voestalpine Böhler Welding

Die Geschichte des E-Handschweißens

14. Mär 2017

Vor 135 Jahren fing alles an...

  • 1881: Auf der Ersten Internationalen Elektrizitätsausstellung in Paris präsentierte der Russe Nikolai Benardos als erster die Methode des Lichtbogenschweißens, indem er einen Lichtbogen zwischen einer Kohlenstoff-Elektrode und einem Werkstück erzeugte.
  • 1890: Ein anderer Russe, Nicolai Slavianoff, benutzte einen Metallstab statt einer Kohlenstoff-Elektrode. Die Elektrode schmolz und fungierte gleichermaßen als Hitzequelle und Schweißzusatz. Die Schweißstellen waren jedoch nicht luftdicht und wiesen zahlreiche Poren und Löcher auf.
  • 1907: Oscar Kjellberg aus Schweden erfand die umhüllte Stabelektrode. Er tauchte die Metallstäbe in ein Gemisch aus Erdmineralien wie Kalkstein und Flussspat. Als der Metallstab im elektrischen Lichtbogen schmolz, formte sich eine Schlacke, die das flüssige Schweißgut bedeckte. Die meisten Löcher und Poren, die durch den Sauerstoff und Stickstoff aus der Luft verursacht wurden, verschwanden. Um sie luftdicht zu bekommen, musste Kjellberg die Schweißstellen hämmern. Diese Methode ermöglichte es ihm, genietete Dampfkessel an Bord von Schiffen zu reparieren, was damals ein großer Fortschritt war.
  • 1910 - 1920: Umhüllte Stabelektroden basierend auf Oscar Kjellbergs Patent kamen erstmals zum Einsatz. Gewundene Elektroden wurden in England erfunden, indem eine Mineralpaste zwischen den mit Asbest umwickelten Metallstab gedrückt wurde. Papierumhüllte Elektroden wurden in den USA von R. S. Smith eingeführt. So wurde das Gas für das geschmolzene Schweiß-Metall gesichert. Das war der Beginn der Zellulose-Elektrode.
  • 1930 - 1939: Extrusion wurde die übliche ökonomischere Produktionsmethode zur Erzeugung von Stabelektroden. Auch heute ist es das übliche Produktionsverfahren. Metallpuder wurde der Ummantelung hinzugefügt, um ein Abbrennen zu verhindern. Die ersten Elektroden für rostfreien Stahl wurden eingeführt. Die ersten Genehmigungen von Schiffklassifizierungsgesellschaften wurden eingeführt.
  • 1940 - 1945: Die Verwendung von Zellulose-Elektroden wurde in der Kriegsindustrie aufgrund von Material-Knappheiten gängig. Schiffe, die zur Gänze mit Stabelektroden geschweißt waren, wurden üblich.
  • 1945 - 1950: P.C. van den Willigen in den Niederlanden fügte Nickelhydroxid- und Rutilelektroden große Mengen von Eisenpulver hinzu, um die Leistung zu verbessern. Die Hochleistungselektrode war geboren. K. K. Hansen in Dänemark entwickelte das Schwerkraftlichtbogenschweißen. Bei diesem Schweißverfahren entzündet eine fast ausgegangene Elektrode die nächste Elektrode. Der Schweißer befüllt anschließend das Behältnis mit frischen Elektroden.
  • heute: Das E-Handschweißen ist auch heute nicht wegzudenken, insbesondere im Stahl und Rohrleitungsbau. Das Schweißverfahren gilt als relativ tolerant gegenüber Materialfehlern. Ein großer Vorteil: Es kann bei allen Witterungsbedingungen angewendet werden, sogar unter Wasser.

 

Sie wollen mehr über das E-Handschweißen wissen?
Die Mission Spark Broschüre erklärt alles im Detail und Sie können Sie gleich hier downloaden!