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voestalpine-CEO Wolfgang Eder vor Wiederwahl zum Weltstahlpräsidenten

12. Oktober 2015 | 

Wolfgang Eder, Vorstandsvorsitzender der voestalpine AG, bleibt für ein weiteres Jahr, d. h. bis Oktober 2016 Präsident des Weltstahlverbandes „World Steel Association – worldsteel“. Dies hat der weltweit zweitgrößte Branchenverband mit rund 170 Verbandsmitgliedern, die 85 Prozent der globalen Stahlproduktion repräsentieren, heute im Rahmen seiner Jahrestagung in Chicago bekannt gegeben. Damit wird zum ersten Mal überhaupt ein amtierender Präsident der Organisation wiedergewählt.

Vor genau einem Jahr übernahm Wolfgang Eder (63) als erster Österreicher die Präsidentschaft des Weltstahlverbandes. Nun wurde er für eine weitere Periode in diese Funktion nominiert, die formelle Bestellung soll anlässlich des morgigen Board-Meetings erfolgen. „Natürlich freut man sich darüber, gleichzeitig ist es auch eine Auszeichnung für unser Unternehmen und ein Auftrag, in nicht ganz einfachen Zeiten die erfolgreiche Zusammenarbeit der worldsteel-Mitglieder im Rahmen des Verbandes konsequent fortzusetzen“, so Wolfgang Eder. „Die voestalpine hat sich in den letzten 15 Jahren vom klassischen Stahlhersteller zu einem der weltweiten Technologie- und Innovationsführer in der Verarbeitung hochqualitativer Stähle, aber auch anderer Werkstoffe, entwickelt. Die Ausrichtung auf Qualitäts- statt Massenprodukte wird für die gesamte Branche, insbesondere in den reiferen Volkswirtschaften, immer wichtiger“, sieht er den Weg „seiner“ voestalpine bestätigt.

Der laut Verbandsreglement als (incoming) Vice-Chairman ursprünglich designierte Nachfolger Eders, André Gerdau Johannpeter, CEO des brasilianischen Stahlherstellers Gerdau S.A., hat ersucht, ihn von der Nachfolge zu entbinden, da er sich bis auf Weiteres voll und ganz auf die Herausforderungen des für sein Unternehmen wichtigen brasilianischen Marktes konzentrieren möchte. Zum neuen Vizepräsidenten soll John Ferriola, CEO der Nucor Corporation, USA, bestellt werden.

Stahlindustrie vor großen Herausforderungen

In seiner Funktion als Weltstahlpräsident wird Wolfgang Eder weiterhin auf drei Themenschwerpunkte setzen: Die Herausforderungen an die Stahlindustrie im Rahmen der globalen Klimaschutzbemühungen, den langfristigen Imagewandel der Branche sowie die Lebenszyklus-Betrachtung des Werkstoffes Stahl als überzeugendes, positives Abgrenzungskriterium gegenüber allen anderen Werkstoffen.

Während europäische Stahlhersteller in punkto Umweltschutz die derzeitigen technischen Möglichkeiten bereits weitestgehend ausgeschöpft haben, hat etwa China erst kürzlich Schritte zur CO2-Einsparung in der Produktion angekündigt. Auf worldsteel-Ebene sehen wir uns hier durch Know-how-Austausch und technologische Kooperation im Bereich der Energie- und Klimapolitik in einer aktiven, unterstützenden Rolle.

Wolfgang Eder Wolfgang Eder, Vorstandsvorsitzender der voestalpine AG und Weltstahlpräsident

Das Image der Stahlbranche international weiter aufzuwerten gilt ebenfalls als wichtiges Ziel. „Wir wollen verstärkt zeigen, dass wir uns in der jüngeren Vergangenheit zu einem technologisch sehr anspruchsvollen Industriesegment gewandelt haben. Völlig neue Stahlgüten sind gegenüber alternativen Werkstoffen in vielen Anwendungsbereichen inzwischen äußerst konkurrenzfähig“, erläutert Eder. „Wir wollen der Öffentlichkeit aber auch verstärkt den gesamten Produktlebenszyklus des Werkstoffes Stahl – von der Entwicklung über die Rohstoffe und das fertige Produkt bis hin zur Wiederverwertung näher bringen. Gerade in Bezug auf die unbegrenzte Recyclierbarkeit, aber auch im Bereich des Energieeinsatzes weist Stahl einzigartige Eigenschaften auf.“ Kein Thema auf Verbandsebene ist übrigens das Problem der massiven globalen Überkapazitäten – es ist dort aus kartellrechtlichen Gründen tabu.

Über den Weltstahlverband World Steel Association („worldsteel“)

Der Verband wurde am 19. Oktober 1967 als International Iron and Steel Institute (IISI) gegründet. Seit 2008 firmiert er als World Steel Association (worldsteel). Die Non-Profit-Organisation hat ihren Hauptsitz in Brüssel und einen weiteren in Peking. Verbandsmitglieder sind rund 170 – darunter 9 der 10 weltweit größten – Stahlproduzenten, nationale und regionale Stahlverbände sowie einschlägige Forschungsinstitute. worldsteel vertritt insgesamt etwa 85 Prozent der weltweiten Stahlproduktion.

Wolfgang Eder, Vorstandsvorsitzender der voestalpine AG

Wolfgang Eder (63) trat nach dem Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Salzburg und nachfolgender Gerichtspraxis im Jahr 1978 in die (damalige) VOEST-ALPINE AG ein. 1995 wurde er nach Koordination des erfolgreichen Börsengangs zum Vorstandsmitglied des Nachfolgeunternehmens voestalpine AG bestellt, 2001 zum stellvertretenden Vorsitzenden des Vorstandes. Mit 1. April 2004 erfolgte seine Bestellung zum Vorsitzenden des Vorstandes. Darüber hinaus leitete Eder bis zum 30. September 2014 auch die Steel Division des Konzerns. Unter seiner Führung hat die voestalpine-Gruppe ihren Umsatz von rund vier auf über elf Milliarden Euro fast verdreifacht und sich von einem klassischen europäischen Stahlunternehmen zu einem global tätigen Technologie- und Industriegüterkonzern mit überdurchschnittlicher Profitabilität entwickelt. Eder war von Oktober 2009 bis Mai 2014 auch Präsident des Europäischen Stahlverbandes EUROFER.

Der voestalpine-Konzern

Die weltweit tätige voestalpine-Gruppe ist ein stahlbasierter Technologie- und Industriegüterkonzern. Die Unternehmensgruppe ist mit rund 500 Konzerngesellschaften und -standorten in mehr als 50 Ländern auf allen fünf Kontinenten vertreten, sie notiert seit 1995 an der Wiener Börse. Der Konzern ist mit seinen qualitativ höchstwertigen Produkten einer der führenden Partner der europäischen Automobil- und Hausgeräteindustrie sowie weltweit der Öl- und Gasindustrie. Die voestalpine ist darüber hinaus Weltmarktführer in der Weichentechnologie und im Spezialschienenbereich sowie bei Werkzeugstahl und Spezialprofilen. Der Konzern erzielte im Geschäftsjahr 2014/15 bei einem Umsatz von 11,2 Mrd. Euro ein operatives Ergebnis (EBITDA) von 1,5 Mrd. Euro und beschäftigte weltweit rund 47.500 Mitarbeiter.