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voestalpine trotz schwierigem Umfeld mit Ergebnissteigerung nach neun Monaten

15. Februar 2012 | 

Trotz eines insgesamt sehr herausfordernden konjunkturellen Umfeldes konnte der voestalpine-Konzern in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2011/12 die Vergleichswerte des Vorjahres sowohl beim Umsatz als auch in allen Ergebniskategorien übertreffen.

  • Umsatzanstieg auf 8.877 Mio. EUR (plus 11,9 % gegenüber 2010/11)
  • Zuwachs des EBITDA von 1.107 Mio. EUR auf 1.118 Mio. EUR (plus 1,0 %)
  • EBIT erhöht sich um 2,8 % von 658,2 Mio. EUR auf 676,4 Mio. EUR
  • Erhöhung des Jahresüberschusses um 2,8 % von 400,3 Mio. EUR auf 411,4 Mio. EUR
  • Nettofinanzverschuldung weiter gesenkt
  • Geschäftsverlauf bestätigt Strategie des Konzerns
  • Division Stahl mit schwachem dritten Quartal

Die Umsatzerlöse legten, getragen von Zuwächsen in allen Divisionen, von 7.936 Mio. EUR um 11,9 % auf 8.877 Mio. EUR zu. In den operativen Ergebniskategorien EBITDA und EBIT zeigt der Vergleich beim EBITDA eine Ergebnisverbesserung von 1.107 Mio. EUR auf 1.118 Mio. EUR (plus 1,0 %), das EBIT erhöht sich um 2,8 % von 658 Mio. EUR auf 676 Mio. EUR. Daraus ergibt sich für diesen Zeitraum eine EBITDA-Marge von 12,6 % bzw. eine EBIT-Marge von 7,6 %. Bedingt durch den überproportionalen Umsatzanstieg liegen die Margen damit etwas unter dem Niveau der ersten neun Monate des letztes Geschäftsjahres (EBITDA-Marge 13,9 %, EBIT-Marge 8,3 %).

Der Jahresüberschuss steigerte sich um 2,8 % von 400 Mio. EUR auf 411 Mio. EUR. Das bilanzielle Eigenkapital stieg von 4.553 Mio. EUR um 7 % auf 4.874 Mio. EUR (31.12.2011). Die Gearing Ratio (Nettofinanzverschuldung im Verhältnis zum Eigenkapital) verbesserte sich damit im Jahresvergleich von 65 % auf 61 % und blieb trotz des Aufbaus des Rohstoff-Winterlagers im Vergleich zum Vorquartal weitgehend unverändert.

Geschäftsverlauf bestätigt Strategie des Konzerns

Der Konzern hat die von der Staatsschuldendiskussion und den Finanzmärkten ausgehenden Turbulenzen vergleichsweise gut gemeistert.

Das ist die Folge der klaren strategischen Ausrichtung auf modernste Technologie und qualitativ anspruchvollste Produkte sowie hin zu einer Wertschöpfungskette, die sich länger und umfassender darstellt als bei allen Mitbewerbern

Dr. Wolfgang Eder, Vorstandsvorsitzender der voestalpine AG

Die Kosten wurden weiter reduziert, Strukturen gestrafft, Effizienz und Produktivität erhöht und die Wettbewerbsfähigkeit vor allem durch forcierte Globalisierung verbessert.

Die vier Verarbeitungsdivisionen blieben trotz schwierigem Umfeld im dritten Geschäftsquartal in ihrer Entwicklung weitgehend stabil

Dr. Wolfgang Eder, Vorstandsvorsitzender der voestalpine AG

Die Stammbelegschaft (ohne Leihpersonal und Lehrlinge) hat sich gegenüber dem Vorjahr um 1.138 Mitarbeiter auf 41.216 Beschäftigte (Stand 31.12.2011) erhöht. Die Gesamtmitarbeiterzahl (inklusive Leihpersonal und Lehrlingen) stieg im gleichen Zeitraum von 44.963 auf 46.468 Mitarbeiter an.

Drittes Quartal trotz zyklischem Abschwung mit deutlichem Gewinn – stabile Entwicklung der Verarbeitungsdivisionen

Ein Nachfrageeinbruch infolge der Angst vor rezessiven Tendenzen führte in Verbindung mit deutlich sinkenden Rohstoffpreisen und massivem Lagerabbau im letzten Kalenderquartal 2011 in der Stahlindustrie europaweit zu Auslastungsproblemen und stark fallenden Preisen

Dr. Wolfgang Eder, Vorstandsvorsitzender der voestalpine AG

Die trotzdem auflaufend insgesamt positive Entwicklung wurde hauptsächlich vom ersten Halbjahr getragen, wohingegen im dritten Quartal bei gleichem Umsatzniveau (2.899,5 Mio. EUR gegenüber 2.926,2 Mio. EUR im Vorquartal, ein Minus von 0,9 %) ein deutlich geringeres Ergebnis ausgewiesen wurde.

Dabei konnte die stabile Entwicklung der vier Verarbeitungsdivisionen (Edelstahl, Bahnsysteme, Profilform und Automotive) den Ergebniseinbruch durch den zyklischen Rückgang in der Division Stahl zwar nicht kompensieren, die negativen Auswirkungen auf das konzernale Ergebnis jedoch deutlich dämpfen. Im einzelnen fiel das konzernale EBITDA im unmittelbaren Vergleich des dritten mit dem zweiten Quartal um 18,7 % von 361,3 Mio. EUR auf 293,8 Mio. EUR, das EBIT verringerte sich gleichzeitig von 213,8 Mio. EUR auf 145 Mio. EUR, ein Minus von 32,2 %. Die EBITDA-Marge für das dritte Quartal beträgt somit 10,1 %, die EBIT-Marge 5 %.

Division Stahl mit schwachem dritten Quartal

Im Stahlbereich setzte als direkte Folge des unsicheren makroökonomischen Umfeldes nach dem Sommer 2011 ein massiver Lagerabbau verbunden mit zögerlichem Bestellverhalten der Kunden ein, der zuerst die Mengen und in weiterer Folge auch die Stahlpreise sowohl in Europa als auch global massiv unter Druck setzte. Die europäische Stahlindustrie begegnete dieser Entwicklung mit Produktionskürzungen. Auch die voestalpine AG nahm an ihrem Standort Linz die Mengen auf rund 90 % der Kapazität zurück. Da gleichzeitig die Rohstoffpreise (allen voran für Erz und Kohle) ebenfalls signifikant nachgaben, entstand zusätzlicher Druck auf die Preise. Die Spirale aus Kaufzurückhaltung und Preisrückgängen kam erst gegen Ende des Kalenderjahres 2011 zum Stillstand, sodass die Division Stahl im dritten Quartal eine gegenüber dem Sommer deutlich rückläufige Ergebnisentwicklung hinnehmen musste.

Aufgrund der gegen Jahresende im dritten Quartal erfolgten Produktionsrücknahme in der Division Stahl stellt sich die Rohstahlproduktion des voestalpine-Konzerns in den ersten drei Quartalen 2011/12 gegenüber dem Vorjahr leicht rückläufig dar. Im einzelnen ergibt sich für die 9-Monatsperiode ein Rückgang der Rohstahlmenge gegenüber dem Vorjahr um 1,4 % von 5,71 Mio. Tonnen auf 5,63 Mio. Tonnen.

Permanente Investitionen in Innovation und Globalisierung

Wir werden in den nächsten Jahren mehr denn je den Ausbau unserer Kapazitäten in Forschung und Entwicklung vorantreiben und uns künftig noch klarer als globaler Technologieführer in qualitativ anspruchsvollsten Wachstumssegmenten positionieren. Aber neue Kapazitäten werden künftig kaum mehr in Europa entstehen, sondern in den Wachstumsregionen dieser Welt. Nicht zuletzt auch deswegen, weil sich Europa als Industriestandort immer stärker selbst in Frage stellt.

Dr. Wolfgang Eder, Vorstandsvorsitzender der voestalpine AG

Ausblick: Rekordumsatz, aber etwas schwächeres Ergebnis für Gesamtjahr erwartet

Der zyklische Abschwung der europäischen Stahlindustrie in den letzten neun Monaten sollte mit dem Jahreswechsel seinen Tiefpunkt erreicht haben. Mit Beginn des ersten Kalenderquartals 2012 ist bereits eine Erholung der Nachfrage, verbunden mit ersten Preiserhöhungen im Quartalsverlauf, spürbar geworden. Nicht zuletzt allein schon aufgrund lagerzyklischer Effekte sollte diese Marktbelebung jedenfalls bis Sommer 2012 anhalten. In jedem Fall werden die im Vergleich zurDivision Stahl wesentlich weniger konjunktursensiblen Verarbeitungsdivisionen mit ihrem rund 65-prozentigen Anteil am Konzernumsatz weiterhin für eine im Branchenvergleich hohe Ergebnisstabilität der voestalpine-Gruppe sorgen.

Für das vierte Quartal des Geschäftsjahres zeichnet sich auf Basis der Entwicklung in den ersten Wochen des Jahres 2012 gegenüber dem dritten Quartal eine ergebnismäßige Trendwende ab, sodass sich aus heutiger Sicht der Ausblick für das Gesamtjahr 2011/12 (ohne Berücksichtigung allfälliger Einmaleffekte aus dem Bahnzulieferbereich) gegenüber dem letzten Quartalsbericht weitgehend unverändert darstellt. Dies bedeutet, dass für 2011/12 mit einem gegenüber dem Vorjahr etwas schwächeren operativen Ergebnis zu rechnen ist.

Der voestalpine-Konzern

Die voestalpine ist ein weltweit agierender Konzern mit einer Vielzahl von spezialisierten und flexiblen Unternehmen, die hochwertige Stahlprodukte fertigen, verarbeiten und weiterentwickeln. Die Unternehmensgruppe ist mit 360 Produktions- und Vertriebsgesellschaften in über 60 Ländern vertreten. Das Unternehmen ist mit seinen qualitativ höchstwertigen Flachstahlprodukten einer der führenden europäischen Partner der Automobil-, der Hausgeräte- und der Energieindustrie. Der voestalpine-Konzern ist darüber hinaus Weltmarktführer in der Weichentechnologie, bei Werkzeugstahl und Spezialprofilen sowie Europas Nummer eins in der Herstellung von Schienen. Der Konzern erzielte im Geschäftsjahr 2010/11 bei einem Umsatz von rund elf Milliarden Euro ein operatives Ergebnis (EBIT) von knapp einer Milliarde Euro und beschäftigt weltweit rund 47.000 Mitarbeiter.