Ein Tag der Energie – heute und in Zukunft 3 Minuten Lesezeit
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Ein Tag der Energie – heute und in Zukunft

Viktoria Steininger
Holds editorial responsibility for blog topics, is researching and writing articles. Her stories give insights into the world of the voestalpine Group.

Der voestalpine-Energietag fand am 2. und 3. Mai 2017 das erste Mal statt. Raum für diese Veranstaltung bot das Kommunikationszentrum Donawitz (CCD). Über 90 Führungskräfte und externe Experten folgten der Einladung des Konzerns und begaben sich auf eine Energie-Wissensreise.

Die vernetzte Bearbeitung des Themas Energie wird in der voestalpine immer wichtiger. Der Prozess, sich den globalen, europäischen und österreichischen Rahmenbedingungen hinsichtlich CO2-Emissionen innerhalb der nächsten Jahre noch weiter anzunähern, ist die zentrale Herausforderung. Die voestalpine gilt in ihrer Branche bereits jetzt als Umwelt- und Effizienzbenchmark. Über 2 Milliarden Euro hat der Technologie- und Industriegüterkonzern allein in den letzten zehn Jahren für den Umweltbereich aufgewendet.Energietag

Vorstand und Experten widmen sich der Energieeffizienz

Um die Wichtigkeit des Faktors Energie und dessen Effizienz im Unternehmen zu verdeutlichen, trafen sich am voestalpine-Standort Donawitz der Vorstand der voestalpine AG, darunter Wolfgang Eder, Franz Kainersdorfer, Franz Rotter, Herbert Eibensteiner und Peter Schwab, sowie die Vorstandsmitglieder der Steel Division und Special Steel Divison, Hubert Zajicek und Robert Bauer, samt führenden voestalpine-Mitarbeitern im Bereich Energie.

Auch externe Experten wurden eingeladen, um ihre Sichtweisen zur

  • Energieerzeugung,
  • Energieverteilung,
  • Energieverwertung und
  • Energieeffizienz

einzubringen und miteinander zu diskutieren. Organisiert wurde die Veranstaltung von Hannes Lippert (voestalpine Stahl GmbH), Wolfgang Sparlinek und Martin Ebenhofer (beide voestalpine Rohstoffbeschaffungs GmbH). Ziel der Veranstaltung ist es, Impulse zu setzen, von Best-Practice-Beispielen zu lernen oder sogar analog umzusetzen und langfristig ein Expertennetzwerk aufzubauen.

Austausch in Gruppen

Der Energietag bot den Experten viel Raum für einen intensiven Wissensaustausch und weitreichende Diskussionen. Die Teilnehmer hatten auch die Möglichkeit, sich in kleinen Gruppen zu speziellen Themen auszutauschen.

Die Energiewende

Walter Boltz

Walter Boltz bei seinem Vortrag

Viel Beachtung schenkten die Zuhörer Walter Boltz, Berater und ehemaliger Vorstand der eControl, der sich in seinem Vortrag dem europäischen Strom- und Gasmarkt und darüber hinaus allgemeinen Entwicklungen am Energiesektor widmete.

Seinen Einschätzungen zufolge ist es bis zur Zielerreichung, völlig auf erneuerbare Energien in Europa umzusteigen, noch ein langer Weg. Die Energiewende bedeute heute im Wesentlichen eine Stromwende. Die erzeugte Strommenge durch Photovoltaik ist beispielsweise in Deutschland aufgrund von Fördermaßnahmen in den Jahren 2000 bis 2016 von 64 auf über 38.000 Gigawattstunden gestiegen. Die Transport- und Wärmewende gewinne nur langsam an Bedeutung – auch in Österreich. Als äußerst interessant erachtet er vor allem die Mobilitätswende in den nächsten Jahren hin zum autonomen Auto.

Energieversorgung ist gewährleistet

Michael Weixelbraun

Michael Weixelbraun

Michael Weixelbraun, Assistent des Vorstandes bei Austrian Power Grid AG (APG), ging in seinem Referat der Frage nach, ob die österreichische Stromversorgung sicher und wie hoch eine Blackout-Gefahr einzuschätzen sei. Allgemein sei zu sagen, dass die Gefahren beispielsweise durch Cyberkriminalität gestiegen seien. Die Vorsorge im Ernstfall sei aber gewährleistet. Er lieferte dazu Szenarien und aktuelle Beispiele. Zwei interne Themenblöcke rundeten die beiden Tage ab. Dabei referierten und diskutierten interne und externe Experten innerhalb von Kleingruppen, die unterteilt waren in:

  • Erzeugung und Verteilung von Energie,
  • Energieeffizienz sowie
  • Systeme und Umfeld.

Der Weg zur CO2-neutralen Stahlerzeugung

Das Resümee der beiden Energietage lautete: Mit Stahl leistet voestalpine heute einen unverzichtbaren Beitrag für die Zukunft. Durch seine Anwendung, beispielsweise im Leichtbau oder im Energiebereich, ließe sich im Schnitt sechsmal so viel Energie und somit CO2 einsparen, als bei seiner Herstellung entsteht. Ohne Stahl gäbe es auch kein Windrad, keine Solarpaneele, kein Wasserkraftwerk, keinen Elektromotor und infolgedessen kein Elektroauto, keinen Strommast, keine umweltfreundliche Eisenbahn, U-Bahn oder Straßenbahn usw.

Stahlerzeugung ohne Energie wird auch in Zukunft nicht möglich sein. Jedoch arbeitet man im voestalpine-Konzern konsequent an der Weiterentwicklung der Prozesse in Richtung einer schrittweisen De-Karbonisierung der Stahlproduktion. Über Brückentechnologien vor allem auf Basis von Erdgas, wie in der neuen Direktreduktionsanlage in Texas, strebt die voestalpine im Laufe der nächsten zwei Jahrzehnte den Ersatz von Kohle durch alternative Energieträger in der Stahlerzeugung an. Der nächste Schritt ist die Weiterentwicklung der Direktreduktion mit Wasserstoff anstatt Erdgas. Langfristig strebt die voestalpine mit ihren Technologien – beispielsweise durch den Einsatz von Wasserstoff  – eine CO2-freie Stahlproduktion an.

Viktoria Steininger