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voestalpine mit Ergebnissprung im ersten Halbjahr

5. November 2014 | 

Trotz anhaltend herausfordernder Konjunkturlage zeigte der voestalpine-Konzern im 1. Halbjahr des Geschäftsjahres 2014/15 (1. April bis 30. September 2014) eine weitgehend solide Entwicklung. Das Geschäftsjahr startete mit optimistischen Konjunkturvorgaben für die reifen Volkswirtschaften und eher gemischten Erwartungen für die Emerging Marktes. Im Verlauf der ersten sechs Monate kühlte allerdings die globale Konjunkturentwicklung mit Ausnahme Nordamerikas und Chinas gemessen an diesen Erwartungen generell ab. „In Anbetracht eines wieder zunehmend herausfordernden Umfeldes verlief die Entwicklung der voestalpine-Gruppe in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres dennoch auf sehr ansprechendem Niveau“, so Dr. Wolfgang Eder, Vorstandsvorsitzender des voestalpine-Konzerns. Ein wesentlicher Grund dafür ist die breite geografische und branchenmäßige Aufstellung des Konzerns. Erfolgsgarant ist dabei die konsequente strategische Ausrichtung auf die globale Qualitäts- und Technologieführerschaft bei anspruchsvollen Nischenprodukten und der Fokus auf die konsequente Verlängerung der Wertschöpfungskette in allen Geschäftsbereichen.

  • Umsatz mit 5,56 Mrd. EUR geringfügig unter Vorjahreswert von 5,64 Mrd. EUR
    (-1,5 %)
  • Solide Ergebnisentwicklung durch Portfoliobereinigungen unterstützt (Einmaleffekte bei EBITDA von 67 Mio. EUR und EBIT von 45 Mio. EUR)
  • Operatives Ergebnis (EBITDA) mit 757 Mio. EUR um 11,2 % verbessert
  • Betriebsergebnis (EBIT) um 12,2 % von 396 auf 445 Mio. EUR deutlich erhöht
  • Anstieg der EBITDA-Marge von 12,1 auf 13,6 % und der EBIT-Marge von 7,0 % auf 8,0 %
  • Ergebnis vor (von 312 auf 392 Mio. EUR) und nach Steuern (von 238 auf 324 Mio. EUR) um 25,5 % bzw. 35,9 % gesteigert
  • Gearing Ratio von 47 auf knapp 59 % gestiegen (Kündigung Hybridanleihe 2007)
  • Baustart für die Direktreduktionsanlage in Texas planmäßig im Juli erfolgt

Deutliche Verbesserung in allen Ergebniskategorien

Die Umsatzentwicklung ist mit -1,5 % von 5,64 auf 5,56 Mrd. EUR leicht rückläufig. Dies ist auf die Schließung der Standardschienenproduktion in Duisburg mit Jahresende 2013 und dem damit geringeren Auslieferungsvolumen der Metal Engineering Division sowie auf ein neuerlich schwächeres Preisniveau in einer Reihe von Geschäftsbereichen aufgrund weiter rückläufiger Rohstoff- bzw. Vormaterialkosten zurückzuführen. Das um 11,2 % auf 757 Mio. EUR deutlich gestiegene operative Ergebnis (EBITDA) beinhaltet Einmaleffekte der Metal Forming Division im Gesamtausmaß von 66,5 Mio. EUR (u.a. in Verbindung mit dem Verkauf der Flamco-Gruppe und der Vereinbarung zum Verkauf des Geschäftsbereichs Plastics Solutions). Aber auch korrigiert um diese außerordentlichen Effekte verbesserte sich das EBITDA im Jahresvergleich um 1,5 % von 680 auf 690 Mio. EUR, wodurch auch die (bereinigte) EBITDA-Marge von 12,1 % auf 12,4 % anstieg. Das (unbereinigte) Betriebsergebnis (EBIT) legte um 12,2 % von 396 Mio. EUR auf 445 Mio. EUR zu. Bereinigt um den außerordentlichen Effekt von 45,2 Mio. EUR beläuft sich das EBIT im 1. Halbjahr 2014/15 auf 400 Mio. EUR, was einer Steigerung um knapp 1 % entspricht. Die bereinigte EBIT-Marge liegt damit bei 7,2 % (Vorjahr 7,0 %).

Gewinn je Aktie steigt um 43,5 Prozent

Eine noch deutlichere Verbesserung zeigt das Ergebnis vor Steuern mit einer Erhöhung um
25,5 % auf 392 (nach 312) Mio. EUR. Auch nach Abzug der Sondereffekte von 45,2 Mio. EUR liegt es für die ersten sechs Monaten des aktuellen Geschäftsjahres immer noch bei 347 Mio. EUR bzw. um 11 % über dem Vorjahreswert. Das Ergebnis nach Steuern weist einen Zuwachs um 36 % von 238 auf 324 Mio. EUR auf. Ohne Berücksichtigung der außerordentlichen Positionen (43,4 Mio. EUR), ergibt sich ein bereinigtes Nachsteuerergebnis in Höhe von 281 Mio. EUR, was gegenüber dem Vorjahr eine ebenfalls nach wie vor deutliche Verbesserung um rund 18 % darstellt. Zurückzuführen ist die positive Entwicklung vor allem auf die gesunkenen Finanzierungsaufwendungen.

Der Gewinn je Aktie beläuft sich auf 1,65 EUR, was einer Veränderung von +43,5 % im Vergleich zum Vorjahreswert von 1,15 EUR entspricht (bereinigter Gewinn je Aktie: 1,40 EUR). Das Eigenkapital per 30.9.2014 verringerte sich im Jahresvergleich um 2,6 % von 5,1 auf 4,9 Mrd. EUR. Verglichen mit dem Bilanzstichtag 31. März 2014 (5,3 Mrd. EUR) ist das Eigenkapital um 6,3 % gesunken. Der Rückgang ist im Wesentlichen auf die Umgliederung der im September 2014 gekündigten Hybridanleihe 2007 (500 Mio. EUR) von Eigenkapital zu Fremdkapital zurückzuführen. Dadurch stieg auch die Nettofinanzverschuldung im Jahresvergleich um 22,4 % von 2,4 Mrd. EUR (rückwirkend angepasst) auf 2,9 Mrd. EUR. Im Vergleich mit dem Bilanzstichtag 31. März 2014 (2,4 Mrd. EUR, rückwirkend angepasst) ergibt sich eine Zunahme von 19,7 %. Aufgrund dieser Veränderungen in der Finanzierungsstruktur des Konzerns hat sich die Gearing-Ratio (Nettofinanzverschuldung im Verhältnis zum Eigenkapital) in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres 2014/15 von 46 % auf 59 % erhöht. Der voestalpine-Konzern beschäftigte zum 30. September 2014 47.379 Mitarbeiter (+ 0,5 % zum Vorjahr).

Solide Position im Branchenvergleich

Der voestalpine-Konzern nimmt sowohl in Bezug auf die Profitabilität als auch in qualitativer und technologischer Hinsicht in seinen Kernsegmenten eine führende Position in Europa ein und ist darüber hinaus in wesentlichen Geschäftsbereichen Weltmarktführer. Das Ergebnis des ersten Halbjahres 2014/15 spiegelt diese Entwicklung wider.

Wir haben uns in den letzten 15 Jahren vom klassischen Stahlunternehmen zum stahlbasierten Technologie- und Industriegüterkonzern mit Fokus auf technologisch herausforderndsten Kundensegmenten entwickelt. Die in den vergangenen Jahren konsequent umgesetzte Strategie der Verlängerung der Wertschöpfungskette auf Basis von Stahl-Premiumprodukten findet in der Ergebnisentwicklung gerade unter konjunkturell schwierigen Rahmenbedingungen ihre Bestätigung.

Wolfgang Eder Wolfgang Eder, Vorstandsvorsitzender des voestalpine-Konzerns

Der Fokus liegt dabei auf den anspruchsvollen Wachstumsbranchen Mobilität und Energie. Geografischer Fokus sind vor allem die Zukunftsmärkte Nordamerika und Asien, in denen der Konzern seine Internationalisierungsstrategie auch im letzten Halbjahr konsequent vorangetrieben hat. In Europa steht die Festigung der Markt-, Qualitäts- und Technologieführerschaft in den Kernbereichen im Vordergrund. Der weitere Ausbau des bereits heute dominierenden Verarbeitungsanteils wird – ergänzt um Alternativwerkstoffe – konsequent vorangetrieben, die Gruppe damit noch mehr als bisher zum Technologie- und Industriegüterkonzern.

Divisionen konstant auf gutem Niveau

Im sehr uneinheitlichen makroökonomischen Umfeld der 1. Hälfte des Geschäftsjahres 2014/15 verlief die operative Geschäftsentwicklung der vier Divisionen des voestalpine-Konzerns weitgehend stabil. Die Steel Division, zum größten Teil am europäischen Markt tätig, profitierte von der ungebrochen hohen Nachfrage aus dem Automobilsektor und einer Belebung im Bereich Öl-/ Gastransport (Pipeline-Projekte), während die übrigen Marktsegmente nach einer weitgehend stabilen Nachfrageentwicklung zu Beginn des Geschäftsjahres über den Sommer zum Teil Abschwächungstendenzen zeigten. Die Special Steel Division konnte von den prosperierenden Märkten in den USA und Asien profitieren, wohingegen sich der europäische Markt über die ersten sechs Monate des aktuellen Geschäftsjahres weiterhin verhalten darstellte. Eine ungebrochen positive Entwicklung nimmt die Metal Engineering Division, die sich aufgrund ihrer breiten Aufstellung bei gleichzeitig anhaltend guter Nachfragesituation in praktisch allen Business Units im ersten Halbjahr stabil auf hohem Niveau bewegte. Die Metal Forming Division konnte im Bereich Automotive Parts die schon bisher sehr gute Entwicklung fortsetzen, war jedoch seit Anfang des Geschäftsjahres in Europa mit einem gedrückten Markt auf der Rohr- und Profilseite konfrontiert.

Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr 2014/15 unverändert

Stellte sich noch zum 1. Quartal 2014/15 die gesamtwirtschaftliche Situation so dar, dass eine stabile bis sogar eher positive Entwicklung für den restlichen Jahresverlauf wahrscheinlich schien, haben sich inzwischen die Vorzeichen – zumindest für Europa – eingetrübt. Grund sind die anhaltende politische und militärische Destabilisierung in Teilen des Nahen und Mittleren Ostens sowie der Russland-Ukraine-Konflikt. Unverändert stark stellt sich hingegen die wirtschaftliche Performance der USA dar und auch China gelingt es, seinen gut siebenprozentigen Wachstumskurs im Jahresverlauf stabil zu halten. In deutlichem Gegensatz dazu steht die anhaltend negative Entwicklung der Volkswirtschaften Brasiliens und Russlands.

In Bezug auf die für den voestalpine-Konzern wichtigsten Industriesektoren zeichnet sich eine stärker werdende Differenzierung ab: Während der Geschäftsverlauf der Automobilindustrie weltweit durch eine ungebrochene Nachfrage geprägt ist und Gleiches oder zumindest Ähnliches auch für die Bereiche Flugzeugbau und Eisenbahninfrastruktur gilt, setzt sich – jedenfalls in Europa – der bis zum Sommer zu beobachtende leichte Aufwärtstrend in der Bauindustrie, im Maschinenbau und in der Elektroindustrie in den letzten Monaten nicht weiter fort. Anhaltend schwach bleibt der Trend auch in der konventionellen Energieerzeugung, wogegen die Entwicklung im Öl- und Gasbereich weltweit auf unverändert hohem Niveau verläuft und auch auf der Transportseite durch die Vergabe von größeren Pipelineprojekten in letzter Zeit ein gewisser Aufwärtstrend festzustellen ist. Auf stabilem Niveau verläuft die Entwicklung von Konsumgüter- und Hausgeräteindustrie, während der Landmaschinenbau deutlich schwächer tendiert.

Auch wenn die konjunkturellen Rahmenbedingungen in Europa im Jahresverlauf nicht den zu Beginn erhofften Aufschwung genommen haben, zeichnet sich auch für die 2. Hälfte des Geschäftsjahres 2014/15 in allen vier Divisionen des Konzerns eine weitgehende Vollauslastung ab. Trotz eines unverändert starken Preisdrucks sollte es durch die Effizienzsteigerungs- und Kostenoptimierungsprogramme und die forcierte Erschließung der außereuropäischen Märkte gelingen, die Profitabilität gegenüber dem Vorjahr auch ohne Berücksichtigung außerordentlicher Erträge zumindest leicht zu verbessern.

Aus heutiger Sicht zeichnet sich für den voestalpine-Konzern 2014/15 daher unverändert ein etwas über dem Niveau des vergangenen Geschäftsjahres liegendes operatives Ergebnis (EBITDA) bzw. Betriebsergebnis (EBIT) ab.

Wolfgang Eder Wolfgang Eder, Vorstandsvorsitzender des voestalpine-Konzerns

Der voestalpine-Konzern

Die weltweit tätige voestalpine-Gruppe ist ein stahlbasierter Technologie- und Industriegüterkonzern. Die Unternehmensgruppe ist mit rund 500 Konzerngesellschaften und -standorten in mehr als 50 Ländern auf allen fünf Kontinenten vertreten, sie notiert seit 1995 an der Wiener Börse. Der Konzern ist mit seinen qualitativ höchstwertigen Produkten einer der führenden Partner der europäischen Automobil- und Hausgeräteindustrie sowie weltweit der Öl- und Gasindustrie. Die voestalpine ist darüber hinaus Weltmarktführer in der Weichentechnologie und im Spezialschienenbereich sowie bei Werkzeugstahl und Spezialprofilen. Der Konzern erzielte im Geschäftsjahr 2013/14 bei einem Umsatz von 11,2 Mrd. Euro ein operatives Ergebnis (EBITDA) von 1,4 Mrd. Euro und beschäftigte weltweit rund 48.100 Mitarbeiter.