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voestalpine-Mitarbeiterbeteiligung feierte 10-jährige Erfolgsgeschichte

20. Januar 2011 | 

Im Jahr 2000 entwickelten das Management und der Betriebsrat des voestalpine-Konzerns gemeinsam ein innovatives und für viele zu diesem Zeitpunkt überraschendes Konzept: die Mitarbeiter sollen sich mit eigenem Aktienbesitz am Unternehmen beteiligen. Mittels Stimmrechtsbündelung sollen sie zu einem stabilen Kernaktionär werden und als individuelle Aktionäre auch Anteil am Erfolg der voestalpine haben. Nach intensiven Vorbereitungsarbeiten wurde diese Idee gemeinsam in die Tat umgesetzt, 2001 die erste Betriebsvereinbarung abgeschlossen.

  • 21.400 Mitarbeiter halten 22,4 Mio. Stück Aktien
  • Mit 13,3 % der Stimmrechte zweitgrößter Aktionär der voestalpine AG
  • Weltweit einziges Modell mit internationaler Stimmrechtsbündelung bei individuellem Aktienbesitz
  • Vorbildmodell für EU-Initiativen

Anlässlich dieser 10-jährigen Erfolgsgeschichte befasste sich die voestalpine im Rahmen eines Symposiums mit dem Thema Mitarbeiterbeteiligung und blickte auf die Entstehung, die Bedeutung und die mögliche weitere Entwicklung dieses europaweit einzigartigen Beteiligungsmodells.

Die voestalpine-Mitarbeiterbeteiligung umfasst derzeit die rund 20.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aller 49 Gesellschaften des voestalpine-Konzerns in Österreich. Für diese werden insgesamt rund 21,2 Mio Stück Aktien in einer Stiftung gebündelt verwaltet. Dies entspricht einem Stimmrechtsanteil von 12,6 %. Darüber hinaus hält die Stiftung weitere 0,1 Mio Aktien von internationalen Mitarbeitern und 1,5 Mio private Aktien (0,9 %) von Mitarbeitern. So vertritt die voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung insgesamt 13,3% der Stimmrechte der voestalpine AG und ist damit sowohl nach Stimmprozenten als auch gemessen am Aktienwert die größte Mitarbeiterbeteiligung in Österreich.

Das voestalpine-Modell der Mitarbeiterbeteiligung

Die voestalpine-Mitarbeiterbeteiligung ist eine Kapitalbeteiligung, die strategisches Eigentum mit individuellem Gewinn kombiniert: Als stabiler Kernaktionär unterstützt sie eine langfristige, nachhaltige Entwicklung des Konzerns. Darüber hinaus erschwert sie eine eventuelle feindliche Übernahme, da sie mit dem über 10-%-igen Stimmrechtsanteil ein etwaiges Sqeeze-out verhindern kann. Die Stiftung, in der die Mitarbeiteraktien und damit die Stimmrechte gebündelt sind, verfügt über zwei bedeutende Möglichkeiten der Mitbestimmung: Über einen Sitz in der Hauptversammlung und ein Mandat im Aufsichtsrat der voestalpine.

Individueller Gewinn

Die beteiligten MitarbeiterInnen profitieren auch von der Möglichkeit einer allfälligen jährlichen Dividende und von eventuellen Kurssteigerungen und sind so direkt am Unternehmenserfolg beteiligt.

Finanziert wird die Beteiligung hauptsächlich mittels Anteilen aus Kollektivvertrags-Erhöhungen, die zum Aufbau der Beteiligung verwendet werden. Alle österreichischen MitarbeiterInnen erhalten entsprechend dieser Anteile laufend Aktien zugeordnet. Daneben gibt es im Rahmen von allfälligen Erfolgsprämien auch Aktienzuteilungen an die MitarbeiterInnen. Verwaltet wird die voestalpine-Mitarbeiterbeteiligung von der voestalpine Mitarbeiterbeteiligung Privatstiftung.

Privatisierungspläne als Anstoß

Das Jahr 2000 markiert den Beginn der 10-jährigen Erfolgsgeschichte. Anlass sich mit dem Thema Mitarbeitebeteiligung zu befassen, war der Beschluss der damaligen Bundesregierung staatliche Industriebeteiligungen zu privatisieren. Diese Pläne hatten in der voestalpine einen intensiven Nachdenkprozess über die künftige Eigentümerstruktur ausgelöst. Trotz unterschiedlicher Positionen zur Frage einer vollständigen Privatisierung wurde die voestalpine-Mitarbeiterbeteiligung in der zweiten Jahreshälfte 2000 gemeinsam von Management und Betriebsrat entwickelt – sie betraten damals Neuland in Österreich.

Bis heute stehen Management und Betriebsrat geschlossen hinter der Mitarbeiterbeteiligung und sie steht beispielhaft für die gelebte „innerbetriebliche Sozialpartnerschaft“, für die die voestalpine bekannt ist.

In der voestalpine machen die Menschen den Unterschied. Sie machen auch unseren Erfolg aus. Deshalb ist es uns ein Anliegen, dass unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch ihren Anteil an diesem Erfolg bekommen.

Wolfgang Eder, Vorstandsvorsitzender und CEO der voestalpine AG

Dass es uns gemeinsam gelungen ist, ein so einzigartiges Modell über die Interessengegensätze hinweg zu entwickeln, das ist schon etwas Besonderes.

Konzernbetriebsratsvorsitzender Hans-Karl Schaller

Herausfordernde Internationalisierung

In bislang sechs Ausbauschritten wurde die voestalpine-Mitarbeiterbeteiligung in Österreich sukzessive erweitert. 2004 startete in den Niederlanden ein eigenes Modell und seit 2009 wird die Beteiligung, in der Form eines Angebotes zum vergünstigten Aktienerwerb, auf Deutschland und England ausgeweitet. Die Internationalisierung schreitet trotz der unterschiedlichen Steuer- und Gesellschaftsrechtssysteme voran: 2010 sind bereits 33 voestalpine-Gesellschaften außerhalb Österreichs integriert – die durchschnittliche Beteiligungsquote liegt dort bei 15 %. „In den nächsten Jahren wollen wir aber noch internationaler werden. Aber die gesetzlichen Unterschiede zwischen den Ländern sind groß und komplex, da braucht es einiges an Vorbereitung“, zeichnete CEO Eder den Weg in die Zukunft.

In letzter Zeit erhält die Diskussion um das Thema Mitarbeiterbeteiligung auch europaweit Aufwind. Sowohl als mögliche Lösung der Unternehmensnachfolge in Familienbetrieben, als auch als Stabilitätsfaktor in Volkswirtschaften. So gibt es in der EU bzw. genauer gesagt im Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) Bestrebungen ein so genanntes Bausteinmodell zur Lösung der national unterschiedlichen gesetzlichen Regelungen zu etablieren.
Und das Modell der voestalpine, das nach Stimmprozenten und nach Aktienwert größte Österreichs, gilt dabei als eines von mehreren Beteiligungsmodellen als beispielgebend.

Der voestalpine-Konzern

Die voestalpine ist ein weltweit agierender Konzern mit einer Vielzahl von spezialisierten und flexiblen Unternehmen, die hochwertige Stahlprodukte fertigen, verarbeiten und weiterentwickeln. Die Unternehmensgruppe ist mit 360 Produktions- und Vertriebsgesellschaften in über 60 Ländern vertreten. Die voestalpine ist mit ihren qualitativ höchstwertigen Flachstahlprodukten einer der führenden europäischen Partner der Automobil-, der Hausgeräte- und der Energieindustrie. Sie ist darüber hinaus Weltmarktführer in der Weichentechnologie, bei Werkzeugstahl und Spezialprofilen sowie Europas Nummer 1 bei der Herstellung von Schienen. Der voestalpine-Konzern erzielte im Geschäftsjahr 2009/10 einen Umsatz von 8,55 Mrd. Euro und beschäftigt weltweit rund 41.000 Mitarbeiter.