatlich standardisierte Sicherheitskennzahlen ab und stehen damit im positiven Wettbewerb um die besten Werte. Wo man im Vergleich zu den anderen sicherheitsmäßig steht, kann man auch mit den Safety Webtools des Konzerns ermitteln: Per interaktiver Selbstüberprüfung lässt sich in Sachen Sicherheit eine Standortbestimmung samt daraus abgeleiteter Maßnahmeplanung vornehmen. Ohne Standortbestimmung in Sachen Sicherheit geht auch keine Beiratssitzung in den einzelnen Konzerngesellschaften über die Bühne: “Health & Safety” ist verbindlich ein fixer Tagesordnungspunkt. “Dadurch sind viele Aktivitäten auf dem Shopfloor angestoßen worden”, weiß Franz Gleiss.

Arbeitssicherheit

Barbecue für die Belegschaft

Das jährliche gesellschaftsübergreifende Treffen der Sicherheitsfachleute im Konzern sorgt dafür, dass alle von wirksamen neuen Sicherheitsmaßnahmen in einzelnen Werken erfahren. Im Austausch über Methoden und Prozessen zur Unfallreduktion sind sukzessive die heute gültigen Sicherheitsstandards und -vorschriften innerhalb der voestalpine entstanden. Dazu gehört auch die Pflicht, Beinahe-Unfälle zu melden und mit entsprechenden Maßnahmen künftig auszuschließen. Für die jeweils beste Sicherheitsmaßnahme gibt es für jede Division einen jährlichen Safety Award.

Was das Zelebrieren von Sicherheit betrifft, geht die nordamerikanische Konzerngesellschaft Nortrak noch einen Schritt weiter: Für ein unfallfreies Arbeitsjahr in einem Werk gibt es ein Barbecue für die ganze Belegschaft.

Arbeitssicherheit

Christopher Eberl