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Innovatives voestalpine-Verfahren sorgt für 250-Millionen-Euro-Auftrag

6. März 2017 | 

Mit der Eröffnung der weltweit ersten „phs-directform“-Anlage in Schwäbisch Gmünd, Deutschland gelang dem voestalpine-Konzern im Juli 2016 ein Technologiesprung im automobilen Leichtbau. Auf das neuartige Fertigungsverfahren von höchstfesten Karosserieteilen in nur einem einzigen Prozessschritt setzt nunmehr auch ein europäischer Premiumautomobilhersteller im Rahmen eines 250-Millionen-Euro-Auftrages. Um diesen aktuellen Großauftrag abzuwickeln, investiert die voestalpine bis zum Sommer 2017 erneut 13 Millionen Euro in die Erweiterung des Standortes in Baden-Württemberg und schafft damit nicht nur 40 neue Arbeitsplätze, sondern forciert einmal mehr ihre Expansion im Automotive-Bereich. Heute erfolgt der Spatenstich für das neue Projekt.

Erst vor wenigen Monaten ging bei der voestalpine Automotive Components Schwäbisch Gmünd, Deutschland, einer Gesellschaft der Metal Forming Division des voestalpine-Konzerns, mit der ersten „phs-directform“-Anlage eine Weltneuheit im automobilen Leichtbau in Betrieb. Diese Technologie erlaubt die Fertigung von pressgehärteten, höchstfesten und korrosionsbeständigen Karosserieteilen aus verzinktem Stahlband im „direkten Verfahren“ – das heißt, in nur einem einzigen Prozessschritt, der sowohl Wärmebehandlung als auch finale Formgebung umfasst. Das Resultat sind besonders leichte, feste und damit sichere Bauteile für die Automobilindustrie, die unter anderem als Längsträger, Seitenwände oder Türelemente zum Einsatz kommen.

Unsere intensive Forschungs- und Entwicklungsarbeit sowie die stetige Weiterentwicklung zukunftsweisender Lösungen haben uns einen Technologievorsprung verschafft, mit dem wir auch die immer höheren Anforderungen der Automobilindustrie erfüllen können. Der aktuelle Großauftrag bestätigt einmal mehr unsere weltweite Vorreiterrolle in der Entwicklung von höchstqualitativen Automobilkomponenten in Leichtbauweise.

Peter Schwab, Vorstandsmitglied der voestalpine AG und Leiter der Metal Forming Division Peter Schwab, Vorstandsmitglied der voestalpine AG und Leiter der Metal Forming Division

Komponenten für 300.000 Sportwagen und E-Autos

Im Zuge des 250-Millionen-Euro schweren Auftrages werden verschiedene höchstqualitative Struktur- und Außenhautteile sowohl für eine Sportwagen- als auch für eine Elektrofahrzeugserie eines namhaften Herstellers produziert. „Es ist erfreulich, dass wir auf Basis einer neuen Technologie so rasch nach der Anlageninbetriebnahme einen derartigen Großauftrag akquirieren konnten, im Zuge dessen wir nicht nur einbaufertige Komponenten, sondern darüber hinaus auch komplexe Karosserie-Module nach Kundenwunsch fertigen werden. Dies ist ein sichtbares Zeichen für die erfolgreiche, partnerschaftliche Zusammenarbeit mit Schlüsselkunden bei technologischen Neuentwicklungen“, so Schwab abschließend. Bereits im Sommer 2017 soll die Produktion dieser Komponenten und Module anlaufen, die künftig in insgesamt 300.000 Fahrzeugen verbaut werden.

Werkserweiterung und 40 neue Arbeitsplätze

Zur Umsetzung des Auftrages investiert die voestalpine erneut 13 Millionen Euro in den Ausbau des Standortes Schwäbisch Gmünd. Durch einen Grundstückszukauf wird die aktuelle Produktionsfläche von rund 52.000 Quadratmetern um knapp 6.000 Quadratmeter erweitert. Darauf entsteht eine neue Fertigungshalle mit mehreren komplexen Rohbauzellen und einer zusätzlichen Assembly-Anlage. Nach dem heutigen Spatenstich ist die Fertigstellung der Halle sowie der Anlagen bereits für Ende Juli dieses Jahres geplant. Bis zum Produktionsstart werden zudem 40 neue Fachkräfte eingestellt. Derzeit sind 650 Mitarbeiter im voestalpine-Werk Schwäbisch Gmünd, dem Kompetenzzentrum für Warmumformung des Konzerns, beschäftigt. Der Standort zeichnet sich aufgrund seiner technischen Kompetenz durch langjährige Partnerschaften mit renommierten Automobilkunden aus.

Metal Forming Division

Die Metal Forming Division des voestalpine-Konzerns erreichte 2015/16 einen Umsatz von 2,2 Mrd. Euro und ein operatives Ergebnis (EBITDA) von 290 Mio. Euro. Die Division beschäftigt rund 10.500 Mitarbeiter und ist für fast alle europäischen Automobilhersteller tätig. Sie ist das Kompetenzzentrum des voestalpine-Konzerns für hochentwickelte Profil-, Rohr- und Präzisionsbandstahlprodukte sowie einbaufertige Systemkomponenten aus Press-, Stanz- und rollprofilierten Teilen. Mit der branchenweit einzigartigen Verbindung von Werkstoffexpertise und Verarbeitungskompetenz sowie einer weltweiten Präsenz ist die Division der Partner erster Wahl für innovations- und qualitätsorientierte Kunden.

Der voestalpine-Konzern

voestalpine ist ein in seinen Geschäftsbereichen weltweit führender Technologie- und Industriegüterkonzern mit kombinierter Werkstoff- und Verarbeitungskompetenz. Die global tätige Unternehmensgruppe hat rund 500 Konzerngesellschaften und -standorte in mehr als 50 Ländern auf allen fünf Kontinenten. Sie notiert seit 1995 an der Wiener Börse. Mit ihren qualitativ höchstwertigen Produkt- und Systemlösungen aus Stahl und anderen Metallen zählt sie zu den führenden Partnern der europäischen Automobil- und Hausgeräteindustrie sowie weltweit der Öl- und Gasindustrie. Die voestalpine ist darüber hinaus Weltmarktführer in der Weichentechnologie und im Spezialschienenbereich sowie bei Werkzeugstahl und Spezialprofilen. Im Geschäftsjahr 2015/16 erzielte der Konzern bei einem Umsatz von 11,1 Milliarden Euro ein operatives Ergebnis (EBITDA) von 1,6 Milliarden Euro und beschäftigte weltweit rund 48.500 Mitarbeiter, die auch mit 14,5 Prozent am Unternehmen beteiligt sind.