Klimaschutz und Energiewende im Fokus 3 Minuten Lesezeit
Energie

Klimaschutz und Energiewende im Fokus

Mareike Felhofer

Das Ziel einer Dekarbonisierung der Stahlproduktion bis 2050 stellt die Stahlindustrie, aber auch den Energiesektor vor technische wie auch wirtschaftliche Herausforderungen. In den nächsten Monaten wird im Rahmen des aktuellen Kommunikationsschwerpunkts „Umwelt“ beleuchtet, wie die Themen “Energie“ und “Klima“ verschränkt sind und welche Beiträge voestalpine heute bereits leistet, um die Energiewirtschaft der Zukunft Realität werden zu lassen.

„Die Klimadebatte ist jetzt mehr zur Energie-Diskussion geworden“, erzählt Johann Prammer, Leiter des Strategischen Umweltmanagements der voestalpine AG, von den Entwicklungen auf Ebene der EU-Entscheidungsträger seit dem Pariser Abkommen. Die Ziele in Europa – Reduktion der CO2-Emissionen um 80 – 95 % bis zum Jahr 2050 – seien klar, doch mittlerweile denke man schon weiter: „Denn es ist nicht zielführend, einseitig nur den CO2-Ausstoß verringern zu wollen, wie man das mit dem Emissionshandel beabsichtigt hat. Sondern es ist wichtig, auch die Energieeffizienz steigern und den übrigen Energiebedarf mit erneuerbaren Quellen decken zu können.“

"Weg von fossiler, hin zu erneuerbarer Energie – das steht jetzt im Fokus. Das bedeutet aber auch, dass man das Ziel für 2050 nur erreicht, wenn man das gesamte Energiesystem ändert."
Johann Prammer, Leitung Strategisches Umweltmanagement, voestalpine AG

Dekarbonisierung der Stahlproduktion

Wasserstoff Elektrolyse

Denn während es im Verkehrssektor und im Gebäudesektor Reduktionspotentiale gibt, die sich schnell realisieren lassen, lässt sich in der Stahlindustrie nicht einfach ein Schalter umlegen. Durch den Einsatz der besten verfügbaren Technologie und kontinuierlichen Optimierungsmaßnahmen konnte voestalpine die CO2-Emissionen seit 1990 um über 20% reduzieren: „Genauso wie jeder andere Sektor werden wir unseren Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leisten. Dazu bekennt sich die europäische Stahlindustrie klar und voestalpine verfolgt das Ziel, CO2-Emissionen durch die Entwicklung neuer Low-Carbon-Stahlherstellungsverfahren im Produktionsprozess weiter zu reduzieren.“

Herausforderung Energiewende

TexasLangfristig strebt die voestalpine eine schrittweise Dekarbonisierung der Stahlproduktion an, um von Kohle über nachfolgende Brückentechnologien etwa auf Erdgasbasis zu einer möglichen Anwendung von CO2-neutralem, ‚grünen‘ Wasserstoff zu gelangen.

Dieser Plan stellt den Konzern allerdings vor einige Herausforderungen: Durch den Einsatz von Wasserstoff ließe sich zwar Kohle aus dem Prozess verbannen (siehe die Aktivitäten von voestalpine im Projekt H2FUTURE), aber dadurch schränkt man das Rohstoffspektrum ein, welches sich zur Stahlerzeugung verwenden lässt. Beides setzt nicht nur gewaltige Investitionen voraus, es sind vor allem Technologien, die es so – zumindest großtechnisch – heute noch nicht gibt: „Das wirkliche Problem ist jedoch, dass man „grünen“ Wasserstoff nur mit Strom produzieren kann. Dieser Strom muss aus erneuerbaren Quellen stammen und auch in ausreichender Menge verfügbar sein.“, so Prammer weiter. Für den gesamten voestalpine-Konzern läge dieser – zusätzliche – Bedarf bei über 30 TWh jährlich. „Wir brauchen einen gewissen Zeithorizont, um großtechnisch alles zur Reife zu bringen und um die Anlagentechnik umzusetzen. Diese Zeit wird aber auch notwendig sein, um das Energiebewirtschaftungssystem auf Basis erneuerbare Quellen der Zukunft voranzutreiben. Das wird von allen Stakeholdern, bei den NGOs und auch auf politischer Ebene mittlerweile verstanden“, meint Prammer.

Kommunikationsthema „Energie & Klima“

In den kommenden Monaten beleuchten wir mit dem Kommunikationsschwerpunkt „Umwelt“ , was voestalpine beim Thema „Energie & Klima“ unternimmt, um:

  • die eigene Energieeffizienz bei allen Anlagen und Prozessen in den Produktionsstätten des Konzerns mit Investitionen und Adaptionen nachhaltig zu steigern,
  • seinen Kunden mit modernen Materiallösungen, wie etwa hochfeste Stahlanwendungen im Automobilbau, hochwarmfeste Stähle und Elektrobandpakte höchste Effizienz zu ermöglichen,
  • durch laufende Optimierung der Rohstoff- und Energiebewirtschaftung die Produktion möglichst klimaneutral zu gestalten,
  • mit hochinnovativen Projekten und Produkten die Energiebranche und unsere Kunden dabei zu unterstützen, neue, erneuerbare und auch wirtschaftlich nachhaltige Energieerzeugungsformen zu entwickeln
  • das Energiebewirtschaftungssystem der Zukunft voranzutreiben.

Mehr zum Thema Umwelt: http://www.voestalpine.com/umwelt