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voestalpine Direktreduktionsanlage in Texas startet Anlagentests

21. April 2016 | 

Die Errichtung der Direktreduktionsanlage der voestalpine in Corpus Christi, Texas, bisher größte Auslandsinvestition des Konzerns bzw. eines österreichischen Unternehmens in den USA, geht in das Endstadium. Die letzte Phase der Anlagenmontage einschließlich Implementierung von Prozess- und Leittechnik wird bereits von Testläufen ausgewählter Einzel- bzw. Teilanlagen begleitet. Aus heutiger Sicht ist daher von einer weitgehend planmäßigen Inbetriebnahme der Anlage im Verlauf des Sommers 2016 auszugehen. Das neue Werk, das ab dem kommenden Geschäftsjahr jährlich zwei Millionen Tonnen an hochqualitativem HBI (Hot Briquetted Iron/„Eisenschwamm“) als anspruchsvolles Vormaterial für die Stahlproduktion herstellen wird, bedeutet einen wesentlichen weiteren Expansionsschritt der voestalpine im NAFTA-Raum. Schon heute zählt die Unternehmensgruppe 64 Standorte und rund 3.000 Mitarbeiter in dieser Region, das Umsatzvolumen belief sich im letzten Geschäftsjahr auf rund 1 Milliarde Euro.

Die voestalpine setzt ihre Internationalisierungsstrategie auf außereuropäischen Wachstumsmärkten mit Fokus auf den NAFTA-Raum (Kanada, USA, Mexiko) – wo bis 2020 eine Verdreifachung des Umsatzes von aktuell einer auf rund drei Milliarden Euro angestrebt wird – konsequent fort.

Die Direktreduktionsanlage in Corpus Christi zur Herstellung von hochwertigem HBI wird als weltweit größte und modernste ihrer Art einen wesentlichen Beitrag zu diesem Umsatzanstieg der voestalpine in Nordamerika leisten. Wir gehen davon aus, im Verlauf der kommenden Sommermonate mit der Anlage in Betrieb gehen zu können.

Wolfgang Eder Wolfgang Eder, Vorstandsvorsitzender der voestalpine AG

Durch die bereits erfolgte Fixierung mehrerer langfristiger Lieferverträge mit renommierten Kunden im NAFTA-Raum und Europa – jüngst mit dem mexikanischen Stahlproduzenten TYASA – sowie dem voestalpine-Eigenbedarf von 800.000 Tonnen HBI jährlich sind insgesamt bereits über 80 Prozent des Produktionsvolumens schon vor Inbetriebnahme der Anlage vergeben.

Erste Teilanlagen in Betrieb

Nachdem Bau und Konstruktion des Herzstücks der neuen Anlage, des 137 Meter hohen Reduktionsturms, abgeschlossen sind, liegt der Schwerpunkt der aktuellen Aktivitäten nunmehr auf der finalen Montage von Elektrik, Rohrleitungen und Fördertechnik. Erste Teilanlagen haben bereits den Testbetrieb erfolgreich hinter sich. Nach dem schrittweisen Ausbau der Testläufe bis zur Gesamtanlage soll in den kommenden Sommermonaten der Hochlauf des neuen Werkes erfolgen. Der Kai des werkseigenen Hafens, an dem derzeit drei Ent- bzw. Beladekräne ihren Abschlusstests unterzogen werden, ist betriebsbereit. Ende April wird dort das erste Frachtschiff, das sich mit 120.000 Tonnen Erzpellets gerade am Weg von Brasilien nach Texas befindet, anlegen und damit die Voraussetzungen für Probelauf bzw. Inbetriebnahme über die Sommermonate schaffen.

600 Millionen US-Dollar lokale Wertschöpfung

Die voestalpine wird am neuen Standort in den kommenden zehn Jahren für eine regionale Wertschöpfung von bis zu 600 Millionen US-Dollar sorgen und 150 langfristige Arbeitsplätze schaffen. Die zukünftige Stammbelegschaft ist schon heute nahezu komplett. Derzeit sind gut 1.000 Menschen auf der Baustelle beschäftigt, noch zu Jahresbeginn 2016 waren es rund 2.300. Das neue Werk in Corpus Christi wird durch die Bereitstellung von vergleichsweise kostengünstigem, gleichzeitig aber hochwertigem Vormaterial in Form von HBI maßgeblich zur Absicherung der beiden österreichischen Stahlstandorte in Linz und Donawitz beitragen. Der Einsatz von Erdgas anstelle von Kohle sowie modernsten Technologien im Bereich der Staubvermeidung und Wasseraufbereitung machen die Anlage bereits heute zur Umweltbenchmark auch über den NAFTA-Raum hinaus.

voestalpine im NAFTA-Raum

Bereits 9 Prozent des Konzernumsatzes von 11,2 Mrd. Euro erwirtschaftete die voestalpine mit rund 3.000 Mitarbeitern an 64 Standorten im Geschäftsjahr 2014/15 in den NAFTA-Ländern Kanada, USA und Mexiko. Alleine in den USA wurde mit 2.400 Mitarbeitern ein Umsatz von 810 Mio. Euro erzielt. Wichtigste Wachstumsbranchen auf diesem Markt stellen die Automobilindustrie und der Eisenbahninfrastruktursektor dar. Die größte Einzelgesellschaft des Konzerns in den USA ist die voestalpine Nortrak, die mit rund 1.000 Mitarbeitern sowie sieben Produktionsstandorten Markt- und Technologieführer im Bereich der Weichentechnik in Nordamerika ist. Stark vertreten ist die Unternehmensgruppe voestalpine zudem in den Bereichen Edelstahl, Öl/Gas und Luftfahrt. Im Übrigen stehen aktuell rund 13 Prozent der voestalpine-Aktien im Eigentum nordamerikanischer Investoren.

Der voestalpine-Konzern

Die weltweit tätige voestalpine-Gruppe ist ein stahlbasierter Technologie- und Industriegüterkonzern. Die Unternehmensgruppe ist mit rund 500 Konzerngesellschaften und -standorten in mehr als 50 Ländern auf allen fünf Kontinenten vertreten, sie notiert seit 1995 an der Wiener Börse. Der Konzern ist mit seinen qualitativ höchstwertigen Produkten einer der führenden Partner der europäischen Automobil- und Hausgeräteindustrie sowie weltweit der Öl- und Gasindustrie. Die voestalpine ist darüber hinaus Weltmarktführer in der Weichentechnologie und im Spezialschienenbereich sowie bei Werkzeugstahl und Spezialprofilen. Der Konzern erzielte im Geschäftsjahr 2014/15 bei einem Umsatz von 11,2 Mrd. Euro ein operatives Ergebnis (EBITDA) von 1,5 Mrd. Euro und beschäftigte weltweit rund 47.500 Mitarbeiter.