Erfolg für Konzernprojekt Kraftwerk 50 plus 3 Minuten Lesezeit
Energie

Erfolg für Konzernprojekt Kraftwerk 50 plus

Viktoria Steininger (Karenz)
Redaktionell verantwortlich für die Themen am Blog, recherchiert und schreibt Viktoria Steininger auch selbst und gibt mit Geschichten Einblicke in den voestalpine-Konzern.

Komponenten aus dem Chromstahl CB2 und neue Schweißzusatzwerkstoffe für das Projekt Kraftwerk 50 plus wurden erfolgreich in den Markt eingeführt.

Pilotventilgehäuse

Pilotventilgehäuse aus einer Nickelbasislegierung

Beim konzernweiten Forschungsprojekt „Kraftwerk 50+“ geht es darum, geeignete Werkstoffe für Dampfturbinen mit verbessertem Wirkungsgrad zu entwickeln und in die Praxis einzuführen. Ziel ist es, höhere Dampftemperaturen (bis 700 Grad Celsius) und damit eine besseren Wirkungsgrad (> 50 Prozent) bei Dampfturbinen zu erzielen. Durch die Erhöhung des thermischen Wirkungsgrades steigt die Energieeffizienz und die Schadstoffemissionen werden verringert.

projektteam

Projektteam Kraftwerk 50 plus

Das Forschungsteam der voestalpine aus insgesamt acht Konzerngesellschaften (Gießereien Linz und Traisen, BÖHLER Edelstahl, Buderus Edelstahl, ENPAR Sonderwerkstoffe, voestalpine Böhler Welding Austria und voestalpine Böhler Welding Germany, voestalpine Tubulars) arbeitet schon jahrelang an diesem Thema. Nun konnte wieder ein entscheidender Erfolg für das Projekt erzielt werden: die Einführung von Gusskomponenten aus dem Chromstahl CB2 und den darauf abgestimmten Schweißzusatzstoffen.

Komponenten aus hochwarmfesten Gussstahl CB2

dampfturbine

Mitteldruck-Innengehäuse einer Dampfturbine aus dem neuen Werkstoff „CB2“

Durch die intensive Forschungsarbeit ist es nun gelungen, aus hochwarmfesten martensitischen Gussstahl (Stahlmarke GX12CrMoCoVNbNB9-2-1, kurz „CB2“) Komponenten für die Kraftwerksturbinen für Dampftemperaturen mit bis zu 625 Grad Celsius zu gießen und erfolgreich am Markt anzubieten.

Schweißzusatzwerkstoffe für extreme Bedingungen

Neben dem Guss spielt auch das Fertigungsschweißen und das Verbindungsschweißen der Gussstücke zu komplexen Komponenten eine entscheidende Rolle. Das Zusammenschweißen bedarf abgestimmter Schweißzusatzwerkstoffe, die von Forschern der voestalpine Böhler Welding entwickelt wurden. Sie entwickelten sowohl eine passende Stabelektrode als auch den zugehörigen Fülldraht. Der spezielle Schweißzusatz hält den extremen Anwendungsbedingungen stand und wurde bereits erfolgreich qualifiziert.

Teamarbeit und jahrelange Forschung führen zum Erfolg

Mit dem Projekt Kraftwerk 50+ ist nicht einfach nur ein Produkt entstanden, sondern der Lösungsansatz einer komplexen Herausforderung. Die langjährige konstruktive Forschungszusammenarbeit, die erfolgreichen Tests und ein Pilotprojekt für die Shanghai Electric Power Generation führen nun zu überwältigenden Markterfolgen: 1.700 t der CB2-Komponenten sind bereits gebucht, ein Drittel davon ist bereits ausgeliefert. Und mit dem Fülldraht BÖHLER CB 2 Ti-FD, von dem im vergangenen Geschäftsjahr bereits mehr als 29 t hergestellt wurden, steht ein verlässlicher und effizienter Schweißzusatz sowohl für die konzerneigene Produktion der Gusskomponenten als auch für den Markt zur Verfügung.

Viele Kraftwerksbauer wollen zukünftig auf die neue Technologie setzen. Derzeit sind weltweit Neubauprojekte von über 1.000 GWh Kraftwerksleistung angekündigt. Die voestalpine ist durch das Forschungsprojekt „Kraftwerk 50+“ bestens dafür gerüstet.

grafik kraftwerk 50 plus

Vereinigte Kompetenz am praktischen Beispiel: Acht Gesellschaften sind an der Entwicklung und der Produktion der neuen hochwarmfesten Komponenten der Kraftwerksturbine beteiligt.

 

Viktoria Steininger (Karenz)