Nestroy am Burgtheater 3 Minuten Lesezeit
Kultur

Nestroy am Burgtheater

Volkmar Held

voestalpine ist aktueller Hauptsponsor des Burgtheaters für die Spielzeiten 2016/17 und 2017/18. Im Rahmen dieser Partnerschaft wird ein Einblick in Johann Nestroys „Liebesgeschichten und Heiratssachen“ gewährt.

Szenenbild

Szenenbild mit Marie-Luise Stockinger (als Fanny) und Markus Meyer (Nebel) (© Burgtheater/Georg Soulek)

Am 13. April 2017 erlebte Johann Nestroys „Liebesgeschichten und Heiratssachen“ an der bekanntesten deutschsprachigen Schauspielbühne – dem Burgtheater – seine Premiere. Regisseur Georg Schmiedleitner und Schauspielerin Marie-Luise Stockinger kommen zwei Beteiligte aus Oberösterreich, wo auch die voestalpine ihren Ursprung hat.

Karten für „Liebesgeschichten und Heiratssachen“ gewinnen

Sie möchten sich das Stück im Wiener Burgtheater ansehen? Dann nutzen Sie unser Gewinnspiel: Senden Sie ein E-Mail mit dem Betreff „Liebesgeschichten und Heiratssachen“ an socialmedia@voestalpine.com und gewinnen Sie zwei Freikarten für den 21. Mai 2017. Die Teilnahmefrist ist der 05. Mai 2017, 12:00 Uhr. Zu den Teilnahmebedingungen

Das Stück

Nestroys „Posse mit Gesang“ blickt auf mehr als eineinhalb Jahrhunderte zurück. Dafür, dass sie trotzdem nicht als altbackene Theaterware daherkommt, sorgen ihre Qualität und die Arbeit des Burg-Teams unter Regisseur Georg Schmiedleitner. „So ein Nestroy altert nicht“, erläutert der gebürtige Linzer. „Er hat seine Stücke offensiv und bissig geschrieben, zeitlos. ‚Liebesgeschichten und Heiratssachen‘ ist das Zerrbild einer gierigen Gesellschaft, in deren Mittelpunkt Geld, Reichtum und gesellschaftlicher Aufstieg stehen.“

„Das ist ein Börsenspiel mit Menschen“, ergänzt Marie-Luise Stockinger, die als Fleischselcher-Tochter Fanny auf der Bühne des Burgtheaters zu sehen ist. Das Stück übertrage ökonomisches Preis-Leistungs-Denken auf familiäre zwischenmenschliche Beziehungen, umreißt die junge Schauspielerin den Kampf der Bühnengestalten Nestroys um Geld und Macht.

Doch trotz aller sich andeutender Dramatik: Aus der Not der Figuren entsteht immer wieder eine Komik, die die Inszenierung zu einem amüsanten Abend macht.

Die Künstler

Georg Schmiedleitner

Regisseur Georg Schmiedleitner (© Burgtheater/Georg Soulek)

Die Einsatzorte des Gastregisseurs am Burgtheater wechseln und erfordern einen eher nomadischen Lebensstil. „Mein Fixpunkt ist das Auto“, umreißt er seine Lebenswelt – eine im Theaterbetrieb übliche Konstellation. Mit dieser Unstetigkeit ist aber keinesfalls Planlosigkeit verbunden. „Kreativität erfordert eine feste Struktur. Pünktlichkeit, Kreativität, Aktivität – das ist unser Gesetz“, setzt er dem vielerorts noch stammtischgesprächigen Bild eines planlos in den Tag lebenden Künstlers entgegen.

Marie-Luise Stockinger

Marie-Luise Stockinger (© Burgtheater/Reinhard Werner)

Marie-Luise Stockinger, ein Youngster an der Wiener Burg, zieht einen deutlichen Vergleich: „Im Grunde gleicht sich der Tagesablauf, ob ich nun Arbeiter bei der voestalpine bin oder Berufsschauspieler. Was bei dem einen die Schichten im Betrieb sind, heißt bei uns feste Proben-, Ruhe- und Vorstellungszeit. Disziplin ist da eine sehr wichtige Komponente, ich halte nicht viel von einem anarchischen ‚Künstlerleben‘”.

Wie auch sonst könne gemeinsam eine gelungene Inszenierung erarbeitet werden. Auf der Bühne sieht man nur einen Teil dieser Bemühungen, die schließlich auch Ton- und Lichttechniker, Bühnenarbeiter und viele weitere helfende Hände umfasst. Gut 50 seien es für eine Schauspielinszenierung wie das aktuelle Nestroy-Stück.