voestalpine Böhler Welding

Umhüllung von Stabelektroden

4. Apr 2017

Aufgaben der Umhüllung:

  • Ionisation der Luftstrecke (stabiler Lichtbogen)
  • Schutz des Lichtbogens und des Schmelzbades vor unkontrolliertem Luftzutritt (O2, N2 )
  • Schlackenbildung auf der Oberfläche (langsames Abkühlen, Verminderung der Porenbildung)
  • Metallurgische Beeinflussung des Schweißgutes durch Desoxidation und Abbinden schädlicher Begleitelemente wie Schwefel und Phosphor
  • Zulegieren von Elementen, um Abbrandverlust vorzubeugen
  • Erhöhung der Abschmelzleistung und Ausbringung durch Zugabe von Eisenpulver

Ausbringung: Das Verhältnis von abgeschmolzenem Schweißgut zu abgeschmolzenem Kernstab in Gewichtsprozent.
 

Umhüllungsdicke
Die Dicke macht’s aus ... Mit zunehmender Umhüllungsdicke wird der Werkstoffübergang feintropfiger, die Spaltüberbrückbarkeit und die Eignung zum Schweißen in der Zwangslage schlechter, das Nahtaussehen verbessert, d. h. die Schweißnaht wird feinschuppiger und glatter und die Einbrandtiefe nimmt zu.

Umhüllungsarten
Umhüllte Stabelektroden zum Lichtbogenhandschweißen von unlegierten Stählen und Feinkornstählen umfassen nach der europäischen Norm DIN EN ISO 2560 insgesamt acht unterschiedliche Umhüllungstypen.
Nach den Hauptbestandteilen der Umhüllung sind vier Grundtypen zu nennen und zwar:

  • C (Cellulose) Zelluloseelektroden
  • A (Acid) Saure Elektroden (Saure Elektroden sind heute allerdings kaum mehr zu finden und fast vollständig durch Rutilelektroden ersetzt worden)
  • R (Rutile) Rutilelektroden
  • B (Basic) Basische Elektroden

 

Zelluloseumhüllte Stabelektroden

Sie besitzen infolge ihres hohen Zellulosegehaltes in der Umhüllung besonders gute Eigenschaften für die Zwangslagenschweißung, jedoch weniger gute Eigenschaften bei Waagrechtschweißung. Sie werden daher überwiegend für Fallendschweißungen an Großrohren eingesetzt. Auch für Unterwasserschweißungen eignen sie sich aufgrund ihrer hervorragenden Nahtqualität sehr gut.

Rutilumhüllte Stabelektroden

Diese werden wegen ihrer angenehmen Schweißeigenschaften sehr geschätzt. Der Lichtbogen brennt stabil und ruhig und hat gutes Wiederzündverhalten, die Nähte sind feinschuppig und die Schlacke hebt größtenteils von selbst ab. Rutilelektroden haben noch ausreichende Zähigkeitseigenschaften, eignen sich aber nur eingeschränkt in der Zwangslage (hochlegiert).

Basischumhüllte Stabelektroden

Die Hauptvorteile basischer Elektroden sind die ausgezeichneten Zähigkeitseigenschaften des Schweißgutes und die Sicherheit gegen Kaltund Heißrisse. Die basischen Elektroden haben einen grobtropfigen Werkstoffübergang, sind in allen Positionen verschweißbar und weisen etwas grobschuppigere Nähte auf. Die Schlacke lässt sich noch relativ gut entfernen, jedoch ungünstiger als bei Rutilelektroden. Die rutilbasische Elektrode – ein Mischtyp – ist die ideale Wahl für das Schweißen in der Zwangs- oder Wurzellage.

 

TIPP: Je nachdem, was man schweißen will, ist ein anderes Umhüllungsmaterial für die Stabelektrode empfehlenswert. Also immer vor dem Schweißen abklären!

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Stabelektroden Umhüllung