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voestalpine mit deutlicher Umsatz- und Ergebnissteigerung im 1. Quartal 2011/12

18. August 2011 | 

Die anhaltend positive Konjunkturentwicklung führte im 1. Quartal 2011/12 gegenüber der Vergleichsperiode des Vorjahres zu einer weiteren Umsatzsteigerung sowie einer deutlichen Ergebnisverbesserung.

  • Umsatz wächst um 19,4 % auf über 3 Mrd. EUR
  • Operatives Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA) erhöht sich um fast ein Drittel auf 463 Mio. EUR 
  • Operatives Ergebnis (EBIT) steigt um 56,2 % auf 317,6 Mio. EUR
  • Umsatz sowie Ergebnis vor und nach Steuern auch gegenüber dem guten unmittelbaren Vorquartal weiter gesteigert
  • Ausgezeichnete Nachfrage in allen wesentlichen Kundensegmenten – hervorragende Gesamtauslastung
  • Ausblick für Geschäftsjahr 2011/12 unverändert

Die Umsatzerlöse des voestalpine-Konzerns konnten von 2.556,1 Mio. EUR auf 3.051,5 Mio. EUR gesteigert werden, das operative Ergebnis (EBIT) erhöhte sich um 56,2 % von 203,3 Mio. EUR auf 317,6 Mio. EUR. Ergebnis vor Steuern und Ergebnis nach Steuern (Jahresüberschuss) stiegen im Jahresvergleich jeweils um annähernd 75,0 %. Auch gegenüber dem hervorragenden direkten Vorquartal erhöhten sie sich nochmals um 2,0 % bzw. 8,0 %.

Wir sehen nach dem 1. Quartal keinen Anlass, unsere Prognose für das Geschäftsjahr 2011/12 zu ändern. Das heißt, wir gehen unverändert von einer deutlichen Ergebnisverbesserung gegenüber dem letzten Geschäftsjahr aus. Ein erheblicher Risikofaktor bleiben dabei aber einmal mehr mögliche negative Auswirkungen der verunsicherten Finanzmärkte und der Staatsschuldendiskussion auf die Realwirtschaft.

Dr. Wolfgang Eder, Vorstandsvorsitzender der voestalpine AG

Wirtschaftliches Umfeld

Im bisherigen Verlauf des Geschäftsjahres 2011/12 stellte sich die Konjunkturentwicklung in den für den voestalpine-Konzern wichtigsten Kundenbranchen und Absatzregionen anhaltend positiv und in der Grundtendenz weitgehend unverändert dar. Der im Wesentlichen nach wie vor von den Schwellenländern getriebene globale Aufschwung hat zu einer entsprechenden Belebung in West-, Zentral- und Nordeuropa geführt. Erste Erholungssignale in einzelnen Kundensegmenten in Osteuropa stehen jedoch einem nach wie vor schwierigen und durch die Budgetprobleme zusätzlich erschwerten Umfeld im Süden und äußersten Westen des Kontinents gegenüber.

Konnte der Aufschwung in den USA zu Beginn des Jahres noch an Dynamik gewinnen, so zeigen sich dort seit Sommer erste konjunkturelle Abschwächungstendenzen auf Grund der nach wie vor nicht gelösten und politisch umstrittenen Verschuldungsproblematik, rückläufiger öffentlicher und privater Konsumausgaben und einer nach wie vor hohen Arbeitslosigkeit.

Das positive gesamtwirtschaftliche Umfeld führte im 2. Kalenderquartal 2011 zu einer anhaltend hohen Nachfrage aus allen wichtigen Kundenbranchen. Die bereits im vergangenen Geschäftsjahr spürbare, solide Nachfrageentwicklung aus den Sektoren Automobil-, Bus- und Nutzfahrzeugbau, Maschinenbau- und Konsumgüterindustrie sowie dem Energiebereich, aber auch das stabile Umfeld in der Eisenbahninfrastruktur (mit der einzigen Ausnahme des Standardschienengeschäftes) hat sich fortgesetzt. Erfreulich positiv entwickelt sich inzwischen auch die Luftfahrtindustrie, wohingegen sich die Nachfragesituation in der Bau- und Bauzulieferindustrie nach wie vor gedämpft darstellt.

Ergebnis wieder deutlich gestiegen

Der voestalpine-Konzern hat im 1. Quartal 2011/12 auf Grund der anhaltend positiven wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der zunehmenden Einsparungen im Gefolge der erfolgreich in Umsetzung befindlichen Effizienzsteigerungs- und Kosteneinsparungsprogramme gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres sehr deutliche Umsatz- und Ergebniszuwächse erzielt.

Auch gegenüber dem unmittelbaren Vorquartal (4. Quartal 2010/11) konnten der Umsatz, das Ergebnis nach Steuern und das Ergebnis vor Steuern nochmals gesteigert werden. Das operative Ergebnis (EBIT) lag zwar vor allem auf Grund der Vorbereitung umfangreicher Erweiterungs- und Modernisierungsstillstände in der Division Stahl geringfügig unter dem direkten Vorquartal (326,6 Mio. EUR), aber sowohl das Ergebnis vor Steuern (mit 271,8 Mio. EUR vs. 266,1 Mio. EUR) als auch das Ergebnis nach Steuern / Jahresüberschuss (mit 209,6 Mio. EUR vs. 194,3 Mio. EUR) übertrafen die direkte Vorperiode.

Die Ziffern im Detail

Der Umsatz des Konzerns erhöhte sich im 1. Quartal 2011/12 gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 495,4 Mio. EUR (+19,4 %) von 2.556,1 Mio. EUR auf 3.051,5 Mio. EUR.

Noch markanter als in der Darstellung der Umsatzerlöse spiegelt sich die gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres verbesserte wirtschaftliche Lage in der Entwicklung der Ergebnisse wider. Aus einem Umsatzanstieg von 19,4 % resultiert beim Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit vor Abschreibungen EBITDA im Vergleich zum 1. Quartal 2010/11 ein Zuwachs um 31,9 % von 350,9 Mio. EUR auf 462,9 Mio. EUR bzw. eine von 13,7 % auf 15,2 % gestiegene EBITDA-Marge. Mit einem sowohl absolut als auch relativ betrachtet stärksten Zuwachs um 43,5 Mio. EUR von 77,1 Mio. EUR auf 120,6 Mio. EUR konnte die Division Edelstahl ihr EBITDA gegenüber dem Vorjahr um mehr als die Hälfte steigern. Deutlich verbessert stellten sich auch die EBITDA-Werte in den Divisionen Bahnsysteme (+32,6 % von 91,0 Mio. EUR auf 120,7 Mio. EUR) und Profilform (+30,9 % von 39,1 Mio. EUR auf 51,2 Mio. EUR) dar. Auf Grund des bereits hohen EBITDA-Niveaus im Vergleichszeitraum des Vorjahres und einer investitionsbedingten geringeren Versandmenge fiel die Steigerung in der Division Stahl (+16,3 % von 134,1 Mio. EUR auf 155,9 Mio. EUR) vergleichsweise geringer aus. Auf ähnlichem Niveau bewegen sich die Zuwächse in der Division Automotive. Sie konnte beim EBITDA den Referenzwert des Vorjahres um +17,8 % (von 26,4 Mio. EUR auf 31,1 Mio. EUR) steigern.

Im Vergleich zum unmittelbaren Vorquartal (4. Quartal 2010/11) reduzierte sich das EBITDA des voestalpine-Konzerns um 7,2 % von 498,6 Mio. EUR auf 462,9 Mio. EUR, was in erster Linie auf die investitionsbedingte Sondermaßnahmen in der Division Stahl zurückzuführen ist.

Mit einem EBIT von 317,6 Mio. EUR konnte der voestalpine-Konzern in den ersten drei Monaten 2011/12 sein operatives Ergebnis gegenüber dem Vergleichswert des Vorjahres (203,3 Mio. EUR) um 56,2 % steigern und seine EBIT-Marge von 8,0 % auf 10,4 % erhöhen. Im Vergleich zum unmittelbaren Vorquartal (326,6 Mio. EUR) reduzierte sich das EBIT im 1. Quartal 2011/12 geringfügig um 2,8 %.

Das Ergebnis vor Steuern (EBT) konnte im 1. Quartal 2011/12 auf Grund des deutlich angestiegenen operativen Ergebnisses im Jahresvergleich um 115,3 Mio. EUR (+73,7 %) von 156,5 Mio. EUR auf 271,8 Mio. EUR gesteigert werden. Das Ergebnis nach Steuern (Jahresüberschuss) beläuft sich unter Berücksichtigung einer Steuerquote von 22,9 % auf 209,6 Mio. EUR (nach 121,1 Mio. EUR im Vorjahr). Ergebnis vor Steuern und Ergebnis nach Steuern liegen auch über dem jeweiligen Vergleichswert des unmittelbaren Vorquartals (266,1 Mio. EUR bzw. 194,3 Mio. EUR).

Das Eigenkapital erhöhte sich in den ersten drei Monaten 2011/12 gegenüber dem 31. März 2011 um 4,0 % von 4.691,1 Mio. EUR auf 4.878,3 Mio. EUR. Die Erhöhung ist auf das deutlich positive Ergebnis nach Steuern von 209,6 Mio. EUR zurückzuführen. Auf Grund eines temporären, saisonal- und betriebsbedingten Aufbaus des Working Capital erhöhte sich die Nettofinanzverschuldung gegenüber dem 31. März 2011 geringfügig um 2,5 % von 2.713,1 Mio. EUR auf 2.779,6 Mio. EUR. Zum Ende des 1. Quartals 2011/12 ergibt sich damit für den voestalpine-Konzern eine Gearing Ratio (Nettofinanzverschuldung in Prozent des Eigenkapitals) von 57,0 %. Sie liegt damit leicht unter jener vom 31. März 2011 (57,8 %).

Die Rohstahlproduktion belief sich im 1. Quartal 2011/12 auf 1,99 Mio. Tonnen.

Investitionen

Im 1. Quartal 2011/12 beliefen sich die Investitionen des voestalpine-Konzerns auf 117,0 Mio. EUR. Gegenüber dem krisenbedingt noch niedrigeren Vorjahreswert (80,0 Mio. EUR) entspricht dies einem Anstieg des Investitionsaufwandes um 46,3 % bzw. um 37,0 Mio. EUR. Obwohl damit alle Vorhaben, deren Ziel dem weiteren Ausbau der Technologie- und Qualitätsführerschaft dienen, konsequent weiterverfolgt werden, liegen die Investitionsaufwendungen noch immer deutlich unter dem Abschreibungsniveau (145,3 Mio. EUR).

Kartellverfahren Bahnoberbaumaterial

Nach Einleitung eines Kartellverfahrens durch das deutsche Bundeskartellamt im Zusammenhang mit dem Verdacht kartellrechtswidriger Verhaltensweisen im Markt für Bahnoberbaumaterial wurden in der Division Bahnsysteme insgesamt sechs leitende Mitarbeiter ihrer Funktionen enthoben. Zurzeit erfolgt die Aufarbeitung der betroffenen Sachverhalte in uneingeschränkter Kooperation mit den zuständigen Behörden. Darüber hinaus wurde die Division Bahnsysteme als Konsequenz aus diesem Verfahren einer umfassenden organisatorischen und führungsmäßigen Neuordnung unterzogen.

Zunahme der Stammbeschäftigten

Zum 30. Juni 2011 beschäftigte der voestalpine-Konzern 40.939 Mitarbeiter (ohne Leihpersonal und Lehrlinge). Dies entspricht gegenüber dem Vergleichswert des Vorjahres (39.595) einem Anstieg der Stammbelegschaft um 3,4 % oder 1.344 Beschäftigte.

Weitere 3.998 Mitarbeiter befanden sich zum Ende des 1. Quartals 2011/12 in Leiharbeitsverhältnissen, das sind um 27,2 % bzw. 854 Personen mehr als im Jahr zuvor.

Mit 30. Juni 2011 bildete der voestalpine-Konzern weltweit 1.301 Lehrlinge und damit um 145 Jugendliche (oder 10,0 %) weniger als im Vorjahr (1.446) aus.

Aktuelle Entwicklung

Die aktuelle weltwirtschaftliche Entwicklung stellt sich einmal mehr alles andere als homogen dar. Die drei das globale konjunkturelle Sentiment bestimmenden Grundsegmente – die Realwirtschaft, die Kapital- und Finanzmärkte sowie die makroökonomische Position der großen Weltwirtschaften – haben in den letzten zwölf Monaten einen sehr unterschiedlichen Entwicklungsverlauf genommen. Einer sich überwiegend solide entwickelnden Realwirtschaft steht ein hoch volatiler Finanzsektor gegenüber, dessen weitere Tendenz in hohem Maße dadurch bestimmt sein wird, wie rasch es den zum Teil hoch verschuldeten reifen Volkswirtschaften dies- und jenseits des Atlantiks gelingt, ihre Staatsfinanzen wieder in geordnete Bahnen zu lenken. Ein stabilisierendes Element der globalen Wirtschaftsentwicklung stellen nach wie vor die asiatischen Märkte – allen voran China – und Teile Südamerikas dar. An diesem Bild sollte sich kurzfristig nichts ändern, das heißt, die Jahre 2011 und 2012 werden vor allem durch das Bemühen um eine Stabilisierung der Staatsfinanzen in den USA und den reifen Volkswirtschaften in Europa geprägt sein, verbunden mit dem Bestreben der Schwellenländer, ein Ausbreiten der Probleme auf ihre Regionen zu verhindern.

Abgesehen vom Süden und äußersten Westen Europas sowie Teilen der USA und (erdbebenbedingt) Japans blieb die Realwirtschaft global betrachtet bisher von einem Übergreifen der Probleme weitgehend verschont. Daran sollte sich für den voestalpine-Konzern auch bis zum Jahresende 2011 nichts ändern; die Bedarfsindikationen aus den wichtigsten Kundenbranchen – Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie, Energiewirtschaft, Maschinenbau, Eisenbahninfrastruktur und Luftfahrt – signalisieren für die nächsten Monate, abgesehen von üblichen saisonalen Effekten im Sommerquartal, eine weitgehend stabile Bedarfsentwicklung und auch im Bereich der Kundenläger sind derzeit keine kritischen Tendenzen erkennbar.

Allerdings wird auch im 2. Quartal 2011/12 die Rohstahlproduktion in der Division Stahl auf Grund des letzten Schrittes des Ausbaus und der umfassenden Erneuerung der Warmbreitbandstraße sowie der Inbetriebnahme der neuen Stranggießanlage 7 um etwa 12 % zurückgenommen werden müssen. Dies wird in dieser Periode ergebnismäßige Einmaleffekte nach sich ziehen. Vor dem Hintergrund einer anhaltend guten Auslastungssituation in allen fünf Divisionen des Konzerns ist jedoch in Verbindung mit der Realisierung weiterer positiver Effekte aus den in Umsetzung befindlichen Effizienzsteigerungs- und Kostenoptimierungsprogrammen für das Geschäftsjahr 2011/12 dennoch unverändert von einer deutlichen Ergebnisverbesserung gegenüber dem letzten Geschäftsjahr auszugehen. Ein erheblicher Risikofaktor bleibt dabei allerdings das mögliche Übergreifen der einleitend angesprochenen Schuldenkrise und der Nervosität der Finanzmärkte auf die Realwirtschaft.

Der voestalpine-Konzern

Die voestalpine ist ein weltweit agierender Konzern mit einer Vielzahl von spezialisierten und flexiblen Unternehmen, die hochwertige Stahlprodukte fertigen, verarbeiten und weiterentwickeln. Die Unternehmensgruppe ist mit 360 Produktions- und Vertriebsgesellschaften in über 60 Ländern vertreten. Das Unternehmen ist mit seinen qualitativ höchstwertigen Flachstahlprodukten einer der führenden europäischen Partner der Automobil-, der Hausgeräte- und der Energieindustrie. Der voestalpine-Konzern ist darüber hinaus Weltmarktführer in der Weichentechnologie, bei Werkzeugstahl und Spezialprofilen sowie Europas Nummer eins in der Herstellung von Schienen. Der Konzern erzielte im Geschäftsjahr 2010/11 bei einem Umsatz von rund elf Milliarden Euro ein operatives Ergebnis (EBIT) von knapp einer Milliarde Euro und beschäftigt weltweit rund 47.000 Mitarbeiter.