Zurück zur Übersicht

voestalpine auch im dritten Quartal 2010/11 mit stabilem Aufwärtstrend - EBIT Prognose für Geschäftsjahr 2010/11 auf 850 Mio EUR erhöht

18. Februar 2011 | 

Gegen den allgemeinen Markttrend, der im letzten Kalenderquartal des abgelaufenen Jahres Stagnationstendenzen in der Konjunkturerholung bei Stahlprodukten erkennen ließ, konnte der voestalpine-Konzern in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2010/11 nicht nur sehr deutliche Umsatz- und Ergebniszuwächse gegenüber dem Vorjahr erzielen, sondern im 3. Quartal 2010/11 zum sechsten Mal in Folge die Werte des unmittelbaren Vorquartals übertreffen.

  • Umsatz wächst um 26% – operatives Ergebnis (EBIT) plus 275%
  • Ergebnis vor Steuern mehr als verzehnfacht – Nettofinanzverschuldung weiter gesenkt
  • Besonders positive Entwicklung bei Automobil, Maschinenbau und Energie
  • Nischenposition als Wettbewerbsvorteil – Zukunftssegmente Mobilität und Energie
  • Stammbelegschaft wächst um 674 MitarbeiterInnen
  • Erholung setzt sich 2011 fort – Europa, Asien und Südamerika als Motoren
  • Vollauslastung im ersten Halbjahr 2011 – EBIT Prognose für Geschäftsjahr 10/11 erhöht

Diese erfreuliche Entwicklung wurde von der sich bis dahin kontinuierlich verstärkenden Konjunkturdynamik sowie einer weitgehend 100%igen Auslastung aller Produktionskapazitäten im Konzern getragen und durch die Effekte der laufenden Effizienzsteigerungs- und Kostenoptimierungsprogramme unterstützt.

Marktposition als Wettbewerbsvorteil – Wachstumssegmente Mobilität und Energie

Die Ausrichtung des voestalpine-Konzerns auf anspruchsvollste Produkt- und Kundensegmente erwies sich dabei angesichts des globalen Konjunkturumfelds im bisherigen Verlauf des Geschäftsjahres 2010/11 aus mehreren Gründen als günstig: Die Unternehmensgruppe profitiert zum einen von ihrem hohen Geschäftsvolumen mit Exportnationen in der EU und hier besonders von der Ausrichtung auf technologisch hochwertige Branchen wie die Automobilindustrie in Deutschland, den anspruchsvollen Maschinenbau und innovative Energieanwendungen.

Zum anderen ist der Konzern zunehmend auch auf außereuropäischen Wachstumsmärkten in speziellen Hightechsegmenten führend vertreten, etwa im Bereich von Hochgeschwindigkeitsweichen oder anspruchsvollem Werkzeugstahlanwendungen (Asien) und bei regenerativen Energien (vor allem in Südamerika).

Umsatz wächst um über ein Viertel – EBITDA um zwei Drittel

Die Umsatzerlöse des Konzerns erhöhten sich in den ersten drei Quartalen 2010/11 gegenüber dem Vergleichszeitraum des vergangenen Geschäftsjahres um 1.648,3 Mio. EUR (+ 26,2 %) von 6.288,3 Mio. EUR auf 7.936,6 Mio. EUR.

Die anhaltende Dynamik kommt auch im Vergleich des 3. Quartals 2010/11 mit dem unmittelbaren Vorquartal deutlich zum Ausdruck. Getragen von der positiven Performance aller Divisionen konnte der voestalpine-Konzern seine Umsatzerlöse im 3. Quartal 2010/11 zum sechsten Mal in Folge steigern – sie legten um 4,1 % von 2.635,7 Mio. EUR auf 2.744,8 Mio. EUR zu.

Noch markanter als im Verlauf der Umsatzerlöse spiegelt sich die verbesserte wirtschaftliche Lage in der Entwicklung der Ergebnisse wider. Aus einem Umsatzanstieg von 26,2 % resultiert beim Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit vor Abschreibungen (EBITDA) im Vergleich zu den ersten drei Quartalen 2009/10 ein Zuwachs um 66,7 % von 663,9 Mio. EUR auf 1.107,0 Mio. EUR bzw. eine von 10,6 % auf 13,9 % gestiegene EBITDA-Marge.

Operatives Ergebnis nahezu vervierfacht

Mit einem EBIT von 658,2 Mio. EUR konnte der voestalpine-Konzern in den ersten drei Quartalen 2010/11 sein operatives Ergebnis gegenüber dem Vergleichswert des Vorjahres (175,1 Mio. EUR) annähernd vervierfachen und seine EBIT-Marge von 2,8 % auf 8,3 % erhöhen.

Die weitgehend vollständige Auslastung praktisch aller konzernalen Produktionskapazitäten führte damit in Verbindung mit der konsequent auf Produkt-, Qualitäts- und Technologieführerschaft ausgerichteten Strategie einmal mehr zu einem auch im europäischen Konkurrenzvergleich deutlich führenden operativen Ergebnis.

Das Ergebnis vor Steuern (EBT) konnte in den ersten drei Quartalen 2010/11 aufgrund des stark angestiegenen operativen Ergebnisses im Jahresvergleich von 47,5 Mio. EUR auf 514,9 Mio. EUR mehr als verzehnfacht werden. Das Ergebnis nach Steuern (Jahresüberschuss) beläuft sich unter Berücksichtigung einer Steuerquote von 22,3 % auf 400,3 Mio. EUR (nach 51,6 Mio. EUR im Vorjahr). Es liegt damit beim fast achtfachen Wert der ersten neun Monate 2009/10.

Verschuldung und Gearing Ratio weiter gesenkt

Aufgrund des guten Ergebnisses und des deutlich unter Abschreibungsniveau liegenden Investitionsaufwandes konnte die Nettofinanzverschuldung – trotz eines saisonal und auslastungsbedingten Working-Capital-Aufbaus, der Dividendenausschüttungen und der Auslagerung von Pensionsverpflichtungen – gegenüber dem 31. März 2010 um 2,0 % von 3.037,3 Mio. EUR auf 2.977,4 Mio. EUR verringert werden.

Zum Ende des 3. Quartals 2010/11 ergibt sich damit für den voestalpine-Konzern eine Gearing Ratio (Nettofinanzverschuldung in Prozent des Eigenkapitals) von 65,4 %. Sie liegt damit erheblich unter dem Wert zum 31. März 2010 (71,3 %) und auch leicht unter jenem zum 30. September 2010 (65,8 %).

Stammbelegschaft wächst um 674 MitarbeiterInnen

Zum 31. Dezember 2010 beschäftigte der voestalpine-Konzern im Bereich der Stammbelegschaft 40.078 Mitarbeiter (ohne Lehrlinge). Dies entspricht gegenüber dem 31. Dezember 2009 (39.404) einem Zuwachs um 1,7 % oder 674 Beschäftigten.

Weitere 3.237 Mitarbeiter befanden sich zum Ende des 3. Quartals in Leiharbeitsverhältnissen, das sind um 46,7 % bzw. 1.031 Personen mehr als im Jahr zuvor. Die Kurzarbeit, die per 31. Dezember 2009 konzernweit noch von 4.228 Mitarbeitern in Anspruch genommen wurde, ist nunmehr de facto ausgelaufen: Zum 31.12 2010 waren in der gesamten Unternehmensgruppe noch 73 Mitarbeiter in Kurzarbeit. Mit 31. Dezember 2010 bildete der voestalpine-Konzern weltweit 1.648 Lehrlinge annährend die gleiche Zahl wie im Vorjahr (1.724) aus.

Erholung setzt sich 2011 fort – Europa, Asien und Südamerika als Motoren

Der sich im Laufe des Jahres 2010 zunehmend stabilisierende Aufwärtstrend in der globalen Wirtschaftsentwicklung hält auch zu Beginn des Jahres 2011 an. Gestützt wird er weiterhin vor allem durch die großen asiatischen Volkswirtschaften und durch Teile Südamerikas, insbesondere Brasilien. In den USA deuten zwar einige Indikatoren in jüngster Zeit auf eine gewisse wirtschaftliche Belebung, gleichzeitig werden aber auch die Unsicherheiten im Zusammenhang mit der stark gestiegenen Staatsverschuldung und anhaltend hoher Arbeitslosigkeit immer deutlicher.

In Europa setzt sich der Grundtrend der 2. Jahreshälfte 2010 weiter fort, dies bedeutet eine anhaltend starke Wirtschaftsentwicklung in Mittel- und Nordeuropa, positive Konjunktursignale aus Zentraleuropa und erste Anzeichen einer Belebung in Osteuropa. Nach wie vor unter Druck steht die Wirtschaft in vielen Ländern Südeuropas sowie im äußersten Westen des Kontinents.

Bis auf wenige Ausnahmen stellt sich die Lage in den wichtigsten Industriesegmenten günstig dar: Die Automobil- und Nutzfahrzeugindustrie, der Maschinenbau, die Konsumgüterindustrie sowie überwiegend auch der Energiesektor und die für den voestalpine-Konzern wichtige Eisenbahninfrastruktur entwickeln sich weltweit unverändert positiv. Gegenüber den vergangenen beiden Jahren ist auch in der Luftfahrtzulieferindustrie wieder eine deutliche Belebung feststellbar. Als einziger großer Industriesektor noch nicht endgültig am Weg zurück aus der Krise befindet sich die
Bau- und Bauzulieferindustrie, die in vielen Ländern weiterhin vor allem unter der einsparungsbedingten Investitionszurückhaltung der öffentlichen Hand leidet.

Stabile Vollauslastung im ersten Halbjahr11 – EBIT Prognose für Geschäftsjahr 10/11 erhöht

Insgesamt ist vor diesem Hintergrund einer überwiegend günstigen Branchenkonjunktur in den wichtigsten Wirtschaftsregionen der Welt für 2011 mit einer tendenziell weiter steigenden Nachfrage in den meisten Produktbereichen zu rechnen.

Für den voestalpine-Konzern bedeutet das aktuelle wirtschaftliche Umfeld jedenfalls bis zum Sommer 2011 in allen Divisionen stabile Vollauslastung bei einem relativ gut abgesicherten Preisniveau. Unter Berücksichtigung der deutlich über den ursprünglichen Erwartungen liegenden Ergebnisentwicklung im 3.Quartal zeichnet sich damit - trotz der üblichen saisonalen Effekte im 4. Quartal (1. Kalenderquartal 2011) - für das Gesamtgeschäftsjahr 2010/11 ein über den bisherigen Erwartungen liegendes EBIT in einer Größenordnung von etwa 850 Millionen Euro ab.

Der voestalpine-Konzern

Die voestalpine ist ein weltweit agierender Konzern mit einer Vielzahl von spezialisierten und flexiblen Unternehmen, die hochwertige Stahlprodukte fertigen, verarbeiten und weiterentwickeln. Die Unternehmensgruppe ist mit 360 Produktions- und Vertriebsgesellschaften in über 60 Ländern vertreten. Die voestalpine ist mit ihren qualitativ höchstwertigen Flachstahlprodukten einer der führenden europäischen Partner der Automobil-, der Hausgeräte- und der Energieindustrie. Sie ist darüber hinaus Weltmarktführer in der Weichentechnologie, bei Werkzeugstahl und Spezialprofilen sowie Europas Nummer 1 bei der Herstellung von Schienen. Der voestalpine-Konzern erzielte im Geschäftsjahr 2009/10 einen Umsatz von 8,55 Mrd. Euro und beschäftigt weltweit rund 41.000 Mitarbeiter.