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voestalpine trotzt schwacher Konjunktur – weitgehend stabile Entwicklung im 1. Quartal 2013/14

7. August 2013 | 

Trotz der deutlichen Abkühlung des makroökonomischen Umfeldes in den global wichtigsten Wirtschaftsregionen liefert der voestalpine-Konzern sowohl auf der Umsatz- als auch der Ergebnisseite eine weiterhin stabile Performance. Besonders erfreulich ist der neue Rekordwert bei den Beschäftigten, 47.154 Mitarbeiter stellen einen neuen Höchststand dar.

  • Unverändert hohe Auslastung in allen Divisionen
  • Mitarbeiterstand mit 47.154 Beschäftigten auf neuem Rekordwert
  • Umsatz im 1. Quartal 2013/14 mit 2,94 Mrd. EUR durch geringere Rohstoffkosten und schwächere Konjunktur 3,8% unter Vorjahreswert (3,05 Mrd. EUR)
  • Operatives Ergebnis (EBITDA) mit 366 Mio. EUR nur marginal schwächer als im Vorjahr (372 Mio. EUR) – EBITDA-Marge steigt von 12,2% auf 12,5%
  • Betriebsergebnis (EBIT) erreicht mit 223 Mio. EUR ebenfalls fast Vorjahreswert (228 Mio. EUR) – EBIT-Marge geringfügig von 7,5% auf 7,6% verbessert
  • US-HBI-Projekt terminlich und kostenmäßig auf Plan

Die von uns besetzten technologie- und innovationsfokussierten Marktsegmente zeigen durch hohe Eintrittsbarrieren deutlich stabilere Geschäftsverläufe als die ‚klassischen‘ Stahlprodukte. Wir konnten so Umsatz und Ergebnis bei stabil hoher Auslastung weitgehend konstant halten. Unterstützt wurde die im Branchenvergleich überdurchschnittliche Entwicklung durch die schnelle und konsequente Umsetzung von Effizienz- und Kostenoptimierungsmaßnahmen.

Wolfgang Eder Wolfgang Eder, Vorstandsvorsitzender der voestalpine AG

Die leicht rückläufige Umsatzentwicklung des Konzerns im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2013/14 (1.4. bis 30.6.2013) ist zum einen auf die gegenüber dem Vorjahr schwächere Konjunktur, andererseits aber auch auf die gefallenen Rohstoffpreise zurückzuführen. Mit 2,94 Mrd. EUR blieb der Umsatz allerdings nur geringfügig unter dem Vorjahresniveau (-3,8%, Q1 2012/13: 3,05 Mrd. EUR), wobei sich der Rückgang relativ gleichmäßig auf alle Divisionen verteilte. Auf der Ergebnisseite konnte sich das Unternehmen aus den einleitend erwähnten Gründen dem negativen Markttrend weiterhin erfolgreich entziehen. So stellt sich das operative Ergebnis (EBITDA) mit 366 Mio. EUR im aktuellen Quartal nahezu konstant zum Vorjahreswert von 372 Mio. EUR dar (-1,6%). Die EBITDA-Marge stieg aufgrund des gesunkenen Umsatzes von 12,2% im Vorjahr auf 12,5% heuer an. Das Betriebsergebnis (EBIT) zeigt einen analogen Verlauf mit einem nur geringfügigen Rückgang um 2,1% von 228 auf 223 Mio. EUR. Die EBIT-Marge erhöhte sich von 7,5% auf 7,6%. Hervorzuheben ist, dass alle Divisionen ihre Margen gegenüber dem 1. Quartal des Vorjahres sowohl beim operativen Ergebnis als auch beim Betriebsergebnis steigern konnten.

Das Ergebnis vor Steuern (EBT) beläuft sich auf 180 Mio. EUR (-2,8%, Vorjahr: 185 Mio. EUR), das Ergebnis nach Steuern auf 139 Mio. EUR (-4,3% gegenüber 2012/13 mit 145 Mio. EUR) – nicht zuletzt bedingt durch eine im 12-Monatsvergleich leicht erhöhte Steuerquote. Das Eigenkapital stieg seit 31. März 2013 (5,1 Mrd. EUR) per 30. Juni 2013 auf 5,2 Mrd. EUR (+1,7%). Die Nettofinanzverschuldung blieb mit 2,3 Mrd. EUR weitgehend stabil, die Gearing-Ratio (Nettofinanzverschuldung in Relation zum Eigenkapital) ist auf 44% gesunken.

Kunden weiter vorsichtig, anhaltende Preisvolatilität der Rohstoffe

War das Geschäftsjahr 2012/13 in den global wichtigsten Wirtschaftsregionen von einer rückläufigen Konjunkturentwicklung auf breiter Front gekennzeichnet, so zeigten sich in den ersten Monaten des aktuellen Geschäftsjahres erstmals gewisse Stabilisierungstendenzen. Die Entwicklung der voestalpine-Gruppe bestätigt diesen Trend insofern, als das 1. Quartal des neuen Geschäftsjahres im Vergleich zum unmittelbaren Vorquartal (Q4 2012/13) im Wesentlichen eine Fortschreibung der wichtigsten Kennziffern brachte. Insgesamt gesehen setzte der europäische Wirtschaftsraum aber auch im Frühjahr 2013 seine verhaltene ökonomische Entwicklung fort. Die konjunkturellen Impulsgeber der letzten Jahre wie China und Brasilien mussten im Verlauf des vergangenen Jahres ebenfalls Einbußen in der wirtschaftlichen Dynamik hinnehmen, entwickeln sich aber in den letzten Monaten wieder einigermaßen stabil bei allerdings deutlich abgeschwächtem Niveau. Die insgesamt recht positive wirtschaftliche Stimmung in Nordamerika konnte im ersten Quartal 2013/14 noch in keine steigende Nachfragedynamik übersetzt werden.

Das wirtschaftliche Umfeld des voestalpine-Konzerns war und ist damit in wesentlichen Bereichen nach wie vor durch eine konjunkturbedingt vorsichtige Disposition auf Kundenseite geprägt. Die anhaltende Preisvolatilität der Rohstoffe (Eisenerz, Kohle und Schrott) führt auf der Absatzseite immer wieder zu relativ kurzfristigen Preisschwankungen. Dem voestalpine-Konzern gelingt es allerdings durch die forcierte Umsetzung der Strategie der verlängerten Wertschöpfung immer besser diese Schwankungen nicht mehr auf das Unternehmensergebnis durchschlagen zu lassen, sondern alles in allem eine stabile Entwicklung auf solidem Niveau auszuweisen.

Im Branchenvergleich deutliche bessere Performance

„In Anbetracht des konjunkturellen Umfeldes und im direkten Branchenvergleich war die Entwicklung der voestalpine-Gruppe in den letzten Monaten durchaus erfreulich.“, so Wolfgang Eder. Ein wesentlicher Grund dafür ist die breite Aufstellung des Konzerns sowohl in geografischer als auch in branchenmäßiger Hinsicht. Vor allem aber die einzigartige Kombination von Stahlerzeugung und -verarbeitung sowie die zunehmende Anwendung anderer Werkstoffe wie Aluminium oder Titan bewirken eine immer stärkere Differenzierung von der Konkurrenz. „Wir haben uns in den letzten 12 Jahren vom klassischen Stahlunternehmen zum stahlbasierten Technologie- und Industriegüterkonzern mit Fokus auf den technologisch anspruchsvollsten Kundensegmenten entwickelt. Die in den vergangenen Jahren konsequent umgesetzte Strategie der Verlängerung der Wertschöpfungskette auf Basis von Stahl-Premiumprodukten findet in der Ergebnisentwicklung gerade unter konjunkturell herausfordernden Rahmenbedingungen ihre Bestätigung“, erläutert Eder. Der voestalpine-Konzern nimmt heute sowohl in Bezug auf die Profitabilität als auch qualitativ und technologisch in seinen Kernsegmenten eine führende Position in Europa ein und ist darüber hinaus in wesentlichen Geschäftsbereichen Weltmarktführer.

Stabiler Ausblick für das laufende Geschäftsjahr 2013/14

Die Entwicklung der letzten Monate zeigt, dass der bis zum Jahresbeginn 2013 vorherrschende konjunkturelle Abwärtstrend gebannt ist. Aus heutiger Sicht könnte es in den nächsten Monaten zu einer weiteren Stabilisierung der globalen Konjunktursituation kommen, wenn sich der Aufschwung in den USA dieses Mal als wirklich nachhaltig erweist, China im weiteren Jahresverlauf keine neuerlichen konjunkturellen Rückschläge erleidet und sich die derzeit spürbare leise Zuversicht in Europa nicht als trügerische Hoffnung herausstellt. Unter diesen Vorzeichen könnten in der zweiten Jahreshälfte 2013 tatsächlich jene Voraussetzungen geschaffen werden, die 2014 erstmals seit langem wieder eine globale Konjunkturbelebung ermöglichen.

Die Entwicklung des voestalpine-Konzerns sollte bis Jahresende 2013 auf insgesamt stabilem Niveau verlaufen. Wir gehen in der Steel Division von einer absoluten Vollauslastung bei tendenziell steigenden Preisen aus. Auch für die Special Steel Division erwarten wir bei annähernder Vollauslastung ein stabiles Preisniveau.

Wolfgang Eder Wolfgang Eder, voestalpine-CEO

„Weiter gut performen sollte wie bereits im letzten Geschäftsjahr die Metal Engineering Division. Hier dürften sowohl Vollauslastung als auch ein konstant solides Preisniveau gut abgesichert sein. Für die Metal Forming Division erwarten wir ebenfalls weitgehende Vollauslastung bei stabilen Preisen.“ Ein Fragezeichen ergibt sich für die generelle Entwicklung aus dem schwer abschätzbaren weiteren Trend der Rohstoffpreise. Allerdings sollten die bestehenden Überkapazitäten im Minenbereich und ein vorsichtiges Orderverhalten der Unternehmen für eine kalkulierbare Preisentwicklung sorgen.

„Aus heutiger Sicht ist für den voestalpine-Konzern eine Wiederholung des Vorjahresergebnisses (EBITDA, EBIT) die wahrscheinlichste Ergebnisvariante“, so Eder, der weiter hinzufügt „wenngleich etwas besser abgesichert als noch zu Beginn des Geschäftsjahres.“

Der voestalpine-Konzern

Die weltweit tätige voestalpine-Gruppe ist ein stahlbasierter Technologie- und Industriegüter-konzern. Die Unternehmensgruppe ist mit rund 500 Konzerngesellschaften und -standorten in mehr als 50 Ländern auf allen fünf Kontinenten vertreten, sie notiert seit 1995 an der Wiener Börse. Der Konzern ist mit seinen qualitativ höchstwertigen Produkten einer der führenden Partner der europäischen Automobil- und Hausgeräteindustrie sowie weltweit der Öl- und Gasindustrie. Die voestalpine ist darüber hinaus Weltmarktführer in der Weichentechnologie und im Spezialschienenbereich sowie bei Werkzeugstahl und Spezialprofilen. Der Konzern erzielte im Geschäftsjahr 2012/13 bei einem Umsatz von 11,5 Milliarden Euro ein operatives Ergebnis (EBITDA) von 1,45 Mrd. Euro und beschäftigt weltweit rund 46.400 Mitarbeiter.