Neue Wärmerückgewinnungsanlage im Kraftwerk Linz 2 Minuten Lesezeit
Energie

Neue Wärmerückgewinnungsanlage im Kraftwerk Linz

Viktoria Steininger (Karenz)
Redaktionell verantwortlich für die Themen am Blog, recherchiert und schreibt Viktoria Steininger auch selbst und gibt mit Geschichten Einblicke in den voestalpine-Konzern.

Aus einzelnen Verbesserungsideen von Mitarbeitern wurde eine neuartige Wärmerückgewinnungsanlage im Kraftwerk am Standort Linz entwickelt. Damit werden bis zu 900.000 Euro im Jahr an Energiekosten gespart.

Im Kraftwerk am Standort Linz gab es schon immer viele einzelne Ideen von Mitarbeitern, die sich mit Wärmerückgewinnung beschäftigten. Aus den Einzelideen des Kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP) wurde schließlich ein Paket geschnürt und zu einem großen Projekt verarbeitet. Das Projekt besteht aus zwei Teilbereichen:

  1. Dampfkondensatrückführung und
  2. Abwasserrückführung

Nutzung der Abwärme

KVP

Aus den Einzelideen des Kontinuierlichen Verbesserungsprozesses (KVP) wurde ein Paket geschnürt.

In herkömmlichen Kraftwerken werden nur 30-40 % der eingesetzten Primärenergie in Strom umgewandelt. Sehr viel Energie mit jedoch geringem Temperatur- und Druckniveau wird verworfen. Die Kunst ist es, dieses Abwärmepotenzial sinnvoll zu nutzen. Ein Teil dieses Abwärmeverlustes, der in Form von Dampfschwaden über den Kraftwerksanlagen entweicht, kann nun genutzt werden. Mit dem neuen Konzept wird fein zerstäubtes Wasser in die Überdachleitungen eingedüst. Der dabei entstehende Nebel kondensiert, das warme Wasser fließt über die Sammelleitungen in die Wärmerückgewinnungsanlage, wo dann die Energie weiter genutzt wird. Wärme, die einfach „verpufft“, gehört somit der Vergangenheit an.

800.000 m3 Donauwasser pro Jahr eingespart

wasserkreislauf

Ein geschlossener Wasserkreislauf leitet warmes Wasser zur weiteren Nutzung in ein Sammelbecken. Das spart jede Menge Energie und Donauwasser.

In jedem Kraftwerksblock fallen 80-90 °C heiße Abwässer an, die bisher mit Donauwasser auf 30 °C abgekühlt und in die Donau abgeleitet wurden. Der Wärmeverlust von 50-60 °C, der früher verpuffte, wird nun genutzt. Ein geschlossenes Rohrleitungssystem transportiert das heiße Wasser in einen Sammelbehälter, über einen Wärmetauscher wird Prozesswasser vorgewärmt und das abgekühlte Wasser nach einer Vorreinigung in die Wasseraufbereitung rückgeführt. Für das Aufheizen des Prozesswassers wurde früher Dampf benötigt, der durch diese Maßnahme eingespart wird. Als „Nebeneffekt“ werden durch den geschlossenen Kreislauf bis zu 800.000 m3 Donauwasser als Kühlmedium pro Jahr eingespart.

Aus vielen einzelnen KVP-Ideen der Mitarbeiter wurde so eine neuartige Wärmerückgewinnungsanlage im Kraftwerk. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen: Mit einer Investition von 1,5 Mio. Euro können pro Jahr bis zu 900.000 Euro eingespart werden. Nach 1,7 Jahren hat sich die Investitionssumme amortisiert. Bei steigenden Energiekosten rechnet sich die Innovation künftig wahrscheinlich noch deutlicher.

Viktoria Steininger (Karenz)