Drilling, Casing, Tubing: die drei Phasen einer Bohrung 2 Minuten Lesezeit
Energie

Drilling, Casing, Tubing: die drei Phasen einer Bohrung

Viktoria Steininger
Holds editorial responsibility for blog topics, is researching and writing articles. Her stories give insights into the world of the voestalpine Group.

Die Förderung von Öl oder Gas ist eine komplexe, zeit- und kostenintensive Angelegenheit, wobei jede Bohrung im Prinzip in drei Phasen abläuft.

1. Das Bohren mit Drill Pipes

Drill Pipes bilden das Bohrgestänge – das sind langlebige Stahlrohre, die die Kraft auf die Bohrkrone leiten. In vielen Fällen drehen die Drill Pipes die Bohrkrone, die sich durch das Gestein fräst, bis sie zu den Lagerstätten gelangt. Die letzten Drill Pipes vor der Bohrkrone sind häufig nichtmagnetische Schwerstangen, vor allem beim richtungsgesteuerten Bohren („horizontal drilling“). Das Bohren (engl. drilling) mit Drill Pipes ist die erste Phase jeder Bohrung. Bohrflüssigkeiten kühlen dabei die Bohrkrone und nehmen Gesteinsbrocken, also das abgefräste Gestein, mit an die Oberfläche.

2. Das Auskleiden mit Casings

Die äußeren Rohre nennt man Casings (Futterrohre). Sie kleiden das Bohrloch aus und schützen so die Boden- und vor allem die Grundwasserschichten vor Verschmutzungen durch Gesteinsbrocken oder Bohrflüssigkeiten. Darüber hinaus stabilisieren sie das Bohrloch, weshalb Casings besonders hohen Belastungen standhalten müssen. Bohren (engl. drilling) und Auskleiden (engl. casing) wechseln einander ab: In bestimmten Abständen wird der Bohrstrang herausgeholt und das Bohrloch wird mit Casings ausgekleidet und zementiert. Dann wird wieder weitergebohrt.

3. Das Fördern mit Tubings

Die Förder- oder Produktionsrohre (Tubings) transportieren Öl und Gas aus den Tiefen der Quelle zur Oberfläche – die dritte Phase der Bohrung. Manchmal steigen Öl und Gas von selbst auf, aber in der Regel werden dafür Pumpen benötigt.
Tubings haben naturgemäß einen kleineren Durchmesser als Casings. Die Ausnahme bildet der Außendurchmesser von 114,3 mm (4 ½ Zoll). Dieser gilt als Grenzwert und kann sich sowohl auf Tubings als auch auf Casings beziehen. Alles was darunter liegt wird als Tubing bezeichnet, was drüber liegt als Casing.

Von der Oberfläche hin zur Quelle werden die Casings (Futterrohre) teleskopartig kleiner. Je nach Einsatz und Durchmesser unterscheidet man verschiedene Arten von Casings. Der „Kickoff-Point“ ist der Punkt, von dem aus die Bohrung allmählich in die Horizontale übergeht. Dank diesem richtungsgesteuerten Bohren („horizontal drilling“) können Lagerstätten zielgerichteter erreicht werden. Zum Schluss wird der Bohrstrang entfernt und das Produktionsrohr (Casing) in das Bohrloch eingebracht und einzementiert. Nach der hydraulischen Behandlung wird das Förderrohr (Tubing) in das Produktionsrohr installiert.

 

Das aktuelle Video der voestalpine Image- und Markenkampagne beschäftigt sich mit dem Thema Ölfeldrohre, produziert in Österreich und eingebaut in Amerika. Eine laufende Blogserie gibt nähere Einblicke und Hintergrundinfos über das Produkt, die Einsatzbereiche, den Markt und den Hauptdarsteller Robert Scott.

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Viktoria Steininger