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voestalpine mit Automobilinnovation „phs-directform“ in Pole Position

7. Juli 2016 | 

Der Technologie- und Industriegüterkonzern voestalpine gibt bei seiner Expansion im Automotive-Bereich weiter kräftig Gas. Am Standort Schwäbisch Gmünd, Deutschland – und damit in unmittelbarer Nähe zu zahlreichen Automobilkunden – setzt das Unternehmen den nächsten Meilenstein für den automobilen Leichtbau: Mit der heutigen Eröffnung der weltweit ersten Anlage für „phs-directform“ können ab sofort pressgehärtete, höchstfeste und korrosionsbeständige Karosserieteile aus verzinktem Stahlband in einem Prozessschritt (direktes Verfahren) gefertigt werden. Diese Weltneuheit erfüllt damit die anspruchsvollsten Anforderungen der Automobilindustrie nach noch leichteren, festeren und damit sichereren Bauteilen, hergestellt in einem höchst effizienten Verfahren.

Im Zuge ihrer Konzernstrategie 2020 forciert die voestalpine einmal mehr ihr Wachstum im Zukunftsmarkt Mobilität, konkret den Branchen Automobilindustrie, Eisenbahn und Luftfahrt. Im Geschäftsjahr 2015/16 entfielen mit 5,3 Mrd. Euro bereits 48 Prozent des Konzernumsatzes auf dieses Kundensegment – bis 2020 sollen es 50 Prozent sein. Mit einem Anteil von 32 Prozent am Gesamtumsatz dominiert der Automotive-Sektor die Mobilitätsbranche.

Um unsere weltweite Position als Technologie- und Qualitätsführer kontinuierlich zu stärken und damit weiter auszubauen, setzen wir auf permanente Innovation in anspruchsvollsten Nischensegmenten. Die Entwicklung von höchstqualitativen Automobilkomponenten in Leichtbauweise ist ein zentraler Teil unserer langfristigen Strategie, in enger Zusammenarbeit mit den Kunden im Zukunftsmarkt Mobilität permanent zu wachsen.

wolfgang eder Wolfgang Eder, Vorstandsvorsitzender der voestalpine AG

Die Rahmenbedingungen sind vielversprechend: Prognosen zufolge soll sich der Markt für automobile Leichtbaukomponenten bis 2025 auf ca. 100 Milliarden Euro rund verfünffachen.

Vorreiter im automobilen Leichtbau

Für den automobilen Leichtbau liefert die voestalpine zukunftsweisende Lösungen aus höchstfesten Stählen. Mit der Produktinnovation „phs-ultraform“ – feuerverzinktes Stahlband und dessen Weiterverarbeitung zu pressgehärteten Karosserieteilen – hat die Unternehmensgruppe bereits weltweit neue Maßstäbe bei der Herstellung von Leichtbauteilen mit erhöhtem Korrosionsschutz und verbesserter Crash-Performance gesetzt. Premiumautomobilhersteller verwenden Bauteile aus „phs-ultraform“ als Längsträger, A- und B-Säulen, Streben in Seitenwänden und Türen (crashrelevante Sicherheitsteile) sowie als Schweller. Bisher konnten „phs“-Bauteile ausschließlich im indirekten Verfahren, d. h. durch Kaltumformung und Härtung in separaten Prozessschritten, hergestellt werden. Auf Basis jahrelanger, intensiver Forschungs- und Entwicklungstätigkeit hat die voestalpine nun als erster Anbieter weltweit den Technologiesprung zur direkten Warmumformung von verzinktem Stahl möglich gemacht. Der Konzern ist somit als einziger Hersteller weltweit in der Lage, pressgehärtete, verzinkte Bauteile sowohl im indirekten als auch im direkten Verfahren zu produzieren.

Weltneuheit „phs-directform“

„phs-directform“ wird die Innovation genannt, bei der höchstfeste Karosserieteile in nur einem Prozessschritt erhitzt, umgeformt und gehärtet werden.

Mit dieser neuen Technologie setzen wir den nächsten bahnbrechenden Schritt im automobilen Leichtbau und unterstreichen einmal mehr unsere Innovationsführerschaft in diesem Bereich. ‚phs-directform‘ ist vor allem für unsere Premiumautomobilkunden die optimale Ergänzung zum bestehenden Herstellungsprozess von höchstfesten, korrosionsbeständigen Automobilkomponenten.

Peter Schwab, Vorstandsmitglied der voestalpine AG und Chef der Metal Forming Division Peter Schwab, Vorstandsmitglied der voestalpine AG und Chef der Metal Forming Division

Im Rahmen eines Festaktes wurde am 7. Juli 2016 am Standort der voestalpine Polynorm GmbH & Co. KG, einer Tochtergesellschaft der Metal Forming Division des voestalpine-Konzerns, in Schwäbisch Gmünd mit zahlreichen Vertretern der Automobilindustrie der Startschuss für das neue Produktionsverfahren gegeben.

Vom Stahlband aus Linz zum fertigen Karosserieteil in Schwäbisch Gmünd

Alle vier Divisionen der voestalpine sind im Automotive-Sektor vertreten – die Hauptakteure hinter der Innovation „phs-directform“ sind die Steel Division und die Metal Forming Division des Konzerns. Die Steel Division liefert als weltweiter Qualitätsführer bei höchstwertigem Stahlband das entscheidende Vormaterial für die Technologie. Die Metal Forming Division, die zuletzt weltweit deutlich mehr als 100 Millionen Euro in neue Automotive-Standorte, u. a. in den USA, China und Südafrika investiert hat, zeichnet mit der neuen Anlage in Schwäbisch Gmünd für die Weiterverarbeitung verantwortlich. Der Standort Schwäbisch Gmünd ist Sitz der voestalpine Polynorm GmbH & Co. KG, einer 100%igen Tochtergesellschaft der Division. Das Unternehmen ist auf die Herstellung von Pressteilen für die Automobilindustrie spezialisiert und fertigt mit rund 600 Mitarbeitern Außenhautteile, Prototypen und Werkzeuge. Es gilt zudem als Kompetenzzentrum für Warmumformung innerhalb des voestalpine-Konzerns.

phs-Technologie weltweit gefragt

Derzeit sind weltweit bereits insgesamt acht „phs-ultraform“-Linien der voestalpine in Betrieb, sechs davon in Deutschland. Eine weitere Anlage wurde erst im Herbst 2015 im neuen Automotive-Werk in Shenyang in China eröffnet, in den USA wurde im Mai 2016 mit dem Anlauf einer „phs-ultraform“-Linie der Produktionsstandort Cartersville (nahe Atlanta) weiter ausgebaut. Mit Inbetriebnahme der „phs-directform“-Linie in Schwäbisch Gmünd wird die „phs“-Familie nun um eine neunte Anlage bzw. die erste mit direkter Warmumformtechnologie erweitert. Bis 2020 sollen weltweit insgesamt mindestens 16 phs-Anlagen für den indirekten und direkten Prozess installiert sein. Basierend auf dem konsequenten Ausbau der Leichtbau-Initiative liegt das strategische Umsatzziel der voestalpine in diesem Produktbereich mittelfristig bei rund 400 Mio. Euro jährlich.

Metal Forming Division

Die Metal Forming Division des voestalpine-Konzerns erreichte 2015/16 einen Umsatz von 2,2 Mrd. Euro und ein operatives Ergebnis (EBITDA) von 291 Mio. Euro. Die Division beschäftigt rund 10.500 Mitarbeiter und ist für fast alle europäischen Automobilhersteller tätig. Sie ist das Kompetenzzentrum des voestalpine-Konzerns für hochentwickelte Profil-, Rohr- und Präzisionsbandstahlprodukte sowie einbaufertige Systemkomponenten aus Press-, Stanz- und rollprofilierten Teilen. Mit der branchenweit einzigartigen Verbindung von Werkstoffexpertise und Verarbeitungskompetenz sowie einer weltweiten Präsenz ist die Division der Partner erster Wahl für innovations- und qualitätsorientierte Kunden.

Der voestalpine-Konzern

voestalpine ist ein in seinen Geschäftsbereichen weltweit führender Technologie- und Industriegüterkonzern mit kombinierter Werkstoff- und Verarbeitungskompetenz. Die global tätige Unternehmensgruppe hat rund 500 Konzerngesellschaften und -standorte in mehr als 50 Ländern auf allen fünf Kontinenten. Sie notiert seit 1995 an der Wiener Börse. Mit ihren qualitativ höchstwertigen Produkt- und Systemlösungen aus Stahl und anderen Metallen zählt sie zu den führenden Partnern der europäischen Automobil- und Hausgeräteindustrie sowie weltweit der Öl- und Gasindustrie. Die voestalpine ist darüber hinaus Weltmarktführer in der Weichentechnologie und im Spezialschienenbereich sowie bei Werkzeugstahl und Spezialprofilen. Im Geschäftsjahr 2015/16 erzielte der Konzern bei einem Umsatz von 11,1 Milliarden Euro ein operatives Ergebnis (EBITDA) von 1,6 Milliarden Euro und beschäftigte weltweit rund 48.500 Mitarbeiter, die auch mit 14,5 Prozent am Unternehmen beteiligt sind.